Die Visualisierung des Wohnzentrums an der Osterfelderstraße in Aufkirchen.
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So soll das Wohnzentrum an der Osterfelderstraße in Aufkirchen einmal aussehen: Verteilt auf drei Gebäude sollen dort 30 Wohnungen entstehen.

BÜRGERBEGEHREN

Streit um Wohnungsbau nimmt Fahrt auf

  • vonSandra Sedlmaier
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Berg – In der Gemeinde Berg positionieren sich die Befürworter und Gegner einer Wohnanlage des Verbands Wohnen an der Osterfelder Straße/Ecke Oberlandstraße zwischen Aufhausen und Aufkirchen. Wie berichtet, sammelt eine Initiative namens „Erhaltung des Landschaftsschutzgebiets Osterfeld“ Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die geplanten 30 Sozialwohnungen.

Nun hat sich die SPD zu Wort gemeldet. Sie bittet, das Projekt nicht zu torpedieren, weil der günstige Wohnraum so dringend nötig sei. Dem schließen sich die Grünen an. Bürgermeister Rupert Steigenberger will einen Artikel dazu im Gemeindeblatt „Bergblick“ veröffentlichen und zusammen mit dem Verband Wohnen per Flugblatt die Vorzüge des gewählten Standorts den Bürgern deutlich machen.

Die SPD zeigt Verständnis für das Anliegen der Initiatoren, das Landschaftsbild zu erhalten. Nur: Der Alternativstandort auf der anderen Seite der Staatsstraße sei keineswegs besser, unterstreicht SPD-Chef Bernhard von Rosenbladt. „Der von der Gemeinde gewählte Standort an der Osterfelderstraße befindet sich in einer Senke, sodass die dreistöckigen Baukörper darin nicht in voller Höhe von der Staatsstraße aus sichtbar sind.“ Bei dem von der Initiative vorgeschlagenen Standort „thronen die Gebäude wuchtig im erhöhten Gelände über der bestehenden Aufhauser Siedlung“. Zu fürchten sei, dass diese Bebauung dann mittelfristig der Einstieg in eine Bebauung südlich des Enzianweges münden könnte. „Viele Menschen in unserer Gemeinde, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance haben, warten auf ein Angebot für bezahlbaren Wohnraum“ erinnert er. 2022 könnte Baubeginn sein. „Endlich“, sagt er.

Das Wohnraum-Argument überzeugt auch die Grünen, trotz Eingriffs in den Landschaftsschutz. „Wir haben mit uns gerungen, aber wir als Berger Grüne stehen dahinter“, sagt Gemeinderätin Verena Machnik. „Weil wir dringend Wohnungen brauchen.“

So sehen es auch EUW-Vertreter Stefan Monn und Bürgermeister Rupert Steigenberger. „Sonst haben wir irgendwann keine Kindertagesstätten mehr, weil die Mitarbeiter keine Wohnung finden“, sagt der Bürgermeister. „Das ist dann die Konsequenz.“

Dagegen befürchtet Grünen-Mitglied Heinz Rothenfußer einen „Siedlungsbrei à la Würmtal“, wie er mitteilt. „Meiner Meinung nach ist ein Riegel in der Luftschneise und im Bewegungsraum der Tiere zwischen Allmannshauser Filz und Wadlhausen ein großer ökologischer Fehler.“

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