Wird honoriert: Mit der Anlage von Blühwiesen im innerstädtischen Bereich können teilnehmende Kommunen Pluspunkte sammeln.
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Zu wenig Blühwiesen gibt es nach Ansicht der Grünen in Berg (Symbolbild).

Gemeinderat

Mehr Blüten für Berg: Grünen-Antrag sorgt für Diskussionen

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Gemeinde Berg will möglichst alle Grünflächen ökologisch nachhaltig gestalten. Ein Antrag der Grünen sorgte für eine Diskussion.

Berg – Im Grunde sind sich alle einig: Insekten brauchen einen Lebensraum, und die Gemeinde Berg sollte möglichst einen Beitrag dazu leisten. Ein Antrag der Grünen-Fraktion im Berger Gemeinderat wurde mit 14:2 Stimmen mehrheitlich verabschiedet. Doch die Diskussion zuvor zeigte, dass die Meinungen darüber, wie viel man für Biene & Co. tun kann, auseinander gehen. Die bisher sehr friedliche und konstruktive Stimmung im Berger Gemeinderat litt am Dienstag im Saal der „Post“ deshalb ein wenig.

Die Grünen hatten ihren Antrag im Juli gestellt. Unter anderem mit der Begründung, dass die Gemeinde eine Vorbildfunktion zu erfüllen habe. Durch die Neufassung des Naturschutzgesetzes als Folge des Bienen-Volksbegehrens seien die Bauern durchaus gefordert, sagte Grünen-Gemeinderätin Verena Machnik. „Wenn das Gesetz von den Landwirten so viel verlangt, muss die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen“, fand sie. In Münsing, Icking und Starnberg laufe es viel besser als in Berg. „Um uns herum blüht alles mehr.“

Konkret forderten die Grünen, dass die Grünflächen an und zwischen Gemeindestraßen sowie an Rad- und Fußwegen unter dem Gesichtspunkt der Artenvielfalt mit Blühpflanzen um- oder neugestaltet werden sollen. Auch die Staats- und Kreisstraßen sollen einbezogen werden, dazu soll die Gemeinde Gespräche mit den zuständigen Behörden führen. Und es solle geprüft werden, wo eine Obstbaumallee möglich wäre.

Der Gemeinderat votierte mehrheitlich für den Antrag, Kritik wurde aber laut. Bürgermeister Rupert Steigenberger hätte den Antrag gerne konkreter gehabt, um der Verwaltung unnötige Arbeit zu ersparen. „Pragmatisch wäre anzuschauen, welche Flächen zur Verfügung stehen.“ Denn umgehend seien Maßnahmen nur auf kommunalen Grundstücken zu erledigen. „Mit Privatleuten müssen wir erst verhandeln, ob wir einen Baum pflanzen dürfen.“

A propos Baum: Michael Friedinger (BG) erinnerte daran, dass „Berg summt“-Initiator Heinrich Will vor Jahren bereits Obstbäume für die Bienen gepflanzt habe. Auch CSU-Fraktionschef Andreas Hlavaty wirkte leicht angesäuert. „Es ist ja nicht so, dass bis jetzt nichts passiert wäre“, sagte er. Das Beispiel Haar, das die Grünen anführten, 2018 folgte der Gemeinderat einem Antrag der Initiative „Berg summt“, der auch die jetzige Grünen-Rätin Katrin Stefferl-Wuppermann angehört, und beschloss, einige kommunalen Flächen naturnah zu bewirtschaften. Wo die liegen, zählte Bauhofleiter Harald Born auf. Er berichtete vom Grünflächenmanagement der Gemeinde. Was wiederum Harald Kalinke (QUH) zu der Frage veranlasste, ob der Bauhof für die naturnahe Bewirtschaftung das geeignete Gerät habe. „Nein, nicht für alles“, so Born.

Stefferl unterstrich, dass man mit dem Antrag nicht unterstellen wollte, der Bauhof arbeite zu wenig. Kalinke, der den Grünen-Antrag unterstützte, ist der Ansicht, dass die Arbeit durch die naturnahe Bewirtschaftung sogar mehr werde, „wenn man es richtig macht“. Die Verwaltung will sich nun Experten suchen, die sie in Sachen Artenvielfalt beraten.

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