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Sensationelle Kostüme, traumhaftes Schauspiel – der Abstecher nach Aufkirchen lohnt sich.

Gelungene Premiere

Unglaubliche Liebe zum Detail bei der Dorfbühne Aufkirchen

Die Kuhglocken bimmeln noch, bevor der Vorhang bei der Aufkirchener Dorfbühne aufgeht. Neben der Blasmusik vom HNKNN-Gebläse, („Ham noch koan Namen net“) zum Auftakt ist die Kuhglocke das letzte Zugeständnis an das Bauerntheater. Jetzt gibt es Laientheater. Aber auch hier herrscht der ganz normale Wahnsinn.

Aufkirchen – Bei der Aufkirchener Truppe unter der Regie von Barbara Reuel reicht ein klitzekleiner Strich beim Schwangerschaftstest und die Welt versinkt im Chaos. „Wer ist da schwanger?… Von wem, warum und überhaupt?“ heißt der Vierakter von Andreas Keßner, der nicht nur wegen des Personals mit nur zwei Männer- und vier Frauenrollen, sondern auch inhaltlich die Aufkirchener Theatergruppe zu Höchstleistungen motivierte. Nur so viel zum Inhalt: Katrin entdeckt nach ihrem dreiwöchigen Kuraufenthalt einen Schwangerschaftstest im Bad. Testergebnis positiv. Das Röhrchen unbekannter Herkunft sorgt für mannigfache Spekulationen. Wer ist hier schwanger? Tochter? Mutter? Nachbarin? Oder hat etwa der Gatte eine Geliebte? Aufruhr und Konfusion allüberall, solange bis der Wahnsinn droht.

Testergebnis positiv. Dieses Urteil bescheinigte auch das Premierenpublikum dem Ensemble. Ganz unerwartet ist das nicht, schließlich feiern die Aufkirchener gerade ihr fünfzehntes Bühnenjubiläum. Alle Mitglieder des Vereins sind von Anfang an dabei, bis auf Alexander Kiesel, der als Neuzugang die Entdeckung der Spielzeit 2017 ist und sich in der Rolle des Dirk gleich im Vollrausch selbst überholt. Sein Spezi ist der Wolfi, gespielt von Stefan Meisenzahl, der männliche Star seit Jahren. Schauspielerisch sind sie alle quicklebendig und bestens aufgestellt. Das Schönste aber ist, dass sich keiner drum schert, wie deppert er aussehen kann.

Aufkirchner Dorfbühne: „Wer ist da schwanger...?“ in Bildern

Kostüme und Maske (Karin Fröhlich und Andrea Schwenski) sind heuer der Kracher, unübertroffen bei Hilde Zahn, die in abartig hässlichen Putzkitteln (die muss man erst mal finden!) wie ein Pfannkuchen auf dem dunkelbraunen Samtsofa hockt, eine Dorftrasch’n mit Breitmaulfroschmimik wie sie im Buche steht. Grandios auch Sibylle Herb als aufgebrezelte Kathrin, herrlich verheult schniefend neben der gestrengen Monika Norbach, sprich Elke, die immer ein Patentrezept parat hat. Einen traumhaften Anblick bietet auch Katharina Bauer als Tochter Daniela. Bleibt noch der heimliche Star des Abends, Stefan Meisenzahl, wie immer komisch, diesmal als eifersüchtiger Ehemann.

„Wer ist da schwanger...?“: Nächste Vorstellungen am 24./25.//31. März, und 1. April jeweils um 19.30 Uhr sowie am 26. März und 2. April um 17.30 Uhr. Eintritt 10 Euro.     ak

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