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Die Perchastraße in der Berger Ortsmitte mit dem 5,5 Meter hohen Gletscherschliff-Felsen könnte nach den Plänen Jochen Kirschners neu gest altet werden. Die grauen Häuser würden neu gebaut, zwischen ihnen könnte eine Art Platz rund um den Ludwigsbrunnen entstehen.

Planungen

So schön könnte Bergs neue Mitte werden

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Geschäfte, Wohnungen, ein Café und ein Ärztehaus: Jochen Kirschner hat große Pläne für die Berger Ortsmitte. Das Novum: Die Bürger können Ideen einbringen – im Internet auf www.neuemitteberg.de.

Berg –Tankstelle, Alte Brauerei, Rewe-Supermarkt: Dieses Stück Perchastraße ist zweifelsfrei das Berger Zentrum. Jochen Kirschner aus Percha gehört das Apotheken-Grundstück in der Berger Ortsmitte. Neue Ideen für Wohnen, Gewerbe und einen Platz dort hat er am Dienstag im Gemeinderat präsentiert. Für sein eigenes Areal und das seiner Nachbarn im Norden und Süden.

Im Moment pulsiert das Leben vor allem auf der Seite der Straße, wo der Rewe ist. Das Areal gegenüber beherbergt ein Naturdenkmal, einen Gletscherschliff, und ist hinter Bäumen und Zäunen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und auch kaum wahrnehmbar. Das würde Kirschner gerne ändern. Er und seine Architektin Marina Kayser-Eichberg haben für sein Grundstück und die beiden Nachbarareale im Süden und Norden einen Plan ausgearbeitet. „Frech überplant“, sagte die Architektin mit einem Lächeln und entwarf eine Vision von einer Ladenzeile mit sieben, acht Geschäften an der Perchaer Straße, einem Platz auf der Aufkirchner Straße samt Ludwigsbrunnen, einem Café im Obergeschoss und vor allem dem Gletscherschliff, der für die Öffentlichkeit zugänglich wäre. Eine Treppe soll hinaufführen, vom Café aus soll er erreichbar sein. Den Platzcharakter will die Architektin durch ein durchgängiges, gleiches Pflaster schaffen. Damit könne man Berg eine Mitte geben, sagte sie. „Hier könnte auch der Maibaum stehen.“

Ärztehaus gegenüber der heutigen Apotheke

Gegenüber der jetzigen Apotheke soll ein Ärztehaus mit Tiefgarage entstehen. Neben einigen Parkplätzen an der Straße soll die Tiefgarage die nötigen Stellplätze bereithalten – wobei die Tiefgarage unter der Aufkirchner Straße verlaufen soll. Parkplätze an der Staatsstraße schloss die Architektin aus. „Ich glaube, da darf man gar nicht parken.“ Insgesamt geht es um ein Areal von 4500 Quadratmetern.

„Der Vorschlag soll keine endgültige Sache sein“, unterstrich Kirschner in der Sitzung. „Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Vorschläge einbringen.“ Je nachdem, was der Rat favorisiere, sei er zuversichtlich, die zusätzlich notwendigen Flächen erwerben zu können.

Viele Fragen gab es aus dem Gemeinderat nicht – es handelte sich auch nur um eine Präsentation und keine Bauvoranfrage oder Bauantrag. „Ich entnehme den Gesichtern, dass sich die Begeisterung in Grenzen hält“, stellte Rathauschef Rupert Monn fest. Er hatte Kirschner die Gelegenheit zur Vorstellung seines Projekts gegeben, „weil mir die Ortsmitte wichtig ist“, sagte er auf Anfrage. Im Sommer war das Apotheken-Grundstück schon Thema im Gemeinderat (wir berichteten). Damals verhängte der Gemeinderat eine Veränderungssperre.

Ammer: „Ein fantastischer Plan“

Robert Schmid (CSU) vermisste Parkplätze. „Die Tiefgarage im Süden löst nicht das Problem“, sagte auch Andreas Hlavaty (CSU). Er war skeptisch: „Das zerreißt uns die gesamte Struktur und die Topografie an der Stelle.“ Er könne sich eine solche Bebauung an der Stelle nicht vorstellen. Monn erinnerte, dass in der Aufkirchner Straße, wo die Tiefgarage geplant ist, unter anderem ein Kanal liege. „Mit Geld kann man sehr, sehr viel machen – aber es ist die Frage, ob das in irgendeiner Form dann wirtschaftlich ist.“

Dr. Andreas Ammer (QUH) lobte, dass ein Bauwerber bei einem so sensiblen Grundstück zuvor nachfrage. „Gut, dass prinzipiell nachgedacht wird, auch wenn es ein relativ fantastischer Plan ist.“ Weitere Infos gibt es unter diesem Link.

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