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Sorgten für ein schönen Ort Verweilen am See (v.l.) Landschaftsarchitektin Margethe Waubke, Altbürgermeister Rupert Monn, Thomas Wilhelm von der Baufirma, die drei Bürgermeister Elke Link, Andreas Hlavaty und Rupert Steigenberger sowie Anja Biethahn aus dem Berger Bauamt. 

Seeabstieg ist fertig

Neuer Lieblingsplatz in Berg

  • vonSandra Sedlmaier
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Berg ist um einen Lieblingsplatz reicher. Auf Steinstufen sitzen und den See anschauen, ist seit gestern neben dem Hotel Schloss Berg offiziell möglich. Der Seeabstieg, wie das Projekt Seeanbindung in Berg heißt, ist zudem billiger geworden als erwartet.

Berg– Am späten Vormittag liegt der Seeabstieg in Berg da, als wäre er immer schon dort gewesen. Eine junge Frau liegt auf einem der großen Jurakalk-Quader und liest, die Urlauber Sabine und Thomas Krenn genießen den Ausblick auf den Starnberger See. Die hellen Steine stehen in schönem Kontrast zum Grün der Gräser und der Weiden, das Mädesüß steuert Farbe bei. Bürgermeister Rupert Steigenberger kommt gut gelaunt über die Wiese geschlendert. „Das ist das letzte Stück am See, das wir gestalten konnten“, sagt er. Das hat geklappt. „Die Leute nehmen es offensichtlich schon an“, stellt der Rathauschef fest.

Auf Antrag der QUH hat der Gemeinderat 2017 beschlossen, die Berger Variante der Seeanbindung anzugehen. Der offizielle Begriff dafür lautet Seeabstieg – das passt, denn wo vorher ein relingartiges Geländer und eine Ufermauer waren, sind jetzt stufenartig angeordnete Quader, die zum Wasser hinabführen. An die Reling erinnert nur noch ein kleines Stück im Süden des 70 Meter langen Areals. Das musste stehen bleiben: „Auf der dazugehörigen Mauer gründet das benachbarte Hotel“, erklärt Landschaftsgärtnerin Margarethe Waubke.

Den See erlebbar zu machen, war das Ziel. Das hat geklappt, wenn auch nicht zum gemütlichen Baden. „Das wollte der Gemeinderat nicht“, erinnerte Steigenberger. „Es ist nicht verboten, im Wasser zu schwimmen, aber eigentlich ist der Platz hier zum Verweilen gedacht.“

Die Landschaftsarchitektin bringt es auf den Punkt: „Ein perfekter Ort für einen Sundowner.“ Sie hat zu Beginn des Corona-Lockdowns begonnen, die Arbeiten auszuführen und musste sich prompt einmal vor der Polizei ausweisen, ebenso wie Thomas Wilhelm von der Baufirma GaLaBau in Gilching. Das Arbeiten an sich sei durch Corona extrem entspannt gewesen, berichtet Waubke. „Es war egal, dass wir hier Krach gemacht haben, und ich hatte immer freie Fahrt.“

Verbaut wurden 52 Quader aus Jurakalk aus dem Altmühltal, „die Grobform der Solnhofener Platte“, wie Steigenberger sagt. Die Steine im Wasser sind aus grauem Granit. Der sei hart genug, um dem Wasser standzuhalten. „Einige Gemeinderäte hätten sich Nagelfluh gewünscht, weil er hier vorkommt. Aber er erodiert zu schnell“, erklärt der Bürgermeister. Rund 180 Tonnen Granit seien angeliefert worden, erzählt Wilhelm. Dazu 19 Tonnen so genannter Salzburger Findlinge, die jetzt am Berger Seeufer liegen.

Die Weiden seien extra niedrigwachsend, sagt Waubke auf eine Nachfrage von QUH-Gemeinderat Dr. Andreas Ammer. Sie seien ein Kompromiss, den man mit der Unteren Naturschutzbehörde geschlossen habe. „Die Behörde wollte noch mehr Bäume.“ Ammer hofft, dass der Ausblick auf den See nicht nach und nach zuwächst. Nein, versichert die Expertin.

Die Pflege des Seeabstiegs übernimmt der gemeindliche Bauhof. Steigenberger geht davon aus, dass sie nicht zu anspruchsvoll wird. „Die Unterhaltskosten muss man auch immer im Auge behalten.“

Die aktuellen Projektkosten hingegen sind erfreulich: Statt der vom Berger Gemeinderat maximal bewilligten 200 000 Euro wird es nur 180 000 Euro kosten. Trotz der Spundwand im Ufer, mit der keiner gerechnet hatte. Wie berichtet, wurde sie abgeschnitten. So bleibe das Ufer sicher befestigt, sagt Landschaftsgärtnerin Waubke.

Das Gelände des Seeabstiegs hat noch eine weitere Bedeutung für Berg. Unter der Wiese ist die Toskammer, in der sich das Regenwasser aus Oberberg sammelt, bevor es in den Starnberger See geleitet wird.

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