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Wein direkt vom Erzeuger und aus aller Welt

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Von: Sandra Sedlmaier

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Im „Weinhaus am Starnberger See“: Karl-Heinz Krawczyk (l.) und Klaus Fahrner in der neuen Weinhandlung im Höhenrainer Gewerbegebiet Am Hohenrand.
Im „Weinhaus am Starnberger See“: Karl-Heinz Krawczyk (l.) und Klaus Fahrner in der neuen Weinhandlung im Höhenrainer Gewerbegebiet Am Hohenrand. © Andrea Jaksch

Eine Weinhandlung mit Weinen aus eigenen Anbaugebieten in Deutschland, Frankreich und Italien eröffnet heute im Höhenrainer Gewerbegebiet Am Hohenrand. Für Inhaber Karl-Heinz Krawczyk, der in Percha aufgewachsen ist, fühlt es sich ein bisschen an wie heimzukommen.

Höhenrain – Karl-Heinz Krawczyk wurde in eine Familie von Genießern hineingeboren. Die Großeltern handelten ab 1949 mit Lebensmitteln, die Eltern ab 1977 nur noch mit Wein und kauften 1984 ihr erstes Weingut. Krawczyk (51), der in Percha aufgewachsen ist, führt das Geschäft in dritter Generation. Drei Weinhandlungen in München gehören zum Familienbetrieb „World of Wine“, heute eröffnet er den ersten Weinladen im Landkreis Starnberg. Das „Weinhaus am Starnberger See“ bietet Weine aus eigener Produktion in Deutschland, Italien und Frankreich sowie Weine und Spirituosen aus aller Welt. Wobei es Krawczyk wichtig ist, den Kunden weniger große Namen als ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Klaus Fahrner wird freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr die Kunden beraten.

Das „Weinhaus am Starnberger See“ ist gerade noch im Landkreis Starnberg, im Gewerbegebiet Am Hohenrand in Höhenrain an einem der westlichsten Zipfel des Landkreises. Vor sechs Jahren baute Krawcyk dort für ein anderes Projekt: das Starnberger Brauhaus, an dem Krawczyk bis letztes Jahr beteiligt war. Das Brauhaus ist bekanntlich nach Feldafing umgezogen und gerade auf dem Sprung nach Schorn. Die eigentlichen Brauräume sind an die Firma Schneider Haustechnik aus Aufkirchen vermietet, im Obergeschoss haben zwei Künstler ihr Atelier. Krawczyk freut sich, dass er die Lagerräume im Keller für seinen Weinhandel nutzen kann und endlich in der Heimat eine Weinhandlung eröffnen kann.

Wo früher Lagerräume hinter einem Rolltor versteckt waren, ist nun ein 200 Quadratmeter großer Verkaufsraum mit Betonboden und automatischer Glastür, ganz im Industrial Chic. Vor grünen Wänden auf honigfarbenen Holzregalen stehen die Flaschen ordentlich aufgereiht. „Wir haben aktuell 734 Artikel im Verkauf, es werden über 800“, sagt Krawczyk. „Ich weiß es so genau, weil ich sie gerade die digitale Kasse getippt habe.“ Einen guten Teil des Angebots machen die eigenen Weine der Familie Krawczyk aus. Das größte und wichtigste Gut ist das Château les Bouzigues im Bordeaux. 1991, kurz nachdem Krawczyk als junger Mann in die Firma eingestiegen ist, hat es die Familie erworben. „Unser Jahrgangssortiment reicht von 1998 bis 2015“, erzählt er. Es soll noch ausgebaut werden. Rund 200 000 Flaschen Wein verlassen das Gut jedes Jahr. In Frankreich entsteht neben dem Bordeaux eine Besonderheit: „Wir sind dort die einzigen, die ihren Trester brennen“, berichtet Krawczyk. „Der Zoll gibt keine Lizenzen mehr heraus.“ Krawczyks einzigartigen Bordeaux-Grappa, im Barrique gereift, gibt es auch in 500-Milliliter-Flaschen.

Das italienische Weingut, das Krawcyks Eltern und Schwester betreiben, liegt im Süden der Toskana. Auch dort wird nur Rotwein hergestellt. Auch das Olivenöl, das die Fattoria Vadiavolo herstellt, und der Honig wird im Weinhaus verkauft. Das deutsche Weingut Angulus liegt im Rheingau. „Dort bauen wir vor allem Riesling an und seit kurzem auch Chardonnay“, berichtet Krawcyk.

Daneben gibt es weitere deutsche, französische und italienische Weine, aber auch Tropfen aus Südamerika, Spanien oder Portugal. Die Auswahl an Sekt ist sehr groß und in der Mitte des Raums ist eine Rosé-Sammlung aufgebaut. „Rosé wird in Frankreich fast nur noch getrunken“, weiß Krawczyk.

Er und Fahrner freuen sich auf die Eröffnung auch deshalb, weil sie wissen, dass sie in Höhenrain willkommen sind. „Wir haben mal eine Weinprobe gemacht und das halbe Dorf ist gekommen“, erzählt Krawczyk. Auch die, die er noch aus seiner Jugend vom Fußballspielen kannte.

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