So könnte das fertige Berger Rathaus Ende 2024 aussehen: eine leichte Holzkonstruktion mit einem Vorplatz.
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So könnte das fertige Berger Rathaus Ende 2024 aussehen: eine leichte Holzkonstruktion mit einem Vorplatz.

Kostenschätzung liegt vor

Vorplanung für Berger Rathaus abgeschlossen: Neubau liegt bei knapp 16 Millionen

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Planungen für den Rathausneubau der Gemeinde Berg nehmen Formen an. Auch eine neue Kostenschätzung liegt jetzt vor: Gerechnet wird mit 15,96 Millionen Euro Kosten für das Gebäude am Huberfeld. Bei den Parkplätzen will der Gemeinderat nicht sparen.

Berg – Die Vorplanung für das neue Berger Rathaus ist abgeschlossen. Projeksteuerer Michael Graf stellte sie am Dienstag im Gemeinderat im „Post“-Saal in Aufkirchen vor und nannte auch die aktuelle Kostenschätzung. Er rechnet mit 15,96 Millionen Euro Kosten für den Neubau am Huberfeld. Darin berücksichtigt sind rund 800 000 Euro für mögliche Baukostensteigerungen während der kommenden Jahre sowie 500 000 Euro Risikobudget. Als Baubeginn ist nach wie vor Anfang 2023 im Gespräch.

Architekt Sebastian Dellinger ging mit dem Gemeinderäten die Teile des Hauses durch, die schon feststehen. Alles, was unter der Erde liegt, soll aus Stahlbeton sein, alles Oberirdische wird eine Holzkonstruktion. „Das wird ein schöner Holzbau, der sich auch im Gebäude zeigen wird“, sagte er. Das Haus soll eine Fußbodenheizung bekommen. Gelüftet wird über die Fenster, nur der Sitzungs- und der Trauungssaal bekommen eine Lüftungsanlage. Die Kühlung der Räume erfolgt über die Decken, die Energie dafür stammt aus einer Tiefenbohrung. Auf das Dach kommt eine Fotovoltaik-Anlage, die zumindest den Eigenbedarf an Strom decken wird. Ob das ganze Dach mit einer PV-Anlage bedeckt wird, wird noch geprüft.

Offen ist laut Dellinger noch, ob das Dach aus Kupfer oder Aluminium sein wird, wie die Trennwände beschaffen sind, der Bodenbelag, der Wandaufbau und die Oberflächen. „Auch über die Möbel haben wir noch nicht diskutiert“, sagte der Architekt.

Der Baugrund ist nicht einfach zu handhaben. „Wir haben einen Wasserstand bis zur Oberkante des Geländes“, sagte er. Deshalb werde das Gebäude auf Mikropfähle gegründet, um ein Aufschwemmen des Hauses zu unterbinden. Projektsteuerer Graf bezifferte die Kosten dafür auf 250 000 Euro. Aus einem Regenwasserrückhaltebecken wird das Tagwasser nach und nach in den Kanal eingeleitet. Für warmes Wasser soll ein Durchlauferhitzer sorgen, für alles andere ist laut Experten der Bedarf zu gering.

Die Gestaltung des Außenbereichs steht auch schon im Groben fest. Zur Perchastraße hin im Westen soll ein Platz mit zwei Pflanzinseln und Sitzbänken entstehen. Auf der ruhigeren Ostseite ist ein Bereich als Anfahrtzone für Hochzeitsgäste und Anlieferung geplant. Die Tiefgaragenzufahrt soll auf die Südseite, ebenso eine Terrasse für die Mitarbeiter. Auch die Wohnung im Erdgeschoss erhält eine Terrasse.

Eine Entscheidung trafen die Gemeinderäte in Sachen Tiefgarage. Von der ganz großen Variante mit 29 unterirdischen Stellplätzen, die über die Grundfläche des Gebäudes hinausgegangen wäre, hatte sich bereits der vorbereitende Arbeitskreis Rathausneubau aus Kostengründen verabschiedet. Nun stand zur Debatte, ob die Tiefgarage 23 oder 19 Parkplätze bekommt – letzteres wäre rund 106 000 Euro billiger.

Harald Kalinke (QUH) fragte nach dem Stand der Gespräche mit dem Landratsamt über die Stellplätze. Die Gemeinde und der gegenüberliegende Sportverein MTV wollen die Parkplätze gemeinsam nutzen (wir berichteten). „Diese Gespräche kommen jetzt, auch über die Bushaltestelle“, berichtete Bürgermeister Rupert Steigenberger. Katrin Stefferl (Grüne) stellte fest: „Die Entscheidung ist schwierig, wenn diese Gespräche noch ausstehen.“

Der Gemeinderat entschied sich mit 10:8 Stimmen für die größere Variante. Ein Argument dafür, das Stefan Monn (EUW) nannte, ist die Bushaltestelle, die eventuell an die Perchastraße kommt und die weitere fünf der geplanten 26 oberirdischen Stellplätze fressen könnte. Die kommunale Stellplatzordnung erfüllt die Planung: Diese verlangt 42 Plätze. Die Rampe zur Tiefgarage soll übrigens beheizt werden – sonst wäre sie im Winter eine Eispiste, meinen die Experten.

Keine Entscheidung fiel in Sachen Kunst am Bau. Würde der Freistaat das Rathaus bauen, wären 188 000 Euro für ein mit dem Gebäude verbundenen Kunstwerk fällig – dazu hat sich der Landtag verpflichtet. Nun ist der Berger Gemeinderat nicht der Landtag und absolut frei in seinen Entscheidungen, wie Bürgermeister Rupert Steigenberger unterstrich. Elke Link (QUH) plädierte dafür, diese Entscheidung zu vertagen. Das kam Verena Machnik (Grüne) sehr entgegen: „Wir müssen sparen, mir wird ganz schwindlig, wenn wir jetzt schon bei 15 Millionen Euro sind.“

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