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Schützenhilfe der besonderen Art

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Von: Sandra Sedlmaier

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Einweihung des neuen Schießstandes: die Sebastiani-Schützen im Oktober 2020 mit Vorsitzendem Reiner Drahtschmidt (2.v.l.).
Einweihung des neuen Schießstandes: die Sebastiani-Schützen im Oktober 2020 mit Vorsitzendem Reiner Drahtschmidt (2.v.l.). © Andrea Jaksch

Alles platt: Das Leid, das die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal über die dortige Bevölkerung brachte, hat die Schützengesellschaft St. Sebastian Aufkirchen sehr beeindruckt. Vorsitzender Reiner Drahtschmidt hat deshalb eine Spendenaktion für Flutopfer gestartet, bei der inzwischen 1500 Euro zusammengekommen sind. Sie kommen dem Schützenverein Odendorf zugute.

Aufkirchen - „Das Vereinsheim und die Schießstände sind vollkommen zerstört“, sagt Vorsitzender Reiner Drahtschmidt. „Ein Wiederaufbau an derselben Stelle ist nicht möglich, das der Bereich zum Überschwemmungsgebiet für den Orbach erklärt wurde.“

Die Sebastianischützen erfuhren von ihrer Sportleiterin Jutta Otten aus erster Hand, wie schlimm die Lage in dem Katastrophengebiet war und ist. Otten hatte eine Woche lang im Ahrtal beim Aufräumen geholfen. „Es bleibt noch sehr viel Arbeit“, sagt Drahtschmidt. „Ein Ende der Wiederherstellung ist noch lange nicht abzusehen.“ Die Sebastianischützen wissen, wie wichtig es ist, Hilfe zu bekommen. Vor gut einem Jahr haben sie ihren neuen Schießstand eingeweiht und die Sanierung des Vereinsheims in Aufkirchen abgeschlossen. „Bei der Neugestaltung unseres Vereinsheims ist uns so viel Unterstützung von Privatleuten, Mitgliedern, Banken, Gemeinde, Sportbund und so weiter zugeflossen, dass wir finanziell, gepaart mit viel Fleiß, fast kostenneutral dastehen“, stellt Drahtschmidt fest. „Es ist Zeit, auch etwas zurückzugeben. Deshalb habe ich Jutta Otten gebeten, dass sie sich nach einem bedürftigen Projekt umschaut, das uns naheliegt.“

Der Gastraum der Odendorfer Schützen nach der Flut – die Schießstände und die Außenanlagen sind in einem ähnlich katastrophalen Zustand.
Der Gastraum der Odendorfer Schützen nach der Flut – die Schießstände und die Außenanlagen sind in einem ähnlich katastrophalen Zustand. © Schützen

So kam die Schützengesellschaft St. Sebastian Aufkirchen auf den Schützenverein Odendorf. Der Verein hat eine lange Tradition, er wurde 1897 gegründet und war sehr gut ausgestattet. Der nahe vorbeilaufende Orbach liegt oft trocken, doch durch die starken Regenfälle im Juli wuchs er an, trat über die Ufer und überschwemmte Schießstände, Gebäude und Halle. Die zuständige Gemeinde prüfe, ob sie dem Schützenverein ein anderes Grundstück zur Verfügung stellen könne, berichtet der Sebastiani-Vorsitzende. Der Verein sei versichert, allerdings hätten erste Schätzungen ergeben, dass ein Neubau deutlich teurer würde. „Es wird derzeit mit einer Deckungslücke von etwa 900 000 Euro gerechnet“, sagt Drahtschmidt. Hinzu komme, dass die Versicherung die Gelder bis maximal drei Jahre nach Schadeneintritt auszahle. „Ob in der Zeit die formalen Vorarbeiten und der Bau abgeschlossen werden können, ist fraglich.“ Die Aufkirchner Schützen wollen jedenfalls einen kleinen Beitrag zu einer Auferstehung der Odendorfer Schützen leisten.

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