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Eine Leidenschaft fürs Leben: Prof. Christian Jutz (4.v.l., mit Mitgliedern der Volkssternwarte) hinter dem Linsenfernrohr der Volkssternwarte. Das Foto entstand kurz vor Jutz’ 92. Geburtstag. 

Trauer um Professor Christian Jutz

Abschied vom Vater der Volkssternwarte

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Wenn persönliches Engagement, Großzügigkeit im Charakter und Unterstützung von außen zusammenkommen, kann so Großartiges wie die Volkssternwarte Aufkirchen entstehen. Ihr Gründer Prof. Dr. Christian Jutz ist jetzt verstorben.

Berg – Als seine Pensionierung bevorstand, konzentrierte sich der Professor für organische Chemie, Christian Jutz, auf seine Leidenschaft von klein auf, die Astronomie. Er stellte seine eigenen Geräte zur Verfügung und konnte den damaligen Berger Bürgermeister Josef Ücker davon überzeugen, dass die Gemeinde ein Gebäude an der Lindenallee errichtet. Die Aufkirchner Volkssternwarte war geboren. Vergangene Woche ist Christian Jutz in seinem Berger Haus verstorben. Er wurde 93 Jahre alt.

Die Volkssternwarte war Jutz’ Baby, das am gleichen Tag Geburtstag hatte wie er: Zum 67. Geburtstag im Juli 1992 wurde sie eingeweiht. Aus Dankbarkeit und Verbundenheit heißt sie seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand 2007 auf Vorschlag von Bürgermeister Rupert Monn Christian-Jutz-Sternwarte.Die Sternwarte ist die deutlichste der vielen Spuren, die Jutz in Berg hinterlassen hat. Seit 1967 wohnte der Professor mit seiner Frau Traudl und den drei Kindern in Berg und war das, was man im besten Sinne einen feinen Menschen nennt: ein liebevoller Vater, ein hilfsbereiter Ehemann – er kümmerte sich bis zuletzt ums Kochen –, ein engagierter Bürger und ein umfassend gebildeter Mann. Und er hatte sehr viel Glück im Leben.

1959, da war er gerade zwei Jahre verheiratet und seine Frau erwartete das zweite Kind, wurde ein Aneurysma bei ihm festgestellt. Weil er in Kontakt mit dem führenden Spezialisten in Bonn stand und kurz zuvor ein neues Medikament auf den Markt gekommen war, wurde sein Leben gerettet. „Mein Vater ist ein paar Mal dem Tod entronnen“, sagt Sohn Daniel. Im Zweiten Weltkrieg habe er sich einmal freiwillig gemeldet, „das hat er sonst nie gemacht“. Mit der Folge, dass er weit weg war, als seine Kameraden alle starben. Und zu Kriegsende fand er im Elbsand zufällig eine Pistole, das war seine Eintrittskarte ins amerikanische Kriegsgefangenenlager. „Sonst wäre er nach Sibirien gekommen“, sagt Daniel Jutz.

Prof. Jutz hinterlässt seine Frau, drei Kinder, sechs Enkelkinder und drei Urenkel. Und die Sternwarte. Bürgermeister Monn weiß, dass sie ein Schatz für die Gemeinde Berg ist, den das ganze Umland gerne nutzt. Und nicht nur das: „Prof. Jutz hat es geschafft, den Generationswechsel zu vollziehen, so dass die Sternwarte langfristig in guten Händen ist.“

Die Mitglieder der Sternwarte trauern auch um einen Freund. „Wir hatten einen regen Austausch, ich habe ihn immer zu unserem monatlichen Stammtisch abgeholt“, berichtet Vorsitzender Stefan Schmid. Das nächste große Ereignis, der Bau des fünften Gebäudes für das größte Periskop des Vereins in diesem Sommer, erlebt Jutz leider nicht mehr.

Die Trauerfeier für Christian Jutz mit anschließender Beerdigung findet am kommenden Freitag, 25. Januar, um 14 Uhr in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen statt.

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