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Perspektiven für Flüchtlinge erkennen Dirk Dieber (Arbeitsagentur), Sebastian Blumberg (Hotel Vier Jahreszeiten) und Ingrid Grube (bfz, v.r.)

Beschäftigung von Asylbewerbern

Perspektiven für Flüchtlinge

Starnberg - Bei der Beschäftigung von Asylbewerbern gibt es Fortschritte. Eine wichtige Rolle spielen die Lehrgänge „Perspektiven für Flüchtlinge“. Der erste in Starnberg ist gerade zu Ende gegangen.

Sie kommen aus Armenien, Eritrea, dem Irak, Nigeria und Syrien. Acht Flüchtlinge, alle im Landkreis Starnberg untergebracht, haben am Freitag einen Lehrgang beendet: Perspektiven für Flüchtlinge, kurz PerF. Zwölf Wochen hat der erste Kurs dieser Art bei den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) in Starnberg gedauert.

Sechs Wochen davon haben die Teilnehmer Praktika bei Unternehmen absolviert, so etwa im Klinikum Starnberg, in der Gilchinger Bauunternehmung Kaltstein sowie in mehreren Hotel- und Gastronomiebetrieben wie dem Klostergasthof Andechs oder dem Starnberger Hotel Vier Jahreszeiten. Die Kosten zahlt die Agentur für Arbeit. „Horrende Summen“ seien das aber nicht, bekräftigt ihr Starnberger Leiter Dirk Dieber: „Eine Teilnehmerstunde liegt etwa bei vier Euro.“

Ein zweiter Lehrgang hat bereits begonnen, diesmal überwiegend mit Afrikanern. Die Schulungsmaßnahmen sollen weiter ausgebaut werden. Bei der Auswahl der Asylbewerber werden nach Diebers Angaben die ehrenamtlichen Helferkreise in den einzelnen Orten des Landkreises eng eingebunden.

„Wir haben bisher von keinem einzigen Unternehmen negatives Feedback bekommen“, sagt Ingrid Grube, die den ersten Starnberger PerF-Lehrgang geleitet hat. Vier der acht Kursteilnehmer haben nach ihren Angaben bereits einen Job – ganz normale Anstellungen oder zunächst auf 450-Euro-Basis. Einige Unternehmen, so am Bau, warten wegen der Jahreszeit noch ab, signalisieren aber Interesse.

Der Starnberger Arbeitsagentur-Chef Dieber spricht von einer „hohen Einstellungsbereitschaft“. Jeden Tag komme zumindest ein Asylbewerber in Arbeit. Die bfz sind zurzeit allein mit etwa 50 Unternehmen in Kontakt, sagt Ingrid Grube. An weiteren Firmen bestehe viel Interesse, sie werden gebeten, sich zu melden. Nach Angaben von bfz-Leiterin Annette Grabow werden in einer Datenbank mehr als 1000 Unternehmen aus dem Landkreis geführt. Sehr positiv äußert sich Dieber zur Unterstützung durch die Helferkreise in den Orten des Landkreises: „Ohne sie ginge es nicht.“

Einen der Kernpunkte bilden die Deutsch-Kenntnisse. „Die Lehrgangsteilnehmer haben schon ein relativ gutes Sprachniveau“, sagt Annette Grabow. Dennoch wird in einigen Fällen noch besseres Deutsch vorausgesetzt. Umso mehr dankt Ingrid Grube Arbeitgebern, die „eine Beschäftigung auch bei niedrigerem Sprachniveau ermöglichen“. Im Starnberger Hotel Vier Jahreszeiten sei das der Fall gewesen. In der Hotelküche sei es sowieso sehr international, sagt Sebastian Blumberg, der Rooms Division Manager des Hotels. Der Praktikant habe eine hohe Motivation gezeigt. Er soll nun eine feste Anstellung bekommen.

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