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Der Bebauungsplan für das Huberfeld sieht auf dem nördlichen Teil der Fläche (blau) das neue Rathaus vor, im südlichen Bereich (rot) darf die katholische Kirche Wohnbebauung realisieren

Bürgermeister spricht von „Meilenstein“

Ideen aus ganz Europa fürs Berger Rathaus

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Die Planung und Realisierung des neuen Berger Rathauses wird europaweit im Rahmen eines sogenannten VgV-Verfahrens ausgeschrieben. Das beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig. Erstmals wurde eine Zahl über mögliche Kosten genannt. Die ist allerdings sehr vage.

Berg – 14,5 Millionen Euro teuer und in einer Viertelstunde erledigt: Die Planungen für das neue Berger Rathaus am Huberfeld nahm in der Ratssitzung am Dienstagabend nicht viel Raum und Zeit ein. Der Beschluss für die europaweite Ausschreibung der Arbeiten im Rahmen der Vergabeverordnung (VgV) fiel nach der Vorstellung durch den beauftragten Architekten Hermann Wille ohne Diskussion und einstimmig – Zeichen dafür, dass die Kommunikation hinter den Kulissen über den Neubau funktioniert und die Einsicht in die Notwendigkeit desselben fraktionsübergreifend vorhanden ist.

Bürgermeister Rupert Monn sprach von einem „Meilenstein in der Geschichte des Rathausbaus“. Die Bürger würdigten das: Sie waren zahlreich zur Sitzung erschienen. Mit einer Summe von 14,5 Millionen Euro nannte Architekt Wille vom Büro Wille+Kastner erstmals eine Zahl zu den möglichen Kosten für das neue Rathaus. Basis dafür ist eine Hochrechnung anhand der Kosten vergleichbarer Rathäuser in Baden-Württemberg. Wille schränkte jedoch gleich ein: „Dabei sind Abweichungen von 40 Prozent nach oben und nach unten möglich.“

Die Gemeinde hofft mit der Ausschreibung auf Architektenentwürfe für das 3260 Quadratmeter große Grundstück, auf dem das Rathaus entstehen soll. Viermal hat der Arbeitskreis Rathaus seit vergangenem November getagt, vor dreieinhalb Monaten wurde das Büro Wille+Kastner ausgewählt, um den Wettbewerb zu gestalten. Im Arbeitskreis wurde auch diskutiert, wie viel Fläche die neue Verwaltung zur Verfügung haben wird.

45 Mitarbeiter sollen Platz finden

Die Ausschreibung orientiert sich an knapp 2900 Quadratmeter Nutzfläche für das Rathaus. 45 Mitarbeiter sollen dort Platz finden. Dazu kommt eine 1250 Quadratmeter große Tiefgarage, auch oberirdische Besucherparkplätze soll es geben. Zudem werden 275 Quadratmeter Wohnfläche eingerechnet – wie berichtet, sollen Wohnungen entstehen, die eventuell irgendwann später als zusätzliche Büros für die Verwaltung genutzt werden könnten. Das neue Rathaus soll nicht mehr als drei Vollgeschosse haben, im Bebauungsplan eine geneigte Dachneigung festgelegt werden.

Die Ausschreibungsunterlagen umfassen 25 Seiten. Sie starten bei der Lage des Grundstücks, beschreiben das Raumprogramm, die Anforderungen an Ökologie und Gebäudetechnik sowie den Ablauf des Verfahrens. Bei der Realisierung legt die Gemeinde Wert auf eine Zertifizierung „Standard Silber“ nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Nicht festgelegt ist die Art der Konstruktion. „Wir wollten ein möglichst vielschichtiges Portfolio ermöglichen“, sagte Wille. Bei den Themen Ökologie und Gebäudetechnik lege man jedoch Wert auf Zukunftsorientiertheit.

„Das ist die genetische Grundlage für das neue Haus“, sagte der Architekt über die Ausschreibungsunterlagen. Sie spiegelten die Erwartungshaltung der Gemeinde wider und ließen genug Raum für Kreativität. Der Vorteil des VgV-Verfahrens ist, dass die Gemeinde nicht an einen Entwurf gebunden ist, sondern Ideen aus mehreren Entwürfen nutzen kann. Aus den eingesandten Unterlagen kommen drei bis acht Entwürfe in die nächste Runde. Die Runde der finalen Angebotsverhandlung soll nicht mehr als zwei bis vier Teilnehmer umfassen. Der Baubeginn ist nicht vor 2021.

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