Und gestern schneite es schon wieder: Skiliftbetreiber Robert Schmid kann die weiße Pracht in diesem Jahr überhaupt nicht ausnutzen – wegen des Corona-Lockdowns darf er seinen Lift am Kreuzmöslberg nicht öffnen.
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Und gestern schneite es schon wieder: Skiliftbetreiber Robert Schmid kann die weiße Pracht in diesem Jahr überhaupt nicht ausnutzen – wegen des Corona-Lockdowns darf er seinen Lift am Kreuzmöslberg nicht öffnen.

Am Kreuzmöslberg

Skiliftbetreiber muss Schlittenfahrern zuschauen: „Ich könnte heulen“

  • vonSandra Sedlmaier
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Der Berger Skiliftbetreiber Robert Schmid schaut den Schlittenfahrern am Kreuzmöslberg zu. „Ich könnte heulen“, sagt er im Interview. Er darf ja nicht öffnen.

Berg – Der Skilift am Kreuzmöslberg in Berg ist der letzte seiner Art im Landkreis: ein kleiner, familienbetriebener Lift an einem kurzen, nicht zu steilen Hang, an dem Generationen von Kindern aus der Umgebung das Skifahren gelernt haben. Dieses Jahr hat Betreiber Robert Schmid den Lift coronabedingt noch gar nicht aufgemacht. Gleichzeitig ist die Wetterlage gut wie selten für einen Skiliftbetrieb.

Herr Schmid, wie geht es Ihnen?

Es ist echt hart, wenn ich aus dem Fenster schaue und sehe, dass der Hügel gegenüber voller Schlittenfahrer ist. Das Wetter und die Bodenverhältnisse sind ideal – ich könnte heulen.

Wann gab es zuletzt einen solchen Winter mit diesem Schnee und dieser Kälte?

Vor einigen Jahren, da hatte mein Vater den Lift noch, war der Lift von November bis Februar auf. Ich habe ihn seit sechs oder sieben Jahren und mittlerweile muss ich echt nachdenken, ob ich ihn weiter betreiben soll.

Sie haben in ein neues Lifthäuschen investiert, als Sie übernommen haben. Hat sich das schon rentiert?

Nein. In einem Jahr hatte ich mal 130 Euro Gewinn, aber dann musste ich für 200 Euro neue Bügel kaufen. Bisher habe ich nur draufgezahlt. Da hilft es auch nichts, wenn mir die Leute erzählen: „Schön, dass Sie den Lift haben, hier habe ich schon Ski fahren gelernt.“

Jetzt kommen die Leute nur zum Schlittenfahren. Ist das in Ordnung?

Der Boden ist gefroren, das ist schon mal gut. Aber durch die Kufen der Schlitten geht die Grasnarbe eher kaputt als durch Ski und Snowboards.

Haben die Leute Verständnis, dass der Lift nicht aufmacht?

Es gibt Diskussionen. Ich verstehe auch, dass man wegen der Pandemie möglichst wenig rausgehen soll. Aber wenn ich sehe, was gerade am Wochenende am Kreuzmöslberg los war, frage ich mich, ob es noch einen Unterschied machen würde, wenn der Lift offen wäre. Das war Wahnsinn, wie viele Leute da waren.

Wo parken die Leute?

An der Straße, den Parkplatz habe ich gesperrt, weil ich mir nicht den Schuh anziehen möchte, dass ich auch noch Parkraum zur Verfügung stelle. Ich bin gespannt, was in den nächsten Tagen passiert, wenn es wieder schneit, ob das Chaos noch größer wird. Interessant wird es, was passiert, falls die Münchner wegen einer Inzidenz von 200 Coronafällen pro 100 000 Einwohnern nicht mehr zu uns kommen dürfen.

Vermissen Sie selber das Skifahren?

Ich bin seit Jahren nicht mehr selber Ski gefahren. Meine älteren beiden Kinder haben im Moment ohnehin keine Zeit dafür, und meine jüngere Tochter, die eine sehr gute Snowboarder-Fahrerin ist, ist aktuell damit beschäftigt, beim FC Bayern Fußball zu spielen.

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