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Eine Auwaldmücke kann bis zu zehn Kilometer weit fliegen.

Berger Gemeinderat erwägt Einsatz des Bakteriums Bti

Mückenbekämpfung von Hand, zu Fuß oder per Hubschrauber?

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Die gute Nachricht für alle Mückenstich-Geplagten vorweg: Der Berger Gemeinderat ist einem Einsatz des mückentötenden Bakteriums Bti nicht abgeneigt. Fraglich ist, wie und wo und ob das Bakterium überhaupt zum Einsatz kommen kann.

Höhenrain In anderen Gemeinden im Fünfseenland sind die Verantwortlichen in den Kampf gegen die Mücken gar nicht erst eingestiegen. Die Berger, vor allem die Höhenrainer, die im vergangenen Jahr mückenmäßig sehr geplagt waren, geben jedoch nicht auf. Nach dem Vortrag des Biologen Matthias Galm im Berger Gemeinderat über bakterielle Mückenbekämpfung gibt es einige Antworten, aber noch mehr Fragen. Klar ist: Laut dem Experten der Mückenbekämpfungsfirma Icybac kann die Mückenflut im Moor zwischen Höhenrain und Allmannshausen mit dem Einsatz des Bakteriums Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) eingedämmt werden. Galm machte deutlich, dass er mit Erfolgen im Moos zwischen Höhenrain und Allmannshausen rechnet. Unklar ist, welches Gebiet eigentlich mückenfrei gemacht werden soll und auf welche Weise.

Zur Wahl stehen laut Galm die Ausbringung des Bacillus per Hubschrauber als Pulver oder im Eis, per Rückenspritze als Flüssigkeit oder von Hand, indem mit Bti versetzter Sand in Tümpel geworfen wird. Für Rathauschef Rupert Monn kommt ein Hubschrauber nicht in Frage. Für Wolfgang Reiser (BG) geht es angesichts der Größe des Gebiets nur mit dem Hubschrauber.

Aber von welchem Gebiet ist eigentlich die Rede? Das ganze Moor zwischen Weipertshausen, Allmannshausen und Höhenrain? Im Gemeinderat schwankten die Größenangaben zwischen zehn und 200 Hektar. Monn konkretisierte gestern auf Anfrage: „Wir reden von mindestens 150 Hektar in einem weitläufigen und unzugänglichen Gebiet.“ Es sei Moorgebiet, da bleibe das Wasser stehen, sagte er am Dienstag. „Wir sollten realistisch sein, mit der Buckelspritze in dem Gebiet von zig Hektar von Tümpel zu Tümpel – da haben wir mit der Hand keine Chance.“ Galm widersprach: „Das ist mein täglich Brot.“ Allerdings wollte er sich nicht festlegen, wie viel er für Bti auf zum Beispiel 500 Hektar verlangen würde. Peter Sewald (EUW) erinnerte daran, dass es sich bei dem Areal um ein Hochmoor handelt, wo einst Torf gestochen wurde und das nun renaturiert sei. „Das ist ein dicker, mooriger Wald, vollgesogen wie ein Schwamm“, sagte Andreas Hlavaty (CSU).

Um eine Genehmigung für den Bti-Einsatz bei der Regierung von Oberbayern zu erhalten, muss die Gemeinde das fragliche Gebiet kartieren und ein Monitoring machen – also feststellen, welche Mückenarten vorkommen.

Rathauschef Monn schlug vor, vorher mit Galm eine Begehung des Moors zu machen, und lud den Gemeinderat ein mitzugehen. „Ich sehe nicht ein, dass wir ins Blaue hinein einige tausend Euro für die Kartierung ausgeben sollten.“ Werner Streitberger (SPD) regte ahn, sich schon vorher um die Genehmigung zu bemühen. „Sonst nutzt es uns ja nichts.“

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