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Ein grüner Busch gegen den Milbenbefall: Renate Zankl hängt im Sommer Farn in den Hühnerstall. Dessen Duft hält Schädlinge wie Milben und Blutläuse fern, das hat schon ihre Großmutter gewusst.

Tierhaltung

Farn für gepflegte Hühner

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Fipronil kommt bei den Geflügelhaltern im Landkreis Starnberg nicht zum Einsatz. Deshalb hat der jüngste Eierskandal ganz andere Auswirkungen: Er steigert das Geschäft.

Landkreis – Fipronil? Nein, das nutzt auf dem Demeter-Biohof der Friedingers in Farchach natürlich niemand. Elke Friedinger hat ganz andere Probleme rund um den neuen Eierskandal: „Wir kommen der Nachfrage nach Eiern nicht hinterher“, sagt die Landwirtin. Der Biohühnerstall auf dem Löfflerhof der Friedingers ist auf 600 Tiere ausgerichtet. Derzeit leben dort nur 240 Hühner und Hähne. Die legen etwa 120 bis 130 Eier am Tag. Es könnten mehr sein, finden die Kunden. „Wir liefern zur Naturkostinsel nach Starnberg, und die Kunden melden sich direkt bei uns, dass sie nur noch von uns die Eier haben wollen.“ Doch so viel gebe es gerade nicht.

Der Ertrag wird gegen Ende August wieder größer. „Am 18. August kommen neue Hühner, Lohmann braun und erstmals die Sorte Domäne silber“, berichtet Elke Friedinger. Dann rechnet sie mit 450 bis 500 Eiern pro Tag.

Schädlinge wie Blutläuse und Milben, durch deren Bekämpfung das gesundheitsgefährdende Insektizid Fipronil in Eier gelangte, gibt es auch ab und zu auf dem Löfflerhof. „Die Hennen haben von Haus aus Milben“, sagt Elke Friedinger. „Und bei diesen Temperaturen freut sich die Milbe.“ Demeter macht aber genaue Vorgaben, welche Desinfektionsmittel genutzt werden dürfen. Daran halten sich die Friedingers penibel. „Man muss bei den jährlichen Kontrollen alles offen legen.“

Renate Zankl ist in Rottenried bei Gilching Herrin über 900 Hühner. Sie betreibt Bodenhaltung, die Kennzeichnungsnummer der Eier ihrer Hühner beginnt mit einer 2. Insektizide oder andere Desinfektionsmittel habe sie bisher nicht gebraucht, sagt die Bäuerin. Nicht einmal gegen die Milben. Denn Renate Zankl macht im Hühnerstall das, was ihre Großmutter schon gemacht hat: Sie hängt Farn aus dem Wald in den Stall. „Dann verschwinden alle Milben, da brauche ich keine Chemie.“ Auch die Blutläuse mögen den Farn nicht, ist ihre Erfahrung. „Das haut super hin.“ Von den Blättern ströme ein Duft aus, den die Schädlinge nicht mögen. „Der Farn muss aber frisch sein“, sagt Renate Zankl. „Wenn er trocken wird, ersetze ich ihn.“ Der Bäuerin ist das viel lieber als Insektizide: „Ich würde selber keine Eier essen, die mit Gift behandelt wurden. Und was ich selber nicht mag, verkaufe ich nicht.“

Die 900 Hühner der Zankls produzieren täglich 800 Eier. Das ist eine Menge, die nur über den Eierautomaten in Gilching und ab Hof verkauft werden. Dass so viele Eier weggehen, ist ein Zeichen für das Vertrauen der Kundschaft. Die Eier, die übrig bleiben, verarbeitet Renate Zankl zu Nudeln, die es auch am Hof zu kaufen gibt.

Was die Landwirtin an dem jüngsten Eierskandal besonders ärgert, ist, dass sich die Hühnerhalter auf die Sicherheit des Insektizids verlassen haben. „Wir nutzen ein Desinfektionsmittel für unsere Schweinezucht. Darauf muss ich mich auch verlassen können.“

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