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Drei Daumen nach oben: Petra Lidl, Zehra Askar und Bettina Borgetto (v.l.) gehen als Quereinsteigerinnen ihren Weg bei der Freiwilligen Feuerwehr Berg. Die erste Prüfung haben alle drei Frauen gemeistert.

Neue Feuerwehrlerinnen

Drei Engel für Berg

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Berg – Frauen bei der Feuerwehr sind noch eher selten. Die Berger Freiwillige Feuerwehr freut sich über gleich drei Quereinsteigerinnen, die das Team verstärken – und einige Ambitionen haben.

Den klassischen Weg sind die drei Neuen bei der Freiwilligen Feuerwehr Berg sicher nicht gegangen. Aber das ist ihnen egal. Petra Lidl, Zehra Askar und Bettina Borgetto haben am Donnerstag den ersten Schritt gemeistert und die Leistungsprüfung Löschgruppe bestanden. Die Berger Feuerwehrler haben 36 aktive Männer und 14 Frauen. Das neue Trio besteht aus Quereinsteigerinnen, die mitten im Leben stehen. „Feuerwehr fand ich schon immer toll“, sagt Borgetto. „Aber ich hatte geadacht, da muss man von der Jugend an dabei gewesen sein.“ Muss man nicht – wie ihr ein befreundeter Feuerwehrmann aus Kempfenhausen erzählte. Daraufhin habe ihr Mann mit einem Engagement geliebäugelt – schaffte es aber nicht, weil er beruflich viel unterwegs ist. 

Die drei Frauen bereiteten sich intensiv vor: "Das macht Lust auf mehr"

Teamarbeit: Petra Lidl und Bettina Borgetto (v.l.) mussten sich bei der Leistungsprüfung am Schlauch beweisen. Im Hintergrund stoppt ein Prüfer die Zeit.

Die 46-jährige Designerin hingegen hatte noch Kapazitäten und ist nun seit Dezember 2015 dabei. „Ich wollte in meiner Freizeit etwas Sinnvolles machen und etwas für die Gemeinschaft beitragen.“ Den Schritt zur Berger Feuerwehr überraschte einige Menschen in ihrem Umfeld. „Ich selbst war dann erstaunt, wie positiv alle bei der Feuerwehr sind. Ich als blutiger Anfänger, alle quasi mit Meistertitel.“ Von Animositäten ist aber keine Spur. Auf die erste Prüfung am Donnerstag, die Leistungsprüfung Löschgruppe, mussten sich die Neulinge zehn Tage intensiv vorbereiten. „Danach hat man einen ganz anderen Einblick. Das macht neugierig auf mehr“, sagt Borgetto. „Ich bin da, wo man mich brauchen kann. Mal sehen, wohin mein Weg geht.“ 

Quasi keine andere Wahl hatte Petra Lidl. Ihr Vater, ihr Bruder, ihr Mann, ihre Kinder – alle sind sie bei der Berger Feuerwehr. Als Mädchen wollte die heute 41-Jährige auch unbedingt zu Feuerwehr. „Damals hat man keine Mädchen genommen“, sagt die Bürofachkraft. „Dann baut man sich einen Beruf auf.“ Jetzt seien ihre drei Kinder groß genug, Lidl kann abends zur Feuerwehr. Einen Vorteil hat sie zudem: Sie arbeitet im Familienunternehmen, einer Bäckerei vor Ort. Dadurch ist sie bei Einsätzen flexibel. Ihr Ziel: „Atemschutzträgerin. Mein Hobby ist Tauchen, das passt vielleicht zusammen und interessiert mich.“ Auch Zehra Askar möchte Atemschutzträgerin werden. Die 39-Jährige ist seit über einem Jahr bei der Berger Feuerwehr. 

Quereinstieg bei Feuerwehr möglich? "Man kann hier einfach mitmachen"

Eigentlich hat sie genügend zu tun. Nebenbei betreibt sie ein fahrbares Flammkuchengeschäft und ist im Asylhelferkreis tätig. „Ich kann leider nicht überall helfen – aber vor meiner Tür.“ Sie schrieb eine E-Mail an die Berger Feuerwehr. Nach zwei, drei Monaten ohne Antwort ging Askar hin: „Man kann hier einfach mitmachen. Die Leute sind sehr gut drauf, man hilft sich gegenseitig.“ Das ist auch nötig: „Als Frau hat man immer Extra-Fragen. Aber die werden mit viel Geduld beantwortet.“ Mit der erfolgreichen Prüfung hat Askar Stufe eins von sechs erklommen – und denkt gar nicht daran, jetzt aufzuhören.

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