Das Landschulheim in Kempfenhausen hat externe Schüler aus der Region und Internatsschüler. Der Abrechnungsmodus für die externen Schüler hat sich geändert, deshalb muss der Kreis Geld nachzahlen und künftig mehr für die Schule einplanen.
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Das Landschulheim in Kempfenhausen hat externe Schüler aus der Region und Internatsschüler. Der Abrechnungsmodus für die externen Schüler hat sich geändert, deshalb muss der Kreis Geld nachzahlen und künftig mehr für die Schule einplanen.

Landkreis muss mehr zahlen

Unterhalt des Landschulheims Kempfenhausen wird deutlich teurer

Der Unterhalt des Landschulheims Kempfenhausen wird in Zukunft deutlich teurer. Künftig muss der Landkreis 300 000 Euro jährlich mehr als bisher zahlen. Dazu kommen 1,5 Millionen Euro Nachzahlung für die vergangenen Jahre.

Landkreis/Kempfenhausen – Der Landkreis muss fast 1,5 Millionen Euro an den Zweckverband bayerischer Landschulheime nachzahlen und künftig wohl 300 000 Euro mehr pro Jahr. Für Landrat Stefan Frey kam der Bescheid überraschend, und Kreiskämmerer Stefan Pilgram musste dafür erst einmal Geld suchen. Gefunden hat er es, aber so ganz glücklich ist man im Landratsamt mit der Situation nicht.

Der Zweckverband unterhält vier Landschulheime: Kempfenhausen und Ising am Chiemsee im Süden, Wiesentheid und Schloss Gaibach im Norden. 85 Prozent der Kosten trägt der Freistaat, der Rest wird nach Schülerzahlen auf die vier Landkreise mit Landschulheim umgelegt. Die Abrechnung erfolgt ähnlich der beim heimischen Stromvertrag: Man zahlt einen Abschlag, einmal im Jahr wird genau abgerechnet. Letzteres hat offenbar nicht so ganz geklappt, sonst wären keine Nachzahlungen für fünf Jahre aufgelaufen. Die Nachzahlungen sind nicht für alle Jahre gleich, für 2015 sind es weniger als 20 000 Euro, für 2017 hingegen fast 600 000 Euro.

Pilgram kann sich nur auf den Bescheid stützen, der ihm für die Jahre 2015 bis 2020 eine Nachzahlung von 1,45 Millionen Euro auferlegt. Dass bei den Abrechnungen Nachzahlungen herauskommen, sei normal – mit der Höhe hatte im Kreis allerdings niemand gerechnet. Pilgram hat vorsorglich die Ansätze in den nächsten Jahren um je 300 000 Euro angehoben. Das Geld für die Nachzahlung nimmt er aus unerwartet höheren Schlüsselzuweisungen vom Staat und aus Mehreinnahmen bei der Grundsicherung, für die der Kreis mehr erstattet bekam als gedacht. Der Kreistag hat diesem Vorgehen zugestimmt.

Muss der Kreis nachzahlen, muss auch der Freistaat mehr zuschießen? Nein, heißt es aus Innen- und Kultusministerium. 2019 und 2020 habe der Freistaat immer fast dieselbe Summe zugeschossen, nämlich 26,1 und 26,7 Millionen Euro.

Der Zweckverband erklärte auf Anfrage des Starnberger Merkur, es sei eine reine Abrechnungsfrage. In den vergangenen Jahren sei die Definition von „Externschüler“ – auf deren Zahl beruht die Abrechnung für die Landkreise – umstritten gewesen. Nach einer Satzungsänderung sei das nun geklärt, und zudem sei der Stichtag für die Berechnung neu festgelegt worden. Das habe zu den neuen Bescheiden geführt. Der Landkreis Starnberg zahlt übrigens für 566 Schüler, die höchste Zahl aller beteiligten Landkreise.

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