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So soll das neue Rathaus aussehen: ein dreigeteilter Bau mit einem zentralen Foyer, großen Dachüberständen und Plätzen rundherum. Durch den Knick wirke das Gebäude einladend, sagen die Architekten Beer Bembé Dellinger. Bürgermeister Rupert Steigenberger setzt das Modell auf das nachgebildete Huberfeld.

So wird das neue Berger Rathaus aussehen

Die sternförmige Nummer 5 gewinnt

  • vonSandra Sedlmaier
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Das neue Berger Rathaus wird mit einem sternförmigen Grundriss unter anderem in Holz gebaut. In der Ratssitzung am Dienstag wurde dieser Entwurf des Büros Beer Bembé Dellinger aus Greifenberg sowie die der anderen fünf Architektenbüros öffentlich vorgestellt. Einzugstermin ist September 2024.

Berg– Ein Stern mit drei Zacken in Holz und Beton: So wird das neue Berger Rathaus am Huberfeld aussehen. Der Entwurf des Greifenberger Büros Beer Bembé Dellinger sagte der Jury am meisten zu. Endgültig ist der Entwurf noch nicht, unter anderem soll das Gebäude gedreht werden, damit eine Photovoltaik-Anlage besser funktioniert. Damit sei das ausgewählte Büro einverstanden, sagte Architekt Hermann Wille, der das VgV-Verfahrenbegleitete. Überhaupt wird noch nachverhandelt, wie Wille sagte. Auch die Kompromiss- und Verhandlungsbereitschaft der Greifenberger Architekten hat die Jury überzeugt. „Ich glaube, Sie haben damit gute Chancen, dass Sie das herauskristallisieren können, was Sie brauchen“, sagte Wille zu den Ratsmitgliedern am Dienstag im Saal der Aufkirchner „Post“.

Sechs Büros hatten Entwürfe im Rahmen eines so genannten VgV-Verfahrens eingereicht. Das VgV-Verfahren bietet im Gegensatz zu einem Architektenwettbewerb der Gemeinde die Möglichkeit nachzuverhandeln. Erst jetzt, nachdem der Vertrag mit Beer Bembé Dellinger unterschrieben ist, konnten die Entwürfe öffentlich gemacht werden.

Der Gewinner-Entwurf hatte die laufende Nummer 5. Wille hob die verschiedenen energetischen Konzepte hervor, die Verwendung von Holz und die Möglichkeit einer Photovoltaik-Anlage, die der Jury gefallen hätten. Auch die Ausrichtung des dreigeteilten Gebäudes im Raum habe zugesagt. „Es sind im Gebäude relativ kompakte Wege, kurze Flure und schnelle Anbindungen.“ Das Gebäude soll zweigeschossig werden, es hat hohe Räume und „bietet großes Potenzial für die Zukunft“. Stellvertretend werde ein lokal verwurzeltes Bild eines Gebäudes aufgebaut, heißt es in der Erklärung der Architekten. „Ein gedrungener Baukörper mit Satteldach, Giebel in wohlbekannter Erscheinung mit steinernem Sockel und leichtem Holzbau darüber.“ Die Verkehrssituation mit dem Kreisel werde gut eingebunden, und es entstehe ein Rathausvorplatz.

Wille stellte auch die anderen fünf Entwürfe vor. Nummer 1 sei ein monolithischer Baukörper, dessen fünfeckiger Grundriss wenig Potenzial für Büros habe. Der zweite Entwurf hatte einen doppelten First, der laut Wille aber nicht das Entwurfskonzept widerspiegele. Dennoch sah er „verschiedene interessante Momente“, etwa einen Sitzungssaal im Riegel und den Trausaal, der sich nach Süden öffnet.

Entwurf Nummer 3 zeigt ein zerschnittenes und neu arrangiertes Gebäude, dessen zwei Baukörper den Verwaltungsmitarbeitern lange Wege abverlangen würde. „Die Kubatur würde sich auch in den Baukosten widerspiegeln“, nannte er einen Grund für das Durchfallen dieses Entwurfs.

„Konzept 4 entspricht in etwa dem jetzigen Rathaus, mit einem zentralen Flur und Seitenflügeln“, sagte der Architekt. Das Gebäude erinnere an einen Schulbau. „Eine bekannte Erscheinungsform, aber doch zu wenig Potenzial“, lautete das Urteil.

Der Entwurf 6 aus zwei Gebäuden mit einem Zwischenbau wurde offenbar lange diskutiert. Wille sprach von einem fehlenden Potenzial für die Raumgestaltung und einer problematischen Bauweise durch den verglasten Giebel. Wille nannte den Stil „Sparkassentypologie, hat man schon gesehen“.

Michael Graf vom Büro HSP-Projekt aus Töging am Inn ist Projektleiter für den Bau. Er schlug einen Arbeitskreis Rathaus vor, der auch Vergaben verantworten könne. Zudem soll regelmäßig ein Zwischenbericht im Gemeinderat gegeben werden. In den nächsten neun Monaten stünden Entwurfsplanung und Kostenschätzung an. „Parallel dazu läuft das Bebauungsplanverfahren“, erklärte Graf. Einzug im September 2024 sei realistisch, sagte Bürgermeister Rupert Steigenberger. „Ein Jahr Vorentwurf, ein Jahr Genehmigungsplanung, dann ist die Ausführungsplanung am Laufen, eineinhalb Jahre Bauzeit – das ist kein Hexenwerk.“

Alle Entwürfe sind ab Donnerstag im Rathaus zu sehen. Anmeldung ist erforderlich unter Telefon (0 81 51) 50 80. Auch auf der Homepage des Rathauses (www.gemeinde-berg.de) sind die Entwürfe zu sehen. 

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