Visualisierung Osterfeld Verband Wohnen
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So soll das Wohnzentrum an der Osterfelderstraße in Aufkirchen einmal aussehen: Verteilt auf drei Gebäude sollen dort 30 Wohnungen entstehen.

Anlage mit 30 Wohnungen

Später Widerstand gegen Bauprojekt: Kritik am Standort des Projekts wird nicht leise

  • vonSandra Sedlmaier
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Der Verband Wohnen plant an der Osterfelderstraße in Aufkirchen eine Anlage mit 30 Wohnungen. Immer wieder gibt es Kritik aus der Bürgerschaft an dem Standort. Bürgermeister Rupert Steigenberger und der Gemeinderat lassen sich davon aber nicht beirren.

Aufkirchen – Der Blick von der Himmelmutter-Kapelle Richtung Biberkor ist wunderbar. Der wird – zumindest von der Straße aus – verbaut, wenn der Verband Wohnen auf das Grundstück an der Osterfelderstraße 30 Wohnungen in drei Gebäuden errichtet. Über die Notwendigkeit der Wohnungen besteht allseits Konsens, über den Standort nicht. Im Gemeinderat schon, der hat sich nach langer Diskussion vor fünf Jahren darauf festgelegt. In der Bürgerschaft brodelt es aber weiter. Immer wieder erreichen Briefe von Architekten aus der Gemeinde das Rathaus, in denen sie davor warnen, das Wohnzentrum an dieser Stelle zu bauen.

Einen der Briefe hat Ingrid Liebald aus Farchach geschrieben. Sie glaubt, dass die Auswahl aus damals sieben möglichen Grundstücken im Gemeinderat „nicht vollumfänglich“ stattgefunden hat. Dass „die Beurteilung der Alternativen darauf ausgelegt ist, keine Alternative zuzulassen“, schreibt sie in einem Brief an Bürgermeister Rupert Steigenberger und alle Gemeinderatsfraktionen, den sie auch dem Starnberger Merkur geschickt hat. „Die Alternativen sind meiner Meinung nach nicht objektiv und fundiert geprüft. Weiterführende Alternativen scheinen nicht angedacht worden zu sein. Das Bauvorhaben an diesem Standort widerspricht zutiefst den Festlegungen und Vorgaben der Regionalplanung.“

Dem Argument der Regionalplanung widerspricht Steigenberger gar nicht. „Mit dem Projekt wachsen zwei Ortsteile, Aufkirchen und Aufhausen, zusammen. Dem Grunde nach steht im Regionalplan etwas Anderes.“ Den Vorwurf, der Gemeinderat habe keine Alternativen geprüft, lässt er hingegen nicht gelten. Die Suche nach einem Grundstück für den Verband Wohnen sei nicht leicht gewesen, erinnert sich Steigenberger, der damals Gemeinderat war. „Wir haben alle Grundstücke abgeklappert.“ Zumindest die, die im Besitz der Gemeinde waren. Andere hätten das Projekt noch mehr verzögert und wären vor allem zu teuer geworden.

Zur Wahl standen insgesamt sieben Areale, zwei in Farchach und je eines in Bachhausen, Assenbuch, Höhenrain, Aufhausen und der Standort Enzianweg zwischen Aufhausen und Aufkirchen, gegenüber von der jetzt gewählten Fläche. Letztere war damals noch als mögliches Grundstück für ein neues Rathaus im Gespräch und fiel deshalb aus. Die anderen seien schlecht erschlossen gewesen oder hätten andere Probleme gemacht, sagt Steigenberger. Etwa bei der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Das sei nämlich einer der großen Pluspunkte dieses Standorts, sagt Wolfgang Robl, der Technische Leiter des Verbands Wohnen. „Er ist sehr gut angebunden und liegt zwischen zwei Ortsteilen.“ Die Entwurfsplanung für das Wohnzentrum Osterfeld sei komplett fertig, sagt er. „Das macht 35 Prozent des gesamten Planungsaufwandes aus.“ Wie viel bisher schon investiert wurde, kann Robl nicht genau sagen. „300 000 Euro mindestens.“ Wie berichtet, war das Grundstück nicht einfach zu beplanen. Die Tiefgarageneinfahrt musste angepasst werden, und anfangs gab es auch keine interessierten Architekten.

Dass es aus der Bevölkerung Widerstand gegen eine solche Wohnanlage geben kann, hat Robl schon erfahren. „In Tutzing, wo wir Am Kallerbach 70 Wohnungen bauen, war das anfangs auch kritisch. Aber jetzt ist es ruhig.“ Die Tutzinger Wohnungen sind fast fertig. Dass der Widerstand so spät kommt, wenn das Projekt schon sehr weit fortgeschritten ist, verwundert ihn. „Das kenne ich so nicht.“

Für Bürgermeister Steigenberger kommt der Widerstand zu spät. Er hat jedoch Verständnis für die Bedenken. „Ich bin nicht glücklich damit, aber ich stehe voll und ganz hinter diesem Projekt.“ Auch der Gemeinderat, dem Robl im August einen Zwischenstand gegeben hat, ist nach wie vor dafür, die Wohnungen zu realisieren.

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