So in etwa wird das neue Berger Rathaus aussehen. Der Vorplatz soll zwei grüne Inseln mit sogenannten Klimabäumen erhalten, die auch bei wärmeren und trockeneren Verhältnissen gedeihen. Skizze: Büro Beer BembÉ Dellinger
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So in etwa wird das neue Berger Rathaus aussehen. Der Vorplatz soll zwei grüne Inseln mit sogenannten Klimabäumen erhalten, die auch bei wärmeren und trockeneren Verhältnissen gedeihen.

Pläne für neues Berger Rathaus

Punktlandung bei den Kosten

  • vonSandra Sedlmaier
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15 250 843,15 Euro: Das wird die Gemeinde Berg für ihr neues Rathaus bezahlen. Dieser Betrag ist das Ergebnis der Kostenberechnung. Und es gibt neue Details zur Innengestaltung des Gebäudes am Huberfeld und zu den Außenanlagen.

Aufkirchen – Die Kostenberechnung für das neue Rathaus der Gemeinde Berg liegt mit exakt 15 250 843,15 Euro rund 92 000 Euro über der Kostenschätzung. In der Rechnung enthalten sind knapp 640 000 Euro Risikobudget sowie 700 000 Euro für die Preissteigerungen in der Baubranche. „Ich bin froh, dass wir im Kostenrahmen gut unterwegs sind“, sagte Bürgermeister Rupert Steigenberger am Dienstagabend im Gemeinderat, nachdem dieser die Berechnung genehmigt und das neue Rathaus in seine nächste Phase, die Leistungsphase 4, geschickt hatte. „Das freut mich, das war ein entscheidender Schritt“, sagte er.

Auch zeitlich liegt das Projekt im Rahmen, wie Projektsteuerer Michael Graf sagte, trotz der coronabedingten zweiwöchigen Verschiebung der Ratssitzung. Neben der Bauplanung laufe im Hintergrund die Vorbereitung des Bauantrags, der Anfang 2022 eingereicht werden soll. Baubeginn ist für Anfang 2023 vorgesehen.

Am Dienstagabend liefen Vertreter aller beteiligten Gewerke in Aufkirchen auf, um dem Gemeinderat Details zu berichten. Im Groben bleibt es bei der bisherigen Planung eines Sterns mit drei Zacken mit einem Betonkern in der Mitte und angeschlossenen Holzbauten. Das Foyer bekommt eine Sichtbetondecke und verputzte Wände, der Boden ist mit Naturstein geplant. Ein Oberlicht sorgt für die Beleuchtung, der Aufzug soll 13 Personen oder eine Zwei-Meter-Trage fassen können. Die Büros und die Besprechungsräume in den Seitenflügeln haben an den Decken Kühlsegel aus Holz sowie Industrieparkett aus Esche als Boden. Im Obergeschoss sind Sitzungs- und Trauungssaal untergebracht, die bei Bedarf zusammengelegt werden können. Die Wände und der Boden der Säle sind in Holz geplant. Das Gebäude soll vor allem per Fußbodenheizung gewärmt werden. Im Erdgeschoss ist eine Vierzimmerwohnung mit Garten, im Obergeschoss eine weitere Vierzimmerwohnung untergebracht. In der Tiefgarage sind 23 Stellplätze mit einer E-Ladestation geplant, oberirdisch weitere 22 Stellplätze sowie 38 Radparkplätze und eine E-Bike-Ladestation.

Auf dem Platz, der sich durch das Dreieck zur Perchastraße hin ergibt, sollen zwei Pflanzinseln für Struktur sorgen. Dort sind auch Bänke und eine Mitfahrbank geplant. Es gibt zwei überdachte Bushaltestellen, die auf der Straße angelegt werden – eigene Buchten sind bislang nicht geplant.

Nachfragen gab es zur Fotovoltaikanlage. Warum sie so klein geplant sei und lediglich die Möglichkeit einer Nachrüstung beinhalte, wollte Verena Machnik (Grüne) wissen. „Der Ertrag und die Amortisation dauern länger mit einer größeren Anlage“, antwortete der mit der Elektrotechnik beauftragte Martin Müller. „Das rechnet sich immer weniger, wenn ich nicht selbst alles verbrauche.“ Man müsse beobachten, wie sich Ertrag und Verbrauch entwickelten, und könne dann leicht nachrüsten. „Wenn jeden Tag zwei Elektroautos aufgeladen werden, schaut es anders aus.“ Bürgermeister Steigenberger verwies darauf, dass die nicht genutzten Dachflächen die deutlich ertragsärmeren seien. Für die Heizung ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe als Kälte- und Wärmeerzeuger geplant. Rund 20 Tiefenbohrungen bis in 2800 Meter Tiefe sind nötig.

Die Inklusion ist im Sitzungssaal soll mittels Induktionsschleife sichergestellt sein. Vor dem Gebäude sind Blindenleitsysteme im Gespräch, die man auf die Fahrbahn erweitern könnte, sagte Landschaftsplaner Clemens Fauth.

Neue Radspur am Kreisel

Das neue Rathaus entsteht am Huberfeld, dort, wo der Radschutzstreifen kurz vor dem Kreisverkehr derzeit im Nichts endet. Landschaftsplaner Fauth stellte eine neue Variante vor: Der Schutzstreifen wird auf den kleinen Platz vor dem Rathaus geführt und weiter zur Einmündung zur Straße Am Huberfeld. Dort soll der Radstreifen weitergeführt werden und einmal um den ganzen Kreisverkehr herum verlaufen. Dr. Andreas Ammer (QUH) hatte Zweifel, dass das System funktioniert. „Doch, das könnte klappen“, versicherte Fauth. Es sei mit Kreisverkehrsmanagerin Susanne Münster abgestimmt. „Super“, sagte Ammer. „Dann ist dieses Problem im Handstreich gelöst.“

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