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Die Graf-Familie und ihre Verzweigungen in die Gegenwart: Der Stammbaum auf der Schiefertafel ist in der Graf-Ausstellung in der Berger Galerie Wimmer zu sehen, bis 16. Juli donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Oskar-Maria-Graf-Festtage

Der Dichter im Dorf

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Riesenandrang bei der „Spurensuche“ mit der Kunsthistorikerin und Journalistin Katja Sebald, die anlässlich des 50. Todestages von Oskar Maria Grafs zu einem Spaziergang durch das Heimatdorf des bayerischen Schriftstellers eingeladen hat. Ihr Ziel war es, die Ecken in Berg zu finden, die noch wie in den Kindertagen Grafs aussehen. Das ist ihr gelungen.

Berg –„Mein bester Spezi ist der Kramerfeichmartl gewesen“ ist der Rundgang überschrieben. Er beginnt direkt an der Galerie Wimmer mit einem schmalen Steig, den selbst viele Berger, die den Großteil der Spaziergänger ausmachten, noch nie gegangen sind. Dabei kommt man am Waschhäusl hinter dem damaligen Bäckerhaus vorbei, in dem die Resl, Grafs Mutter Therese Heimrath, bis zu ihrem Tod wohnte.

Den Maibaum im Rücken geht es weiter am Grafstüberl vorbei zum Kramerfeicht, wo Grafs Spezl gewohnt hat. Auf der Wiese am Kircherl mit Blick über den See saß Graf oft mit seinem Bruder Maurus und hat die heimlich gekauften Bücher gelesen.

Wunderbar verknüpfen sich bei diesem Spaziergang tatsächliche Bilder mit den Vorstellungem im Kopf, Gelesenes, Erzähltes, Vorgelesenes setzt sich zu einem Gesamteindruck zusammen, der die Kindheit und Jugend Grafs lebendig werden lässt. Man sieht die Lederhosenkinder auf der Straße spielen, Lausbubenstreiche im Kopf, man sieht sie Körbe voller König-Ludwig-Semmeln, die wegen der Zähne des Monarchen lätschert sein mussten, zum Schloss runtertragen. Katja Sebald ist mit offenen Augen durch das Dorf gelaufen, zeigt verblichene Spuren, wie den Schriftzug des ehemaligen Schlosscafés an der Fassade der Wittelsbacherstraße 20, die später die Schlossbrauerei Berg beherbergte.

Beim Schmalzer Hof kommt der König ins Spiel. Dort lebte im Dachstübchen bis zu seinem Tod der Schmalzer Hans, einst Hilfskammerdiener Ludwigs II., der nach einer Nacht im Bett des Königs, von der er stolz erzählte, nur noch in Livrée im Dorf erschien. „Als schnarchender Diener“ ist er bei Graf in den Kalendergeschichten verewigt.

Der Graf-Spaziergang

findet nochmals an den Samstagen 8. und 15. Juli statt. Beginn ist um 16 Uhr an der Galerie Wimmer. Kosten: 10 Euro. Anmeldung erforderlich unter mail@katjasebald.de.

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