Wichtiges Nass: Sauberes Trinkwasser ist ein wichtiges Gut. Die Gemeinde Berg investiert regelmäßig in ihre Leitungen und sucht nach einem Ersatzbrunnen.
+
Wichtiges Nass: Sauberes Trinkwasser ist ein wichtiges Gut. Die Gemeinde Berg investiert regelmäßig in ihre Leitungen und sucht nach einem Ersatzbrunnen.

Gemeinderat entscheidet

Gemeinde Berg erhöht Trinkwasserpreis - auch für Landwirte

  • vonSandra Sedlmaier
    schließen

Die Gemeinde Berg erhöht zum 1. Januar den Trinkwasserpreis. Landwirte bekommen keine Begünstigung – Sonderregeln widersprechen dem Gleichheitsgrundsatz.

Aufkirchen – Alle vier Jahre wird in der Gemeinde Berg die Gebühr für Trinkwasser neu berechnet. Grundlage sind die Investitionen ins Trinkwasserleitungsnetz und in die Hochbehälter, die in der Gemeinde regelmäßig vorgenommen werden. Kämmerer Florian Bendele hat nun nachgerechnet und ist auf einen neuen Wasserpreis von 1,90 Euro netto pro Kubikmeter gekommen. Das sind 13 Cent mehr als der alte Preis von 1,77 Euro pro Kubikmeter.

Gegen vier Stimmen hat sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr in der Aufkirchner „Post“ für die Erhöhung ausgesprochen. Der Zählergrundpreis von mindestens 45 Euro im Jahr für einen Durchfluss von 2,5 Kubikmeter Wasser pro Stunde bleibt gleich. Durch den neuen Wasserpreis zahlt eine vierköpfige Familie, die durchschnittlich 168 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht, künftig knapp 22 Euro mehr im Jahr.

Der Gemeinderat hatte beim Wasserpreis viel Informationsbedarf, und die Zeit drängte in der Sitzung ein bisschen. Um die Wassergebühr turnusgemäß zum Jahresbeginn erhöhen zu können, musste der Gemeinderat einen Beschluss noch in 2020 fällen, sonst bekommt er eine Rüge vom Landratsamt. „Wenn wir erst nächstes Jahr beschließen, dann gilt der neue Preis erst Anfang 2022“, erklärte der Kämmerer. „Dann wird der neue Beitrag noch höher.“

Gerede über Summen, „über die man nicht so lange reden müsste“

Am Vorabend der Ratssitzung hatte der BG-Gemeinderat und Farchacher Landwirt Michael Friedinger den Antrag gestellt, dass Landwirte weniger Wassergebühr zahlen sollen. Wenn ein Bauer seine Kühe tränke, schlage eine Wasserpreiserhöhung ordentlich zu Buche, argumentierte er. Nach Bendeles Recherchen war ein solcher Antrag jedoch nicht mit dem aktuellen Recht vereinbar: „Das würde eine Subventionierung einer Personengruppe bedeuten, zum Nachteil der anderen“, berichtete er. „Das stimmt mit dem Kommunalen Abgabengesetz nicht überein.“ Dennoch versuchte der Gemeinderat, eine Lösung für die Landwirte zu finden. Peter Sebald, EUW-Gemeinderat und Landwirt in Allmannshausen, erinnerte an die letzte Erhöhung in 2017. „Damals haben wir gesagt, wir lassen die Grundgebühr gleich, setzen aber den Kubikmeterpreis hinauf, damit die Leute Wasser sparen.“ Das sei wegen der vielen Schwimmbäder in der Gemeinde so gelaufen, rief Werner Streitberger (SPD) in Erinnerung. Nun könnte man doch die Grundgebühr erhöhen und damit den Landwirten, die Milchvieh halten, entgegenkommen, schlug Katrin Stefferl-Wuppermann (Grüne) vor. Dagegen spreche nichts, antwortete Bendele. „Das rechne ich sehr gerne für Sie durch – aber ich hätte es rechtzeitig wissen müssen.“

Die Diskussion ebbte ab, nachdem Elke Link (QUH) die Landwirte im Gremium nach den tatsächlich anfallenden Mehrkosten fragte. „170 Euro im Jahr“, antwortete Milchbauer Martin Klostermeier (EUW). Harald Kalinke (QUH) stellte fest: „Wir reden hier von Summen, über die man nicht so viel reden müsste.“ Für die Landwirte läpperten sich die Kosten übers Jahr, wandte Klostermeier ein. Friedingers Antrag wurde gegen seine und Stefferl-Wuppermanns Stimme abgelehnt.

Mit der Gebührenerhöhung, die zum Jahresbeginn gültig wird, steigen auch die Herstellungsbeiträge: von zwölf Euro pro Quadratmeter Geschossfläche auf 16 Euro beziehungsweise von einem Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche auf 1,30 Euro.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare