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Ein Kandidat, vier Unterstützer: Rupert Steigenberger (Mi.) mit (v.l.) SPD-Chef Bernhard von Rosenbladt, Bürgermeister Rupert Monn, EUW-Vorsitzendem August Buchberger und seinem eigenenen BG-Parteichef Wolfgang Reiser. 

Höhenrainer Frühstück

Drei Fraktionen stellen gemeinsamen Bürgermeisterkandidat für Berg

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Rupert Steigenberger wird gemeinsamer Bürgermeisterkandidat seiner eigenen Gruppierung Bürgergemeinschaft (BG), der Einigkeit Unabhängige Wählergruppe (EUW) und der SPD. Er will im März 2020 die Kommunalwahl gewinnen.

Höhenrain – Das gab es noch nie in der Gemeinde Berg: Drei Parteien legen sich gemeinsam auf einen Bürgermeisterkandidaten fest. Rupert Steigenberger (52), langjähriger Gemeinderat und Bauingenieur im Staatsdienst, geht bei der Kommunalwahl für seine eigene Gruppierung, die BürgerGruppe (BG), aber auch für die Einigkeit Unabhängige Wählergruppe (EUW) und die SPD an den Start. Das verkündeten gestern Früh die Vorsitzenden aller drei Parteien in Höhenrain – nach vielen Gesprächen, Treffen, Überzeugungsarbeit und Vorstandsbeschlüsse in allen drei Gruppierungen.

Steigenberger ist in Berg aufgewachsen, verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und arbeitet in München im Staatlichen Bauamt I. Er ist seit 1996 für die BG im Gemeinderat und war sechs Jahre lang Dritter Bürgermeister. Dass er sich nun zur Kandidatur entschlossen habe, liege mit an der SPD. „Die SPD hat mich angesprochen – ich finde toll, dass Engagement auch von dieser Seite gewürdigt wird.“

Für ihn sei wichtig, dass im Berger Gemeinderat weiterhin so gut fraktionsübergreifend und sachorientiert gearbeitet werde. „Das ist eine der wichtigsten Qualitäten, die wir im Gemeinderat haben“, sagte er. Nur so habe sich der Windpark realisieren lassen und nur so könnten die anstehenden Projekte wie Rathausneubau, neues Feuerwehrhaus für Höhenrain und der Erhalt der Infrastruktur erfolgreich sein.

„Nicht die Partei, der Sachverstand zählt“

Bei einer Bürgermeisterwahl zählt nicht die Partei, sondern der Sachverstand“, sagte SPD-Chef Bernhard von Rosenbladt. Steigenberger habe Verwaltungserfahrung. Er sei als Baufachmann der Richtige für die anstehenden Projekte wie Rathaus und Wohnzentrum Osterfeld. „Wir sind das Bündnis derer, die nicht zufrieden sind mit den jetzigen Kandidaten“, sagte er. Die jetzigen Kandidaten sind Elke Link (QUH), Anke Sokolowski (FDP) und Robert Schmid (CSU).

Für EUW-Vorstand August Buchberger zählt bei Steigenberger die Erfahrung in Gemeinderat und Verwaltung, seine soziale und fachliche Kompetenz und die Tatsache, dass er ein langjähriger Weggefährte von Rathauschef Rupert Monn sei. „Du wirst unseren 100-prozentigen Rückhalt haben, wir sind stolz, dass du das machst“, sagte er.

BG-Chef Wolfgang Reiser unterstrich, dass Steigenberger mit den drei Parteien bereits von einer breiten Mehrheit getragen sei. „BG und EUW kommen eher aus der schwarzen Ecke und die SPD eher aus der roten“, aber das gehe in einer Gemeinde, in der nach Überzeugung und nicht nach Fraktioszwang entschieden werde.

Zunächst hatten BG und EWU auf Tobias Völkl als Kandidat gehofft (wir berichteten). Auch er hätte auf die Unterstützung der SPD zählen können. Völkl konnte jedoch keine Nachfolge für seinen Schreinerbetrieb finden. „Es tut mir sehr leid, dass ich das nicht umsetzen konnte“, sagte er. „Ich bin sehr glücklich, dass sich Rupert Steigenberger zur Kandidatur entschieden hat.“

„Ein historisches Zusammentreffen“ nannte Bürgermeister Monn die Versammlung gestern früh um 8 Uhr in seinem Wohnzimmer. In Anlehnung an das Wolfratshauser Frühstück 2002, als Angela Merkel Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur überließ, sprach er vom „Höhenrainer Frühstück“ – dieser Vergleich sei seiner Frau eingefallen. Dass es nun Steigenberger und nicht Völkl sei, bewertete er so: „Wir sind in der glücklichen Lage, wählen zu können.“ Er sei ein Kandidat, der die Chance auf eine große Mehrheit habe und Berg in eine gute Zukunft führen könne.

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