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Spaziergänger finden Frauenleiche im Wald - Identität noch unklar

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Von: Peter Schiebel

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Mit Plastikbändern war das Waldstück bei Berg auch am Montag noch von der Polizei großräumig abgesperrt.
Mit Plastikbändern war das Waldstück bei Berg auch am Montag noch von der Polizei großräumig abgesperrt. © Peter Schiebel

Im Wald östlich von Berg haben Spaziergänger am Sonntagnachmittag die sterblichen Überreste einer Frau gefunden. Deren Identität war am Montag noch unklar. Die Kripo geht von einem „nicht natürlichen Tod“ aus.

Update, 18. Januar, 15.30 Uhr: Nachdem ein Spaziergänger eine Frauenleiche in einem Waldstück im Landkreis Starnberg gefunden hatte, hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet. Die Beamten versuchen die Tote zu identifizieren. Anhand unaufgeklärter Vermisstenfälle aus der Region versuche man den Leichenfund zuzuordnen. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittle sehr intensiv, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord am Dienstag. 

Wie lange die Tote schon in dem Wald im Landkreis Starnberg lag, lasse sich noch nicht genau eingrenzen, sagte der Polizeisprecher. Da sie bereits zum Teil skelettiert war, müsse der Todeszeitpunkt aber „schon eine Weile“ zurückliegen. Die Auffindesituation deute auf einen unnatürlichen Tod hin. Die Polizei könne laut dpa ein Tötungsdelikt nicht ausschließen.

Am Sonntagnachmittag waren Spaziergänger mit einem Hund nahe der Gemeinde Berg am Starnberger See unterwegs. In einem Waldstück entdeckte der Vierbeiner dann die Leiche, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II sagte. Noch am Sonntag war die Tote obduziert worden.

Update, 17. Januar, 18.26 Uhr: Zwei Gassigeher drehen ihre Runde, ein Rentner ist mit Wanderstöcken unterwegs. Es ist am Montagvormittag alles friedlich und anscheinend so wie immer in dem Waldstück bei der St.-Anna-Kapelle im Osten von Berg, am Ende des Kapellenweges. Bloß das rot-weiße Flatterband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ quer über den Weg links von der Kapelle passt nicht in die Idylle. Entlang dieses Weges haben Spaziergänger am Sonntagnachmittag eine grauenvolle Entdeckung gemacht: Gegen 16.30 Uhr fanden sie „einen teilskelettierten weiblichen Leichnam“, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Montag mitteilte.

Die Gruppe Spaziergänger sei mit einem Hund unterwegs gewesen, der Witterung aufgenommen habe, erklärte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer von der Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage. Wo genau der Leichnam lag, wie weit vom Weg entfernt, ob er mit Ästen abgedeckt oder anderweitig versteckt war – dazu wollte sich Mayer nicht äußern. Nach Informationen des Starnberger Merkur soll sich der Fundort einige hundert Meter nach der Kapelle befinden.

Frauenleiche im Wald bei Berg: Polizei geht von Gewaltverbrechen aus

Offenbar scheint es sich um ein Gewaltverbrechen zu handeln. „Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck geht von einem nicht natürlichen Tod aus“, erklärte das Präsidium. Zahlreiche Einsatzkräfte sicherten am Sonntag bis weit in die Nacht hinein Spuren am Fundort. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Berg wurden zur Unterstützung angefordert, um die Stelle im Wald mit ihren Strahlern auszuleuchten.

Bis Mitternacht waren die Feuerwehrleute im Einsatz, wie Bergs Kommandant Bastian Sandbichler erklärte. Für den Einsatz habe er extra erfahrenes Personal ausgewählt, sagte er. Zudem habe es vor, während und nach dem Einsatz Lage- und Teambesprechungen gegeben. Insgesamt seien sieben Kameraden im Einsatz gewesen, die sich aufgrund der Länge des Einsatzes abgelöst hätten. Die Feuerwehr beleuchtete die Stelle sowohl vom Fahrzeug aus als auch mit transportablen Strahlern. Im Einsatz war auch das Kriseninterventionsteam des BRK-Kreisverbandes. Es betreute die drei Zeugen.

Der Leichnam wurde noch am Sonntagabend am Institut für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München obduziert, „um nähere Hinweise zu den Todesumständen zu erlangen“, so die Polizei. Das Ergebnis lag gestern vor – allerdings wollte sich Oberstaatsanwältin Mayer auch dazu nicht äußern, ebenso wenig zur wahrscheinlichen Liegezeit des Leichnams und zum möglichen Alter der Frau. Mayer verwies auf „ermittlungstaktische Gründe“. Die Zurückhaltung der Behörden war außerdem darin begründet, dass die Identität der Frau am Montagnachmittag noch unklar war. „Wir wissen noch nicht so viel“, gab Mayer zu. „Die Sache ist ja gerade erst 24 Stunden her.“

Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger zeigt sich erschüttert

Erschüttert zeigte sich Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger. „Das ist sehr bedrückend“, sagte er. „Auch wenn wir noch gar nicht wissen, ob das etwas mit der Gemeinde zu tun hat.“ Sollte es sich tatsächlich um ein Verbrechen handeln, kann die Stelle im Wald von dem oder den Tätern auch lediglich als Ablageort genutzt worden sein und sich die Tat selbst ganz woanders abgespielt haben. Bislang sei vieles Spekulation, woran er sich nicht beteiligen wolle, sagte Steigenberger.

Bergs evangelischer Pfarrer Johannes Habdank, dessen Pfarrhaus sich nur wenige hundert Meter vom Auffindeort entfernt befindet, hatte von den Geschehnissen am Sonntag nichts mitbekommen. Allerdings machte ihn schon die bloße Vorstellung betroffen. „Das ist natürlich scheußlich“, sagte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Erstmeldung vom 17. Januar: Leiche in Wald nahe Starnberger See entdeckt - Details noch unklar - Kripo ermittelt

Berg - Spaziergänger haben am Sonntagnachmittag in einem Waldstück östlich von Berg eine zum Teil bereits skelettierte menschliche Leiche gefunden. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen. Sie geht nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord „von einem nicht natürlichen Tod“ aus.

Leiche im Landkreis Starnberg gefunden: Kripo ermittelt - Identität noch unklar

Durch das Institut für Rechtsmedizin wurde noch am Sonntagabend eine Obduktion durchgeführt, um nähere Hinweise zu den Todesumständen zu erlangen. Die Identität der verstorbenen Frau ist bislang noch unklar.

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