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Der Stein des Anstoßes: Der Müll des Gasthofs Post wird in diesem unfertigen Häuschen gelagert. 

Am Gasthaus Post

Viel Ärger um ein Müllhäuschen in Aufkirchen: Auch der Pfarrer hat Bedenken

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Noch immer ist der Müll des Gasthauses Post in Aufkirchen ein Ärgernis für Bürger und Behörden. Und für Wirt Andreas Gröber. Jetzt meldet auch Pfarrer Albert Zott seine Bedenken an.

Aufkirchen – Wäre das Müllhäuschen nicht so unschön anzusehen, wäre die Geschichte fast zum Lachen. Seit das Gasthaus Post vor sieben Jahren nach der Sanierung wieder eröffnete, lagert der Gastronomiemüll auf dem Platz vor der Friedhofsmauer. Fast ebenso lange wird darüber diskutiert, ob der Müll dort hinpasst und wo er alternativ hin könnte.

Über ersteres sind sich die Parteien – Wirt Andreas Gröber, Landratsamt und Berger Bürger – ziemlich einig: Nein, der Ort an der Friedhofsmauer ist nicht für die Lagerung von Gaststättenmüll geeignet. Über zweiteres verhandeln Gemeinde, Landratsamt und Gröber seit Jahren (wir berichteten). Zuletzt auch über die Sichtweise des Denkmalschutzes, der durch den Müll das Ensemble der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt verschandelt sieht.

Das tut der Hausherr der Kirche, Pfarrer Albert Zott, übrigens auch. Er schrieb jetzt an Landrat Karl Roth und erkundigte sich nach dem Fortgang der Verhandlungen. „Das Müllhäuschen verschandelt die Ortsdurchfahrt und die Wallfahrtskirche sowieso“, sagte er auf Anfrage des Starnberger Merkur. Vor allem, seit das Häuschen immer häufiger als Plakatständer genutzt werde.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung war das Schreiben des Pfarrers Thema. Wie Bürgermeister Rupert Monn sagte, gibt es einen möglichen Standort auf der Westseite des Gasthofs, am Kreuzweg hinter der Kurve. Das bestätigt das Landratsamt auf Anfrage. Erst vor zwei Wochen habe man Gröber deshalb geschrieben. Zur Not müsse man die Müllverlegung denkmalschutzrechtlich anordnen, sagt Landratsamtssprecher Stefan Diebl. „Wir hoffen aber, dass es auch so geht.“

Angesichts dieser Darstellung drängt sich der Eindruck auf, dass Gröber alle auf den Arm nimmt, dass er Veränderungen immer wieder zustimmt, um dann doch nichts zu unternehmen. Das weist er weit von sich. „Vielmehr habe ich selber das Gefühl, dass mich alle auf den Arm nehmen“, sagt er. Denn sein Grundproblem habe die Denkmalschutz-Abteilung im jüngsten Schreiben völlig ignoriert: die Stellplatzfrage. Würde er das Müllhäuschen auf die Westseite stellen, gingen ihm zwei Parkplätze verloren. Und damit könnte der Betrieb seines Lokals gefährdet sein. „Ich will niemanden ärgern“, sagt Gröber. Wenn ihm zugesichert werde, dass die zwei dann fehlenden Parkplätze keine Auswirkungen hätten, sei er sofort bereit, den Müll umzuziehen.

Grundsätzlich steht das Müllhäuschen zur Gänze auf Gröbers eigenem Grund. Rein optisch hat sich das Erscheinungsbild im Sommer 2018 bereits verbessert. Damals hat Gröber den unansehnlichen, mit Planen verhängten Bauzaun durch ein Holzhäuschen ersetzt. Dem fehlt noch das Dach, weil das Landratsamt aus Denkmalschutzgründen den Bau eingestellt hat.

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