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Ein Projekt für dieses Jahr: Die Gemeinde Berg will den so genannten Seeabstieg neben dem Hotel Schloss Berg realisieren. „Wir hoffen, dass wir es hinkriegen“, sagt Bürgermeister Rupert Monn.

So wird 2019 in Berg

Rathaus, Seeabstieg und ein Brunnen

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Was bringt das Jahr 2019 für die Gemeinde Berg? Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur nennt Bürgermeister Rupert Monn die großen Themen des neues Jahres.

Berg – Die Gemeinde Berg hat mit dem geplanten Neubau des Rathauses ein großes Projekt am Laufen, und auch das verfolgt sie ruhig und unaufgeregt. Die Arbeit im Berger Gemeinderat ist geprägt von Objektivität und Sachlichkeit, das kommt so großen Vorhaben wie einem Rathausneubau zugute. Und auch einem nicht so großen, aber sicher markanten Projekt wie dem Seeabstieg in Berg. Das ist die Berger Variante der Seeanbindung, die im neuen Jahr Wirklichkeit werden soll.

Rathausneubau

Fest steht, dass ein neues Rathaus am Huberfeld in Berg gebaut wird. Das wurde vergangenes Jahr beschlossen. Für 2019 hat sich der Gemeinderat vorgenommen, die Gestaltung des Baus anzugehen. Dafür werden europaweit die Architektenleistungen ausgeschrieben. Und zwar in einem so genannten VgV-Verhandlungsverfahren, nicht in einem Architektenwettbewerb. „Wir machen europaweit bekannt, was wir wollen – und zwar relativ konkret“, sagt Bürgermeister Rupert Monn. „Dann können sich Architekten bewerben.“ Nach einem Punktesystem würden dann Fachleute ausgewählt, die einen Entwurf für das neue Rathaus abgeben können. Das Ganze wird von einem Arbeitskreis aus Gemeinderäten und Bürgermeistern begleitet. Heuer sind nur 300 000 Euro für Ausschreibung und Planungskosten im Haushalt eingeplant. Nächstes Jahr könnte es dann schon ernst werden: Der Spatenstich könnte laut Monn 2020 stattfinden. Aber nur, wenn es ganz gut läuft. Wie hoch die Kosten für den Neubau insgesamt werden, ist mangels Architektenentwurf noch unklar. Sicher ist, dass das Rathaus eine Tiefgarage haben und so gestaltet sein soll, dass Platz für die nächsten 50 Jahre vorhanden ist.

In der mittelfristigen Finanzplanung sind 10,3 Millionen Euro für das Projekt eingestellt. Monn geht davon aus, dass es ohne neue Kreditaufnahmen finanziert werden kann. „Nach dem derzeitigen Plan könnte die Verwaltung 2023 in das neue Rathaus einziehen“, sagt Monn.

Seeabstieg

Die Gemeinde Berg liegt direkt am Starnberger See, aber einen öffentlichen Ort, an dem man die Füße in den See strecken kann und dabei halbwegs ansprechend sitzt, gibt es nicht. Das soll 2019 anders werden. „Wir hoffen, dass wir es hinkriegen“, sagt der Bürgermeister. „Der Abwasserverband muss noch eine Leitung verlegen.“ Auf dem Grundstück neben dem Hotel Schloss Berg, das je zur Hälfte Gemeinde und Schlösserverwaltung gehört und derzeit mit ein paar Bänken und einem Geländer am Ufer bestückt ist, sollen Steinstufen entstehen. Dort soll man sitzen und die Aussicht genießen können – möglicher Wasserkontakt inklusive. Dafür kommt die Ufermauer weg, das Ufer wird teils renaturiert und mit Steinen aufgefüllt. Denn ein Badeplatz ist nach den Vorstellungen des Gemeinderats ausdrücklich nicht erwünscht. 200 000 Euro lässt sich das die Gemeinde kosten.

Feuerwehren

Die notwendigen Anschaffungen für die fünf Ortsfeuerwehren laufen seit Jahren geschmeidig und ohne Diskussionen über Sinn und Unsinn im Gemeinderat. Und auch das Konkurrenzdenken der Wehren untereinander hat aufgehört. Beides ist dem Feuerwehrbeschaffungskonzept geschuldet, das alle Wehren unter der Federführung des scheidenden Berger Kommandanten Tobias Völkl erarbeitet haben. „Das Konzept zu erarbeiten, war durchaus eine Meisterleistung der fünf Feuerwehren.“ Jetzt hört Völkl auf, deshalb ist 2019 durchaus ein entscheidendes Jahr für die Ortsfeuerwehren. Der neue Berger Kommandant wird automatisch federführender Kommandant. Bürgermeister Monn ist zuversichtlich: „Tobias Völkl hinterlässt ein gut bestelltes Haus.“ Laut Beschaffungskonzept ist in diesem Jahr die Bachhauser Feuerwehr dran. Sie bekommt ein neues Löschfahrzeug, das eines der ältesten in der Gemeinde ersetzen soll. Kosten: rund 360 000 Euro. Der Umbau des Unimogs für die Berger wurde zurückgestellt. „Man will sich zusammensetzen und das Fahrzeugkonzept überarbeiten“, sagt der Bürgermeister. „Dann geht es auch um einen Versorgungs-Lkw für die Berger Feuerwehr.“

Wasserversorgung

Die Gemeinde ist immer noch auf der Suche nach einem Ersatzbrunnen für den Brunnen Höhenrain. Denn der neue Brunnen Harkirchen hat nicht die Ergiebigkeit wie gedacht. Erkundungsbohrungen sind zwischen Manthal und Martinsholzen geplant. Der Vorteil eines Brunnens in diesem Bereich liege in seiner Nähe zur Pumpleitung bei Harkirchen, wie Monn sagt. Dort im Wald könnte man auch ohne Schwierigkeiten ein Wasserschutzgebiet einrichten. „Denn das ist das Problem“, unterstreicht der Rathauschef. „Wasser ist oft vorhanden, meistens scheitert es an der Ausweisung des Schutzgebietes.“ Gleichzeitig wird das Leitungsnetz gepflegt. Die Wasserleitungen am Höhenweg in Assenhausen werden erneuert, in der Etztalstraße in Berg und im Gewerbegebiet Oberer Lüßbach in Höhenrain. Harkirchen bekommt eine Wasserleitung, die im Brandfall ausreichend Wasser bietet.

Verkehr/Straßenbau

Die Verkehrssituation vor dem Landschulheim Kempfenhausen wird sich 2019 verändern – zum wesentlich Besseren, wie Schüler und Eltern seit Jahren fordern. Jetzt sollen zwei Bushaltestellen gebaut werden und eine „Drop-off“-Zone für die Elterntaxis. Dafür hatte sich die Schülerschaft massiv eingesetzt. Eine weitere große Straßenbaumaßnahme liegt in der Etztalstraße und -breite an. Dort werden neue Leitungen verlegt, die Straße wird von Grund auf gemacht. Für Letzteres müssen die Anwohner aufkommen.

Wahlkampf

2019 wird sicher im Zeichen der Kommunalwahl im März 2020 stehen. Erstmals seit 1990 werden Bürgermeister und Gemeinderat in Berg wieder zusammen gewählt, und gleichzeitig tritt der Amtsinhaber Monn nach 20 Jahren nicht mehr an. Eine Bewerberin steht bereits fest: Dritte Bürgermeisterin Elke Link von der QUH. Die anderen Kandidaten werden bis zum Frühjahr bekannt werden und sich dann positionieren müssen.

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