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Star des Abends: Heribert Muser leitete das Gymnasium in Kempfenhausen ein Vierteljahrhundert lang. Kein Wunder, dass er ein begehrter Gesprächspartner ist.

Ehemaligentreffen

Nostalgische Zeitreise am Gymnasium Kempfenhausen

Klassentreffen sind eine Verjüngungskur. Auf einen Schlag fühlt man sich wie mit 16. „Weißt du noch….?“ und „Das Gesicht kenn‘ ich doch?“ sind die Sätze, die am häufigsten fallen. Und es wird viel gelacht.

Kempfenhausen – Auch im Gymnasium Kempfenhausen, das nun seinen 50. Geburtstag mit einem Ehemaligentreffen feierte. Mittendrin Heribert Muser als umkreister Star des Tages, der ehemalige Direktor, der über 25 Jahre das Gymnasium geleitet hat. Als er auf den Hof fährt, wird gegrölt und geklatscht. Muser hat die Schule maßgeblich geprägt, umstrukturiert und zu dem gemacht, was sie heute als anerkanntes Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlichem und naturwissenschaftlichem Zweig ist. In seine Zeit fallen auch die zahlreichen An- und Neubauten.

Schon eine Stunde nach dem offiziellen Beginn dieses Ehemaligentreffens stehen die Ex-Schüler in Grüppchen im Hof, es ist beste Stimmung und das Wetter hält auch durch. „Die Lage ist prekär, aber nicht unmöglich!“ zitiert Ina Maria Eurich-Feustel lachend einen ihrer Lehrer. Sie ist gerne hier in die Schule gegangen, wie wohl die meisten, die gekommen sind. Mit ihrer Freundin schlendert sie durch die Gänge und schaut sich die Fototafeln an, die das Schulleben der vergangenen 50 Jahre spiegeln mit all den Klassenfahrten, Austauschprogrammen, besonderen Festen und Sportereignissen, mit Seifenkistenrennen und Filmtagen, Weihnachtskonzerten und Theaterausflügen.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Es sind die Highlights eines Schulalltags, die im Gedächtnis bleiben. So wird es auch einmal Margarit Böck und ihrer Freundin gehen, zwei Schülerinnen der 9. Klasse, die durch die Gänge streifen und gerne hier in die Schule gehen, „wegen der Lage am See“.

Schon ihre Mutter Maria Jentzsch-Böck hat hier 1980 Abitur gemacht. Sie schwärmt von einer „sensationellen“ Klassenfahrt nach Rom und erinnert sich am liebsten an den Lehrer, der im Cabrio kam und abends ins „Spinnradl“ gefahren ist, ein Szene-Treff in den 1980ern in Starnberg. Charlotte Weigelt hat 1996 Abitur gemacht. Ihr ist ein Abistreich im Gedächtnis geblieben, als die Tochter eines Bäckers eine ganze Palette Sahnetorten mitgebracht hat, mit denen die Lehrer beworfen wurden. „Es war furchtbar“, sagt sie. Dazu nickt Heike Zellner stumm. Die Lehrerin wirkt immer noch betroffen.

300 Mädchen und drei Buben

Auch Franz Pötzl ist gekommen, frisch pensionierter Englisch- und Französisch-Lehrer, der die Anfänge erlebte, als die Schule vom reinen Mädchengymnasium in ein gemischtes Gymnasium umstrukturiert wurde. Anfangs, so sagt er, seien es gefühlt „300 Mädchen und drei Jungens gewesen“. Ina-Maria Feustel denkt an die ersten Anfänge des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums mit kleinen Klassen von 15 Schülerinnen und Internatsschülern zurück, die am Wochenende zum Segeln auf den See, zum Tanzen ins Undosa, zum Tennis nach Berg gefahren sind. „Wir waren mit Spaß voll ausgelastet. Die Schule war eine angenehme Nebensache“.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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