Neu formiert: Dr. Andreas Ammer (v.l.), Harald Kalinke (Zeichnung, weil nicht anwesend), Andre Weinbrecht, Elke und Ralf Grundmann sowie Elke Link. Foto: Stefan Schuhbauer-von Jena

Wählergemeinschaft QUH

Kandidatur elegant übergangen

Meinungsunterschiede dämpfen gute Stimmung bei der Jahresversamlung der Berger QUH nicht. Elke Link folgt Joachim Kaske im Vorsitz.

Berg Elke Link ist einstimmig zur neuen Vorsitzenden der Berger Wählergemeinschaft QUH gewählt worden. Sie ist Nachfolgerin von Dr. Joachim Kaske. Stellvertretender Vorsitzender wurde Harald „Boller“ Kalinke, Schriftführer André Weibrecht, Schatzmeister Ralf Grundmann, Kassenprüfer Ute Pröttel.

Bei der Versammlung im Café Frühtau am Donnerstagabend war auch recht klar zu erkennen, dass die Mitglieder Elke Link für die Kommunalwahl 2020 auch gern wieder – wie schon 2006 und 2012 – als Bürgermeisterkandidatin hätten. Doch dazu gab es an diesem Abend noch keinen Beschluss. Elke Link, die zurzeit dritte Bürgermeisterin ist, scheint dafür zwar durchaus aufgeschlossen zu sein, überging das Thema aber elegant, als sie über etliche lokale Themen sprach. Kaske sagte aber recht deutlich, es sei sinnvoll, wenn Bürgermeisterkandidatur und Parteivorsitz in einer Hand seien. Und als es um den Rathaus-Neubau ging, bemerkte Gemeinderat Dr. Andreas Ammer: „Diese Aufgabe könnte der neuen Bürgermeisterin vorbehalten sein.“

Die Stimmung bei der QUH war an diesem Abend prächtig. Es gab viel zu lachen, die Gruppe wirkte wie ein großer Freundeskreis. Unterschiedliche Meinungen sind dennoch möglich, wie sich ebenso zeigte. Beispiel zunehmende Verdichtung beim Bauen: Während sich dazu mehrere Redner teils sehr kritisch äußerten und „Maßlosigkeit“ mancher Bauwerber anprangerten, sprach sich Gemeinderätin Elke Grundmann für Verdichtung aus: „Wir wollen ja auch, dass unsere Kinder wieder hierher ziehen können.“ Elke Link plädierte schließlich „für ortsteilverträgliche, maßvolle Innenverdichtung“.

Differenziert beurteilt wurde auch das Thema Elektromobilität. Andreas Ramstetter berichtetet, er habe sein E-Auto wieder verkauft – zum einen wegen geringer Reichweite, zum anderen, weil er „Ewigkeiten zum Aufladen gebraucht“ habe. Kritisiert wurde auch, dass die Energie für „Supercharger“ großenteils aus Kernkraftwerken in Frankreich oder Tschechien komme. Ute Pröttel meinte, die Gemeinde müsse hier Lösungen finden.

Ammer bedauerte, dass die QUH vor einiger Zeit mit der Forderung nach Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung in Berg gescheitert ist. Nach den Erfahrungen in Starnberg hatte sie ihren Antrag zurückgezogen. Die Beiträge brächten „die Leute zum Teil an den Rand des Ruins“, kritisierte Ammer. Sehr stolz sei man in der QUH dagegen, was Fortschritte auf dem Weg zum ersehnten Seeabstieg betrifft.

Die erst seit neun Jahren bestehende Gruppe, die vier Gemeinderatsmandate hat, gibt sich auch sonst recht selbstbewusst. Bei den meisten der von ihr für den kommunalen Haushalt beantragten Punkte fühlt sie sich auf der Erfolgsstraße, so auch bei einer Erhöhung der Jugend- und Kulturzuschüsse oder bei Aktionen für und mit Berger Betrieben. „Wir werden wohl eine Arbeitsgruppe mit Gemeinderats-Mitgliedern und Firmen gründen“, kündigte Elke Link an. Ammer sagte sogar: „Die QUH-Anträge waren die einzigen, die durchgingen.“

Verwunderung war bei der Versammlung zum Thema Windräder zu hören: Friedrich Jacob berichtete nämlich erstaunt, dass keine aktuellen Daten über die Anlage zu bekommen seien. Nachdem das Thema erst „gepuscht“ worden sei, herrsche nun „plötzlich Schweigen im Walde“. nz

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