Überreste von Straßenbaustellen der Gemeinde Berg: In Kempfenhausen lagern alter Asphalt und Kieshaufen im Landschaftsschutzgebiet.
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Überreste von Straßenbaustellen der Gemeinde Berg: In Kempfenhausen lagern alter Asphalt und Kieshaufen im Landschaftsschutzgebiet.

Alte Straßenbeläge in Kempfenhausen

Schuttlager neben Blühwiese: Anwohner sehen „Umweltskandal“ - Bürgermeister reagiert

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Kieshaufen und alter Asphalt liegen in Kempfenhausen direkt neben einer Blühwiese. Anwohner sehen darin einen „Umweltskandal“. Der Bürgermeister reagiert und klärt den Fall auf.

Kempfenhausen – „Umweltskandal in Kempfenhausen“: So lautet der Titel eines Schreibens von Anwohnern an die Naturschutzbehörde im Landratsamt, das auch dem Starnberger Merkur vorliegt. Tatsächlich lagern auf einem Grundstück am Feuerwehrhaus (Am Bachfeld/Ecke Lüßweg) die Überreste alter Straßenbeläge und Kieshaufen. Und das direkt neben einer Blühwiese. „Wie sich eine entstehende Giftmülldeponie mit Bienenschutz vertragen soll, versteht wohl keiner“, schreiben die Kempfenhausener. Die Anlieger verweisen auf eine Firma, die dort seit zwei Jahren kontaminiertes Material beziehungsweise „kritischen Müll“ herumliegen lasse.

Ein Anruf bei Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger bringt Klarheit: Die Baufirma sei für die Gemeinde tätig, der alte Asphalt und Aushub stamme von kommunalen Straßenbaumaßnahmen. Steigenberger gibt zu: „Das Grundstück ist im Landschaftsschutzgebiet nicht wahnsinnig glücklich gewählt.“ Und er verspricht: „Bis Ende September wird das Material abtransportiert –und dann kommt auch kein neues mehr dort hin.“ Der Bürgermeister merkt an, dass die Entscheidung für den Standort vor seiner Amtszeit gefallen sei. Und dass Am Bachfeld nicht seit zwei Jahren der gleiche Bauschutt liege. Er werde immer wieder an- und abtransportiert.

Bürgermeister: „Grundstück ist nicht wahnsinnig glücklich gewählt“

Hintergrund: Wer Straßen aufreißt, muss den potenziell belasteten Aushub beproben lassen. Das dauert schon mal 14 Tage – und führt dazu, dass verschiedene Stoffe von Lastwagen zu verschiedenen Deponien gefahren werden müssen. Laut Steigenberger darf der Schutt nicht beliebig weit transportiert werden. Er müsse in der Nähe der jeweiligen Baustellen gelagert und analysiert werden – was oft nicht so leicht sei. „Es will ihn ja niemand bei sich haben“, so der Bürgermeister. Direkt an den Baustellen könnten die Überreste nicht liegen bleiben, sie würden die Projekte schließlich blockieren.

Die Gemeinde wird sich auch weiterhin nach Flächen – am besten eignen sich natürlich die eigenen – umschauen müssen, wo das ungeliebte Gut niemanden stört. Eine davon ist der Bereich am Huberfeld, wo eines Tages das neue Berger Rathaus entstehen soll. Darüber hinaus gibt es vier weitere Grundstücke im Gemeindegebiet, auf denen „Haufwerke“ lagern, wie sie im Rathaus genannt werden.

Den Kempfenhausener „Skandal“ relativiert Bürgermeister Steigenberger: „Das ist belastetes Material, über das wir vorher immer zu Fuß gegangen sind.“

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