+
Die Trainingsmöglichkeit für die Wehren aus dem Landkreis am Berger Sportplatz ist die erste in Bayern nach der Übungspause infolge der Corona-Krise.

Feuerwehr übt

In Berg brennt die Luft

Zweimal am Tag steht derzeit eine Rauchwolke über dem Norden Bergs. Es brennt auch wirklich, und die Feuerwehrleute rücken wirklich gegen Flammen vor. Das ist jedoch kein Unglück, sondern ein Glück – nach wochenlanger Zwangspause dürfen Ehrenamtliche wieder üben.

Berg– Es ist heiß. Sehr heiß. 100 bis 300 Grad am Boden, an der Decke 500 bis 600 Grad. Kein angenehmer, gar ein lebensgefährlicher Ort für Menschen, und dennoch gehen Frauen und Männer ohne zu zögern hinein. So lässt sich der Brandübungscontainer der Firma Dräger beschreiben, der diese Woche auf Vermittlung des Landesfeuerwehrverbandes bei der Freiwilligen Feuerwehr in Berg steht. Es ist die erste Übung dieser Art in Bayern nach der Corona-Zwangspause. 64 Aktive aus dem ganzen Landkreis kommen zu Übungseinheiten.

Die Trainingseinheiten im Container sind nach dem Drei-Stufen-Plan für die Ausbildung in Corona-Zeiten zulässig. Sie dienen der Erhaltung der Einsatzbereitschaft. Hintergrund der „Heißausbildung“ ist ein grundlegendes Problem: Es brennt zum Glück so selten, dass viele Feuerwehrleute in den ersten Jahren ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit einem Feuer nicht in Berührung kommen – und mit einem so genannten Flashover, einer Rauchgasentzündung, schon gleich gar nicht. Das jedoch muss man selbst mitmachen, es geht um das „Erleben der Hitze“, wie Kreisbrandmeister Klaus Ringhoff erklärt. Er hat das Training organisiert. Dass es nun genau das erste nach der Pause ist, ist Zufall.

Der Container simuliert einen Flashover, im Inneren brennt Holz auch an den Wänden. Der Flashover ist der Horror des Feuerwehrmannes: Rauchgase entzünden sich durch die Hitze, es brennt wortwörtlich die Luft. Wie man einen kommen sieht und bekämpft, lernen die Feuerwehrleute bei den Übungen. Sie tragen Schutzausrüstung und Atemschutz – allein das ist anstrengend, auch ohne Flammen. Unter der Atemschutzmaske ist es „sauheiß“ – genauer ist das nicht zu beschreiben. Zehn bis 15 Minuten bleiben sie im Container.

Dräger hatte den Container einst eigens für die bayerischen Feuerwehren gebaut, das Innenministerium finanziert die Ausbildung mit, die von erfahrenen Berufsfeuerwehrleuten geleitet wird. Das Hygienekonzept mussten die Macher nicht ändern, wie Sebastian Kaus von Dräger sagt – schon seit Jahren tragen alle am Container Schutzmasken (FFP2) gegen den Staub, nun auch gegen Viren.

Der Container steht noch diese Woche am Berger Sportplatz, zweimal am Tag raucht es dort. Nebenan hat ein Filmteam ein Lager aufgeschlagen. In der Nähe wird „Maria fängt Feuer“ gedreht.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Untersuchung auch im Lankreis Starnberg: „Dem Wald geht es immer schlechter“
Die Bayerische Forstverwaltung hat 1983 erstmals den Gesundheitszustand der heimischen Wälder untersucht – als erstes Bundesland. Aber: Den Wäldern geht es immer …
Untersuchung auch im Lankreis Starnberg: „Dem Wald geht es immer schlechter“
Aufregung um zwei Schlangen
Zwei Schlangen haben im Park des Feldafinger Hotels Residence Feuerwehr und Gäste in Atem gehalten. Jetzt sind sie verschwunden. Vermutlich sind sie nicht giftig.
Aufregung um zwei Schlangen
Bei Einbruch gestört: Nachbar und Alarm vertreiben Täter
Eine Nachricht auf dem Handy, ein Alarmton und ein wachsamer Nachbar haben in Bachhausen wohl Diebe in die Flucht geschlagen.
Bei Einbruch gestört: Nachbar und Alarm vertreiben Täter
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Dienstag
Die Lage in der Corona-Pandemie im Landkreis Starnberg bleibt unsicher. Am Dienstag kam kein Fall dazu, den fünften Tag in Folge.
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Dienstag

Kommentare