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Zwei, die sich in Nairobi engagieren: Maren Hildebrand (l.) und Marie Habdank sammeln Spenden für das EFYE Education Centre, wo 50 Kinder Bildung und Geborgenheit erfahren.

Berger Spendenprojekt

Eine Zukunft für Slum-Kinder in Nairobi

Marie Habdank und Maren Hildebrand geben Kindern in Nairobi eine Zukunft. Sie sammeln Spenden, unter anderem in Berg, und fördern damit eine Schule in einem Slum.

Berg – Was kann passieren, wenn man als junger Mensch für ein paar Wochen in ein ganz anderes Leben, einen anderen Kulturkreis eintaucht? Wenn man vor Ort helfen, die Zukunft für etliche Kinder verändert kann? Die Tochter des evangelischen Pfarrers in Berg, Marie Habdank, und ihre Mitstreiterin Maren Hildebrand haben es erlebt. Die beiden Studentinnen unterstützen seit rund einem Jahr ein Schulprojekt in Kenia. Den erreichten Fortschritt im EFYE Education Centre präsentierten sie jetzt im Katharina-von-Bora-Haus.

Als Marie Habdank vor einem Jahr für einen sechswöchigen Aufenthalt im Slumgebiet Mathare in Nairobi ankam, stand die von zwei kenianischen Cousins gegründete Vor- und Grundschule kurz vor der Schließung. Die Konsequenz, die Kinder wieder in die Perspektivlosigkeit zu entlassen, hielt sie nicht aus. Zurück in Deutschland begann sie, Förderer und Spender für das Projekt zu suchen (wir berichteten). Mit Erfolg, auch etliche Berger Bürger halfen.

Im Mai konnte die Schule neue Räume beziehen. Drei Lehrkräfte und eine Köchin kümmern sich liebevoll um 50 Kinder, die inzwischen sogar Schuluniformen tragen. Es gibt ausreichend Unterrichtsmaterialien, Schulbücher, ein Gartenprojekt, medizinische Grundversorgung. „Zu Beginn mussten wir die Bleistifte in der Mitte durchbrechen, damit jedes Kind einen haben konnte. Wir haben in einem Jahr wirklich viel erreicht“, berichtete Marie Habdank stolz.

Das Projekt ermöglicht den Drei- bis Neunjährigen nicht nur Bildung. Sie bekommen täglich eine warme Mahlzeit und erfahren Zuwendung und Geborgenheit. „Die rund 500 000 Bewohner dieses Slums kennen so etwas wie Zukunft nicht, sie leben in entsetzlichen Verhältnissen einfach von Tag zu Tag, auf engstem Raum, im Dreck, ohne Hygiene. Und die Kinder sind meist verwahrlost und sich selbst überlassen, ihre Eltern alkohol- oder drogenabhängig. Wir können ihnen eine Zukunft eröffnen“, erklärte die Studentin.

Aktuell belaufen sich die Kosten der Schule monatlich auf rund 1360 Euro, davon sind 1242 Euro durch regelmäßige Spenden gedeckt. Allerdings stehen nächste Schritte an: „Wir brauchen ab 2020 eine vierte Lehrkraft für die nächste Klassenstufe, neue Schulbücher und möchten noch mehr Schüler aufnehmen“, so Maren Hildebrand. Eine Webseite für das Projekt entsteht gerade, und die beiden engagierten Frauen sind dabei, einen Verein zu gründen, um ihre Arbeit auf solide Füße zu stellen.

Spaß beim Essen: Die Kinder bekommen in der Schule eine warme Mahlzeit am Tag.

Der große Traum der beiden: ein Internat außerhalb des Slums, wo die Schüler auch wohnen können. „Dafür bräuchten wir mindestens 70 000 Euro“, verriet Pfarrer Johannes Habdank. Das Berger Publikum war beeindruckt: „Wenn es mehr wie Euch gäbe, würde mehr so wichtige Arbeit getan“, war zu hören, und das Spendenkörbchen füllte sich. „Jeder Euro hilft, ob monatlich oder einmalig“, dankten Marie Habdank und Maren Hildebrand. Spenden laufen über das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Berg (IBAN DE11 7009 3200 0004 7129 86, Verwendungszweck EFYE Nairobi).

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