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Am Samstag erst hatten die Berger Burschen ihren Maibaum ins Dorf geholt.
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Mit Musikbegleitung brachten die Höhenrainer Burschen den gestohlenen Maibaum in ihr Dorf.
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Den Zaun beim Wachhäusl in Berg zersägten die Maibaumdiebe.

„Bairische Tradition missachtet“

Schneise der Zerstörung bei Maibaumklau sorgt für Unmut: „Wir sind schon stinkig“

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Ein Maibaumklau mit Folgen. Die Höhenrainer Burschen haben sich mit dem, was sie sich Sonntagmorgen geleistet haben, den Tadel der Brauchtumsbewahrer zugezogen.

Am Samstag erst hatten die Berger Burschen ihren Maibaum ins Dorf geholt.
  • Beim Maibaumklau hinterließen die Höhenrainer Burschen eine Menge Schaden.
  • Die Berger sind wütend über die missachtung der bayerischen Tradition.
  • Die Höhenrainer geben sich kleinlaut.

Höhenrain/Berg Gerade hatten sich die Höhenrainer Burschen ihren neuen Maibaum aus dem Wald ins Dorf geholt – das war am Samstag. Keine 24 Stunden später waren sie im Besitz eines weiteren Baumes. Der war auch erst am Samstag zur finalen Bearbeitung in seine Wachhütte transportiert worden, allerdings in Berg. Das war den Höhenrainer Spähern nicht entgangen. 

Video: Geschichte, Tradition und Brauchtum des Maibaums

Maibaumklau: Höhenrainer Burschen hinterlassen viel Schaden: „Wir sind schon stinkig“

Als sie am Sonntag um 8 Uhr sahen, dass die Berger Maibaumwache abzog, hielt es sie nicht länger auf ihrem Beobachtungsposten. Kaum 20 Minuten später kamen sie mit einem Unimog samt Seilwinde zurück, befestigten das Seil an der Spitze des Berger Maibaum und zogen den Stamm aus der Hütte und über die Straße hinter das Berger Ortsschild auf ein Feld. Damit war der Baum nicht mehr im Zugriffsbereich der Berger Burschen und galt als geklaut. Weitere 20 Minuten später kam Bergs Oberbursch Michael Stadler zur Hütte, er sah die Bescherung – ein mittleres Chaos: Der Zaun des Grundstücks zersägt, Unterstellböcke kaputt und deutliche Flurschäden.

Mit Musikbegleitung brachten die Höhenrainer Burschen den gestohlenen Maibaum in ihr Dorf.

„Wir müssen respektieren, dass unser Baum geklaut wurde“, sagte Stadler gegenüber unserer Zeitung. „Aber wir sind schon stinkig, dass die Höhenrainer die bairische Tradition missachtet haben“, erklärte der Oberbursch. Üblich sei es, mit der Muskelkraft von 40 bis 50 Burschen das Objekt der Begierde aus dem Versteck zu holen und mit einem geeigneten Fahrzeug abzutransportieren. Stadler: „Wenn das fünf Leute machen mit einem Unimog und einer Seilwinde, das ist unschick und hat mit traditionellem Maibaumklau nichts zu tun.“

Höhenrainer Burschen kleinlaut: „Wir wollen kein böses“

Die Hintergründe des Maibaumdiebstahls verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Die Höhenrainer ernteten reichlich Schelte. Oberbursch Markus Buchner gab sich eher kleinlaut. „Ich war nicht dabei und habe mit den Kameraden, die den Baum geklaut haben, noch nicht sprechen können“, warb er um Verständnis, noch keinen Kommentar abgeben zu wollen. Allerdings muss ihm wohl zu Ohren gekommen sein, dass seine Burschen bei der Aktion nicht allzu zimperlich umgegangen sein müssen. Ohne erst darauf angesprochen zu sein, versprach er: „Wir werden alle Schäden beseitigen, den Zaun und die Unterstellböcke herrichten und den Baum so wieder ablegen, wie wir ihn vorgefunden haben.“ Buchner bekräftigte: „Wir wollen kein böses Blut, schließlich sind wir Nachbarn und möchten das Verhältnis nicht trüben.“

Den Zaun beim Wachhäusl in Berg zersägten die Maibaumdiebe.

Rubriklistenbild: © Foto: Burschenschaft Berg

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