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Der Sonntag ist Papa Hefner (Martin Klostermeier) heilig. Auf seinem Liegestuhl wird er jedoch ein ums andere mal gestört. Zum Beispiel durch die Betriebsamkeit seiner Frau Karin (Lena Hochstrasser). 

Kolpingsfamilie und Trachtenverein

Höhenrain ist aus dem Häuschen

Höhenrain - Aus dem Leben gegriffen: Resi Muchs Theaterstück „Aber ned mit mia!“ feiert umjubelte Premiere. 

Bergs Ortsteil Höhenrain steckt voller Überraschungen: Angekündigt hatten die Kolpingsfamilie und der Trachtenverein für Sonntag beim Alten Wirt ein „lustiges Theaterstückerl“. Aber das Adjektiv „lustig“ wird dem Stück „Aber ned mit mia!“ in keinster Weise gerecht. Es ist großartig, was Resi Much in sieben Nächten aus der Feder geflossen war.

Modell gestanden war der Hausfrau ihr direktes Umfeld, was dazu führt, dass aus dem einen oder anderen Zuschauer nicht nur einmal „Das könntest du gewesen sein“ herausplatzt. Im Mittelpunkt stehen Vater Toni (Martin Klostermeier), Mutter Karin (Lena Hochstrasser) und Tochter Steffi Hefner (Bernadette Much).

Man schreibt Sonntag, den 23. Dezember. Und der Sonntag ist Papa Hefner heilig, was er mit Bemerkungen wie „Heit is Sonntag, a wenn morgn Weihnacht is“ bekräftigt. Großartig demonstrativ breitet er seine sieben Buchstaben auf einem Liegestuhl aus, der heute Teil der bäuerlichen Kulisse ist, und lässt den Herrgott unwiderstehlich einen guten Mann sein. Da stört freilich Karin Hefners Betriebsamkeit, die mit Putzutensilien von einem Zimmer ins andere rast. Und das, weil der Vater die Krippe nicht am heiligen Sonntag, sondern vorausschauend am Abend zuvor im Stockfinsteren aufgebaut hat – mit allem, das auch nur annähernd nach Krippe aussieht. Darunter der Hasenmist, der jetzt „recht streng riecht“, sodass „Maria und Josef scho umgfalle san“.

Nachdem Steffi eine Nacht lang mit Andi (Simon Oberrieder) den Stand des Trachtenvereins auf dem Adventsmarkt gehütet hat, schlurft sie übermüdet auf die Bühne. Ins Bett zurück lassen sie die Eltern nicht, was die Tochter kess mit einer dieser schlagkräftigen Antworten aus der Feder der Autorin „Wenn eich die Anwesenheit meines Körpers so wichtig is“ quittiert. Gekonnt aus der Ruhe gerissen wird der Herr des Hauses schließlich von Freund Sepp Breiter (Elmar Buchner), der ankündigt, dass sein Boot im Hefner-Stall überwintere. Ein super Geschäft, behauptet der Mann spitzfindig: „Du kriagst s’Boot übern Winter und i hols dann wieder im Sommer.“

Unterdessen sind die Zuschauer kaum mehr zu halten, und als Tante Wally (Hildegard Buchner) als unzufriedene Verwandte auftaucht und Franz Bapst (Robert Stefke) dem Toni sogar im Traum als Papst erscheint, prusten die Zuschauer ungehemmt los.

Fünf Wochen hatten die Protagonisten geprobt – und nicht nur der Text sitzt, sondern neben der Maske (Bettina Schreiner) und der Technik (Michael Buchner) auch jede Geste, mit der die Laien den trockenen Humor Resi Muchs so richtig zur Geltung bringen. Unter den Zuschauern sitzt Bürgermeister Rupert Monn mit Familie – und stimmt nach einer Stunde erstklassiger Unterhaltung begeistert in den anhaltenden Applaus ein.

Weitere Aufführung:

Am Freitag, 16. Dezember, 14 Uhr, wird das Stück im Pfarrheim für alle Höhenrainer Senioren noch einmal aufgeführt.

Michèle Kirner

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