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Pfarrer Piotr Wandachowicz vor seiner Kirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen: Der 50-jährige katholische Geistliche wechselt zum September in die Stadtpfarrei Germering mit 15 000 Gläubigen.

Von Aufkirchen nach Germering

Pfarrer Wandachowicz: So war meine Zeit am Starnberger See

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Pfarrer Piotr Wandachowicz geht nach Germering, und auch sein Nachfolger in Aufkirchen steht fest: Pfarrer Albert Zott aus München. Zeit für eine Bilanz.

Aufkirchen – Pfarrer Piotr Wandachowicz hat die Pfarreien Aufkirchen und Höhenrain in einer schwierigen Zeit übernommen. 2005 kam er nach Percha und Wangen, 2008 nach Aufkirchen mit der Aufgabe, die vier Pfarreien zusammenzuführen. Das war insbesondere deshalb nicht leicht, weil ein Teil der Aufkirchner Gläubigen massiv dafür gekämpft hatte, dass Wandachowicz’ Vorgänger, Pater Laurentius Wild, in Aufkirchen bleiben kann.

Der junge polnische Pfarrer ließ sich davon nicht beirren, und auch die Aufkirchner und Höhenrainer Gläubigen ließen ihn später nicht spüren, dass einige von ihnen lieber Pater Laurentius behalten hätten. „Ja, mein Start hier stand im Schatten des Abschieds von Pater Laurentius“, räumt er ein. Er hat das gut gemeistert. „Ich habe einen fairen Umgang mit der Gemeinde, und sie hat einen fairen Umgang mit mir“, sagt der 50-jährige Geistliche. „Ich habe heute noch Kontakt mit Pater Laurentius.“

Gerechtigkeit ist sein Anliegen. Er will den Menschen gerecht werden. Und er bemüht sich, auch mit sich selbst gerecht umzugehen. „Wenn mich jemand kritisiert, überlege ich lange, ob er nicht recht hat. Wenn ja, dann nehme ich das auf – wenn nicht, dann bin ich immun und bleibe bei dem, was ich für richtig halte.“ Klar sei das subjektiv, „aber so viel Objektivität trage ich in mir“, sagt er mit einem Lächeln.

Ein Vorwurf, den er sich anhören musste: „Zu lange Predigten.“ Zuletzt habe er es in acht Minuten geschafft. „Aber es hat nicht immer geklappt“, gibt er zu. Wandachowicz hat sich durch Beständigkeit und durch Zurückhaltung ausgezeichnet. Er war bei vielen Feuerwehr- und noch mehr Vereinsversammlungen und ist dadurch schnell Teil der Gemeinschaft geworden. Jetzt verlässt er sie, weil sich das Personalkarussell in der Diözese dreht (wir berichteten). „Ich habe mich hier an eine lebendige Gemeinschaft angeschlossen, und es war klar, dass ich sie irgendwann verlassen muss.“

Er hinterlässt seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld. Das Zusammenwachsen der vier Pfarreien, das 2008 angestoßen und 2011 offiziell abgeschlossen wurde, passiert tatsächlich. Das war nicht leicht, denn der Weg von Höhenrain nach Wangen ist weit. Die Ehrenamtlichen haben dabei viel geleistet. Auch, weil die Stelle des Pastoralassistenten seit Jahren nicht besetzt ist. „Ich hoffe sehr, dass mein Nachfolger eine Unterstützung bekommt“, sagt Wandachowicz.

Entlastet wird der neue Pfarrer Albert Zott schon deshalb sein, weil die Verwaltungsgemeinschaft mit Wolfratshausen zum 1. Oktober beginnt, die der Kindertagesstätten mit Schäftlarn schon zum 1. September. „Das bringt viel“, ist Wandachowicz überzeugt. „Auch für die ehrenamtlichen Kirchenpfleger.“ Der Pfarrverband verantwortet 25 Gebäude und Grundstücke sowie vier Kirchenstiftungen.

Auf der pastoralen Ebene ist die Einheit des Pfarrverbands schon abgeschlossen. „Der Pfarrverband Aufkirchen ist auf dem neuesten Stand“, sagt Wandachowicz. Seine neuen Aufgaben liegen nun in der Stadtpfarrei Germering. Dort ist er Pfarrvikar. „Ich trete etwas zurück, das ist okay.“

Der offizielle Abschied von Wandachowicz findet am Sonntag, 23. Juli, in Percha statt. Um 10 Uhr beginnt die Messe in St. Christophorus, danach ist ein Empfang geplant.

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