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Segen für ein erneuertes Kreuz: Pfarrer Piotr Wandachowicz erbittet Gottes Segen. Erich und Anneliese Meier, Freunde und Nachbarn waren bei der kurzen Andacht an der Wadlhauser Straße bei Mörlbach dabei.

Kreuzsegnung

Ein Marterl für Markus

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Seit mehr als zwei Jahrhunderten steht an der Straße von Bachhausen nach Icking ein Kreuz. Wer es einst aufgestellt hat, ist unbekannt. Seit Dienstagabend hat es eine neue Bestimmung: Es erinnert an Markus Meier aus Mörlbach, der nur 24 Jahre alt geworden ist.

Mörlbach – Es war gewissermaßen ein Vermächtnis, das die Familie Meier am Dienstagabend am Waldrand bei Mörlbach erfüllt hat. Die Meiers, Freunde, Nachbarn und Aufkirchens Pfarrer Piotr Wandachowicz – sie alle trafen sich, um an der Stelle, wo jahrhundertelang ein Kreuz stand, wieder ein Kreuz zu errichten, den Segen Gottes zu erbitten und damit einen Wunsch von Markus Meier zu erfüllen.

Der junge Mann aus Mörlbach, der 2011 im Alter von 24 Jahren seinem Krebsleiden erlag, wollte sich zusammen mit seinem Vater um die Renovierung des Kreuzes kümmern. Doch er hat es nicht mehr geschafft. Jetzt erinnert das Kreuz auch an Markus.

„Ich kannte das Kreuz schon so lange, wie ich denken kann“, sagt Markus’ Vater Erich Meier. 2006 habe er bemerkt, dass es verschwunden war. Und 2009 hat er sich auf die Suche gemacht: „Es war umgefallen und lag morsch und marode am Boden. Da waren schon Buchen und Gras drüber gewachsen.“ Im Jahr zuvor war sein Sohn an Krebs erkrankt. „Es war unser beider Anliegen, das Kreuz wieder herzurichten.“ Aber die Krankheit war zu schwer, die beiden haben es nicht mehr gemeinsam geschafft. Am 14. Juni 2011 starb Markus. „Ich habe ihm versprochen, unser Anliegen zu Ende zu bringen“, erzählt sein Vater.

Das hat Erich Meier nun getan. Eine Renovierung des alten Kreuzes war nicht mehr möglich, das Holz war zu sehr angegriffen. Auch das schützende Blech war durchgerostet. So hat er vergangenes Jahr aus Eiche ein neues machen lassen. Mit einem Corpus Christi und mit einem Platz für die Madonna, die auch auf dem alten Kreuz befestigt war. „Das ist eine Madonna von Lourdes, das steht drauf“, sagt Erich Meier. Der Eigentümer des Grundstücks, wo das Kreuz lange stand, war mit der Errichtung des Ersatzes einverstanden.

Meier hat versucht, die Geschichte des Marterls zu ergründen. „Ich habe überall recherchiert, in der Pfarrei, im Ordinariat und in der Bayerischen Vermessungsverwaltung in München“, berichtet er. Fündig wurde er im Internet: „Auf dem Urkataster von 1808, der ältesten datierten Karte aus der Gegend, ist das Kreuz schon eingezeichnet.“ Das bedeutet, dass die Geschichte des Kreuzes mehr als 200 Jahre zurückliegt. Wer es aus welchem Grund aufstellen ließ, hat Meier nicht mehr herausgefunden.

In jedem Fall blieb die Erinnerung lebendig. Denn die Marien-Erscheinungen in Lourdes waren 1858 – wenn das Kreuz vor 1808 schon da war, wurde es später um die Lourdes-Madonna erweitert. Auch Markus hat in Lourdes gebetet, berichtet sein Vater. Sein Tod ist furchtbar und nicht zu verwinden für seine Familie. „Markus hat am selben Tag Geburtstag wie unsere Tochter“, sagt Mutter Anneliese Meier.

Die Andacht am Dienstagabend war feierlich, tröstlich und entspannt. Pfarrer Wandachowicz fand die passenden Worte. Danach luden die Meiers alle auf ein Glas Sekt ein. In Gedenken an Markus.

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