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Prost Neubau: Christian Hartl (Architekt), Brauhaus-Inhaber Florian Schuh mit Frau Elisabeth, Sven Leindl (Braumeister), Christoph Winkelkötter (Geschäftsführer gwt), Landrats Stefan Frey und Feldafings Bürgermeister Bernhard So ntheim (v.l.) beim Baubeginn für die neue Brauerei in Wieling. 

Wirtschaft

Das Starnberger Brauhaus und der Branchen-Riese

  • vonSandra Sedlmaier
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Das Starnberger Brauhaus hat mit dem Bau seiner neuen Brauerei in Wieling begonnen. Ab 2021 wird das Starnberger Bier bundesweit vertrieben – Inhaber Florian Schuh hat die Familie Schadeberg von der Krombacher Brauerei mit ins Boot genommen.

Wieling/Höhenrain – Ab 2021kann das Starnberger Brauhaus in Wieling mehr als siebenmal so viel Bier brauen wie derzeit in Höhenrain. Dass sich das Bier auch verkauft, daran hat Brauhaus-Inhaber Florian Schuh keinen Zweifel. Denn mit Inbetriebnahme des neuen Brauhauses greift eine Vertriebskooperation mit einem neuen Partner: Die Familie Schadeberg, der unter anderem die Krombacher Brauerei gehört, ist bei den Starnbergern eingestiegen. In welcher Höhe, will Schuh nicht sagen. Die Anteilsmehrheit halten die Schadebergs nicht.

Spatenstich in Wieling war am Freitag, wie Schuh in einer Pressemitteilung schreibt. „Fertigstellung ist für den Frühsommer 2021 geplant“, sagt Schuh. Rund zehn  Millionen Euro kosten der Neubau und die moderne Brautechnik, heißt es in der Mitteilung. Das neue, vollautomatische 80-Hektoliter-Sudhaus soll eine jährliche Bierproduktion von 70 000 Hektoliter ermöglichen (wir berichteten). „Die Brauerei wird durch den Einsatz moderner Komponenten wie Luftwärmepumpe, effiziente Energierückgewinnung, eigene Abwasseraufbereitung und großflächiger Fotovoltaikanlage energetisch weitestgehend autark und ökologisch behutsam betrieben werden“, so Schuh. „Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen und die erneuerbaren Energien helfen uns einen geringen CO2-Abdruck zu hinterlassen. Das wissen unsere Kunden sehr zu schätzen.“

Schuh hatte schon länger einen Investor gesucht, den er nun in der Familie Schadeberg gefunden hat. „Ich wollte keinen Großkonzern“, sagt Schuh. Die Schadebergs hätten Vorteile durch das Vertriebs-Joint-Venture, und das Starnberger Brauhaus könne die Vertriebsstrukturen außerhalb Bayerns nutzen. „Der Biervertrieb läuft über den Handel und die Gastronomie – beides ist sehr personalintensiv.“ Das könne die Brauerei im Moment nicht stemmen.

Das Starnberger Brauhaus bietet derzeit vier Sorten an: das „Starnberger Hell“, das naturtrübe „Spezial“, die „Starnberger Weiße“ und das Starkbier namens Seenator. Zunächst wird nur eine Sorte bundesweit angeboten. „Geplant ist, dass wir im Laufe des Jahres 2021 damit beginnen, das Produkt Starnberger Hell außerhalb Bayerns zu vertreiben“, bestätigt der Krombacher-Unternehmenssprecher, Peter Lemm, auf Anfrage.

Das Starnberger Brauhaus begann die Bierproduktion 2016 in Höhenrain und startet seither durch. Die Produktion wurde immer wieder erweitert. Als die Grenzen in Höhenrain endgültig erreicht waren, schaute sich Schuh nach einem neuen Standort um und wurde im Gewerbegebiet Wieling fündig. Nun beschäftigt der Neubau das Brauhaus-Team, und Schuh hat auch schon weitergehende Pläne. Er wünscht sich dringend ein Bräustüberl – Pläne, eines auf dem Feldafinger Kasernen-Gelände zu errichten, hat das Nein der Bundeswehr zu einem baldigen Abzug zunichte gemacht. Er sucht aber weiter. Als nächsten Schritt plant Schuh eine eigene Abfüllanlage. Im Moment wird das Starnberger Bier in Hohenthann bei Landshut abgefüllt.

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