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Schülersprecher Joshua Grasmüller (r.) erklärt den Gemeinderäten (v.l.) Andreas Hlavaty, Sissi Fuchsenberger und Ludwig Haseneder die Pläne für die Neuordnung der Zufahrt zum Landschulheim.

Landschulheim Kempfenhausen

Schüler überzeugen Politiker - neue Busbucht kommt

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Die Zufahrt und die Parkplatzsituation am Landschulheim Kempfenhausen soll nächstes Jahr neu geordnet werden. Bergs Gemeinderat hat die erforderlichen 300 000 Euro am Dienstagabend freigegeben.

Kempfenhausen – Joshua Grasmüller war schon vor der Sitzung des Berger Gemeinderats am Dienstagabend zuversichtlich. Eine gute Stunde später strahlte der 16 Jahre alte Schülersprecher des Landschulheims Kempfenhausen übers ganze Gesicht: „Ich bin glücklich und sehr zufrieden.“ Ohne Aussprache und ohne Gegenstimme hatte der Gemeinderat zuvor 300 000 Euro freigegeben, um die Zufahrt und die Parkplatzsituation am Landschulheim neu zu ordnen – und eine potenzielle Gefahrenstelle damit zu entschärfen. Ein Vorhaben, für das Grasmüller und die Schülermitverwaltung lange gekämpft haben.

Die Planung sieht vor, an der Münchner Straße eine neue Busbucht zu errichten, an der hintereinander zwei Busse halten können, die aus Richtung Percha zum Landschulheim fahren. Dort sollen die Schüler morgens vor Schulbeginn gefahrlos aussteigen können und über einen barrierefreien Weg zum Schulgebäude gelangen. Für die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, gibt es eine eigene Auslasszone, neudeutsch auch „Drop-off-Zone“ genannt. Sie schließt sich an die Busbucht an.

Damit es beim Ein- und Ausfahren aus und in die verschiedenen Richtungen künftig keine Komplikationen mehr gibt, soll der bestehende Weg auf dem Gelände des Landschulheims für Autofahrer nur noch in Richtung Buzentaurweg zu befahren sein. Kleiner Wermutstropfen: Durch den Umbau werden etwa 15 Stellplätze für Schüler wegfallen. Damit können Gemeinde und Schulleitung allerdings leben. Für den Zweckverband stehe die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln an erster Stelle, sagte Bürgermeister Rupert Monn. „Und seit Einführung des G8 sind bei weitem nicht mehr so viele Plätze belegt wie früher.“ Was sich beim G9 freilich wieder ändern könne.

300 000 Euro sind für die Umsetzung der Pläne veranschlagt. Monn und der Gemeinderat hoffen auf staatliche Förderung – und auf Unterstützung aus dem Landschulheim. Die Schüler wollen ihr Scherflein beitragen. „Eine vierstellige Summe haben wir schon“, sagte Grasmüller nach der Sitzung dem Starnberger Merkur. Auch am Weihnachtsbasar soll für „das Projekt Bushaltstelle“ gesammelt werden.

Dem 16-Jährigen hat die Entwicklung der vergangenen Monate imponiert. Erste Überlegungen für eine Neuordnung der Situation am Landschulheim sind nämlich schon zehn Jahre alt, frischen Schwung haben sie aber erst durch eine Petition der SMV erhalten. „Wenn man hartnäckig ist, kann man auch harte Nüsse knacken“, gab Grasmüller eine seiner Erfahrungen wieder. Die zwei anderen lauten: „Man kann auch als einzelner Schüler etwas erreichen. Und Politiker sind Menschen, mit denen man reden kann.“ Ein Lob, das Bürgermeister Monn zurückgab. Er bedankte sich ausdrücklich bei Grasmüller für dessen Engagement.

Der 16-Jährige hat spätestens jetzt Blut geleckt, was seine Zukunft anbelangt. Er spekuliert auf den Posten des Landesschülersprechers. „Und nach dem Abi will ich auf jeden Fall etwas mit Politik machen, am liebsten in der Landespolitik oder der Bundespolitik.“

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