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Der Extremsportler Jens Stötzner musste am Samstag nach einem Rekordversuch von Sicherungstauchern aus dem See gerettet werden.

Dramen im Starnberger See:

Frau am Ufer reanimiert, Gewichte ziehen Taucher unter Wasser in den Tod

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Ein Taucher verunglückte tödlich, eine Tauchschülerin musste reanimiert werden, und bei einem Rekordversuch wurde es dramatisch: Rettungskräfte mussten am Wochenende gleich mehrfach zum Starnberger See ausrücken.

Allmannshausen/Starnberger See – Für einen 67-jährigen Münchner kam jede Hilfe zu spät. Gegen 9 Uhr bereitete der Mann sich am Sonntag auf einen Tauchgang an der Allmannshauser Steilwand am Ostufer des Starnberger Sees vor. Einen Teil der Ausrüstung hatte er bereits angezogen, als er urplötzlich vom Ufer in das steil abfallende Wasser fiel. „Seine bereits teilweise angelegte Tauchausrüstung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einsatzbereit“, so ein Polizeisprecher. Ob der erfahrene Tauchlehrer stürzte, abrutschte oder aus anderen Gründen das Gleichgewicht verlor, versucht die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck zu ermitteln.

In die Tiefe gezogen

Binnen Sekunden zogen die Tauchgewichte den 67-Jährigen in die Tiefe. Laut Polizei gelang es seinen zwei Tauchpartnern, ihn aus zirka drei Metern an die Oberfläche zu bringen, doch der Münchner verstarb noch an der Unfallstelle. Einsatzkräfte der DLRG-Ortsgruppe Pöcking-Starnberg kümmerten sich um die schockierten Freunde des Mannes, ehe das Kriseninterventionsteam deren Betreuung übernahm.

Taucherin (54) geriet unter Wasser in Panik - Reanimation

Bereits am Samstag waren die Einsatzkräfte zweimal zur Steilwand gerufen worden. Gegen 12 Uhr war eine 54 Jahre alte Taucherin aus Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg) unter Wasser in Panik geraten. Sie absolvierte zusammen mit einem Tauchlehrer und einer weiteren Person ein Tieftauchgang bis auf etwa 30 Meter, als sie Atemnot signalisierte, berichtet ein Sprecher der Polizeiinspektion Starnberg. Die Frau stieg zusammen mit ihrem Lehrer auf. Ihm gelang es, die bewusstlose 54-Jährige an Land zu bringen und zu reanimieren.

Wie ernst die Situation war, schildert Walter Kohlenz von der DLRG, die mit etwa zehn Kräften der Schnell-Einsatzgruppe Wasserrettung, der Einsatztauchgruppe und dem Einsatzleiter Wasserrettung vor Ort war: „Die Tauchschülerin erlitt eine lebensbedrohliche Notsituation.“ Ein Rettungshubschrauber flog die Frau in die Unfallklinik nach Murnau, die über eine Druckkammer verfügt. Nach Angaben der Polizei hatte sich der Zustand der 54-Jährigen am Sonntagmittag stabilisiert.

Dramatischer Zwischenfall bei Rekordversuch am Samstag

Zu einem dramatischen Zwischenfall kam es am Samstag gegen 11.30 Uhr bei dem Versuch, an der Steilwand den Deutschen Rekord im See-Apnoe-Tauchen zu knacken. Beim Auftauchen aus 81 Metern Tiefe verlor der Regensburger Extremsportler Jens Stötzner zirka fünf Meter unterhalb der Wasseroberfläche das Bewusstsein. Sicherungstaucher, die zum Tross des Regensburgers gehörten, griffen sofort ein und hievten Stötzner in ein Schlauchboot. Dort übernahm Taucharzt Dr. Wilhelm Weslau, der ebenfalls zum Team des 51-Jährigen gehört, die Erstversorgung: „Gebt ihm Sauerstoff, dann wird er schon wieder.“

An der Rettung Stötzners beteiligt waren auch Einsatzkräfte der Wasserwacht Wolfratshausen. „Wir sind mit unserem Boot raus und haben ihn von seinen Sicherungstauchern übernommen und in unsere Rettungsstation gebracht“, berichtet der Vize-Vorsitzende der Ortsgruppe, Christian Ikker. Zu diesem Zeitpunkt sei der Extremsportler bereits wieder bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen. Der Rettungsdienst fuhr den Regensburger in die Kreisklinik Starnberg.

Gefährlichste Steilklippe Deutschlands

Dass es bei Tieftauchrekordversuchen zu gefährlichen Situationen kommen kann, ist nach Wissen von Ikker nicht ungewöhnlich. Die sogenannten Freitaucher, die sich nach nur einem Atemzug ohne Hilfsmittel im Meer oder in Seen in die Tiefe sinken lassen, würden „Blackouts“ bei ihrer Rekordjagd einkalkulieren, berichtet der stellvertretende Vorsitzende der Wasserwacht. Übrigens: Einen neuen deutschen Rekord stellte Stötzner am Samstag gleichwohl auf.

Die Allmannshauser Wand ist die gefährlichste Steilklippe Deutschlands. Von 1994 bis Ostern 2017 kamen dort 20 Taucher bei Tauchunfällen ums Leben. Der Unterwasser-Archäologe Lino von Gartzen, der die Wand schon oft bezwungen hat, erklärt ihren Reiz: „Man ist dort isoliert vom Geschehen über Wasser, man ist in der kompletten Stille.“

Zu einem Drama im Starnberger See kam es bereits im August: Wassersportler fanden einen leblosen Körper, berichtet Merkur.de.

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