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„Halbe-halbe evangelisch-katholisch“

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Luden zum ökumenischen Neujahrsempfang ins Katharina-von-Bora-Haus (v.l.): Bergs evangelischer Pfarrer Johannes Habdank, Referent Pfarrer Gerson Raabe uund Aufkirchesn katholischer Pfarrer Albert Zott.
Luden zum ökumenischen Neujahrsempfang ins Katharina-von-Bora-Haus (v.l.): Bergs evangelischer Pfarrer Johannes Habdank, Referent Pfarrer Gerson Raabe uund Aufkirchesn katholischer Pfarrer Albert Zott. © Andrea Jaksch

Früher waren über 100 Besucher vor Ort, am Donnerstag nur etwa 30. Aber das Wichtigste: Der traditionelle ökumenische Neujahrsempfang im Katharina-von-Bora-Haus in Berg konnte trotz Corona stattfinden.

Berg – Beim diesjährigen ökumenischen Neujahrsempfang in Berg war als Gastredner Pfarrer Gerson Raabe aus München geladen. Er hielt im Katharina-von-Bora-Haus eine Lesung aus seinem Buch „Ökumene um jeden Preis? Ein protestantischer Zwischenruf“ mit anschließender Diskussionsrunde. Wegen der Pandemie waren diesmal nur rund 30 Zuhörer anwesend. Wer nicht in Präsenz kommen konnte, hatte aber die Möglichkeit, online im Livestream dabei zu sein.

„Was immer auch in diesem neuen Jahr kommen mag, was immer wir durchstehen müssen, lasst es uns in den Griff nehmen“, sagte Aufkirchens katholischer Pfarrer Albert Zott in seiner kurzen Begrüßungsrede. Dabei bezog er sich auf eine kleine Bibelgeschichte, in welcher Jakob mit einem Engel kämpft, diesen in den Schwitzkasten nimmt und nicht mehr loslässt, eher der Engel ihn gesegnet hat. Diese Beharrlichkeit wünscht sich Pfarrer Zott für das kommende Jahr. Auch Bergs evangelischer Pfarrer Johannes Habdank begrüßte die anwesenden Gäste und die Zuschauer zu Hause, darunter Bergs Gemeinderäte und Bürgermeister Rupert Steigenberger. „Online waren 42 Aufrufe da“, erklärte Habdank, „etwa halbe-halbe evangelisch-katholisch.“

Der ökumenische Neujahrsempfang findet traditionell seit 2004, dem Gründungsjahr der Evangelischen Gemeinde Berg als selbstständige Kirchengemeinde, statt. „Der Empfang wird wechselweise in Regie der katholischen oder evangelischen Gemeinde organisiert, die selbstverantwortlich einen Referenten einlädt“, so Pfarrer Habdank.

Pfarrer Gerson Raabe aus München war der diesjährige Referent. Schon seit 40 Jahren ist er mit Pfarrer Habdank befreundet. „Wir haben uns 1982 im ersten Theologiesemester im Hebräischkurs kennengelernt“, erzählte er. Nach seinem Abschluss war Raabe als Pfarrer in verschiedenen Regionen Münchens tätig, arbeitete als Lehrbeauftragter der Ludwig-Maximilian-Universität, nahm neben der Religion einen Orchesterbetrieb mit mehreren Auftritten im Jahr auf und veröffentlichte sechs Bücher. Darunter auch sein aktuelles Werk „Ökumene um jeden Preis? Ein protestantischer Zwischenruf“, welches 2018 im Claudius Verlag erschien. Darin beschäftigt sich der Autor mit den Problemen der Ökumene aus protestantischer Sicht, Aspekten eines evangelischen Profils oder den verschiedenen Ausdrucksgestalten des Glaubens der Katholiken gegenüber denen der Protestanten.

Aus eben jenem Werk las Pfarrer Raabe am Donnerstag. Er stellte einzelne Textpassagen vor und nahm so die Zuhörer etwa eine Stunde lang mit auf einen detailreichen Streifzug durch sein Buch. Anschließend gab es die Möglichkeit zur Diskussion, in welcher verschiedene Fragen zur Thematik gestellt wurden. „Das war ganz nett“, sagte Referent Raabe später. „Danach haben wir uns noch mit einem Glas Wein und etwas Brot austauschen können.“ Wen sein Vortrag interessiert, kann ihn auch jetzt noch über die Homepage der evangelischen Kirchengemeinde Berg ansehen.

Vanessa Lange

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