Betrunken Polizisten attackiert

Gauting - Drei zerbrochene Statuen und jede Menge Ärger gab es vor einer griechischen Taverne in Gauting. Ein Streit eskalierte, Polizisten wurden attackiert.

Der Vorfall ereignete sich im Mai vergangenen Jahres. Mit 2,06 Promille im Blut randalierte ein 18-jähriger Azubi vor einer griechischen Taverne in Gauting. Im Restaurantvorgarten demolierte er zunächst die Dekoration, danach kam es zu Handgreiflichkeiten sowohl mit dem Lokalpersonal und Stammgästen als auch mit der Polizei.

Beim juristischen Nachspiel vor dem Starnberger Jugendgericht zeigte der bereits mehrfach vorbestrafte Azubi Reue. Auch seine beiden wegen Köperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mitangeklagten Brüder sowie ein 17-jähriger Freund des Angeklagten räumten die Vorwürfe der Anklage ein. Demnach hatte der 18-jährige Haupttäter bei dem feuchtfröhlichen mitternächtlichen Spaziergang des Quartetts zunächst drei Statuen vor der Taverne umgeschubst. Zu Bruch gingen dabei auch Restaurantmöbel, der Gesamtschaden belief sich auf rund 1200 Euro.

Tüchtig angetrunken und entsprechend aggressiv ließ es sich der 18-Jährige anschließend nicht nehmen, gegenüber dem entsetzten griechischen Restaurantpersonal in ausländerfeindlicher und antisemitischer Weise beleidigend zu werden. Der Streit vor der Gaststätte eskalierte, als Lokal-Stammgäste schlichtend eingreifen wollten. Einen 25-jährigen Studenten schubste der Azubi dabei gegen einen Zigarettenautomaten.

Auch die Polizeistreife hatte ihre liebe Not mit dem Quartett. Alle vier Angeklagten bedrängten und schubsten die beiden Beamten derart hartnäckig, dass diese Pfefferspray zum Einsatz bringen mussten und mehrere Streifen zur Unterstützung anforderten. Eine Polizistin wurde im Tumult von dem 18-jährigen Azubi schmerzhaft auf die Schulter geschlagen. Nur unter Mühen konnte der Hauptaggressor auf der Motorhaube des Streifenwagens gefesselt werden - eine Aktion, die der 18-Jährige mit ordentlichen Springerstiefel-Tritten gegen das Polizeiauto quittierte. Schaden am Fahrzeug: 2495 Euro.

Spürbar fiel die verhängte Strafe vor allem für den 18-jährigen Statuen-Zerstörer aus. Wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, Volksverhetzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte muss er kraft Urteil von Jugendrichter Ralf Jehle in Bälde zwei Wochen Dauerarrest verbüßen. Unter Einbeziehung eines vorausgegangenen Urteils vom Dezember 2015 gilt: Der mehrfach vorbestrafte Azubi muss kraft Auflage zudem einen KZ-Besuch in Dachau sowie zehn Alkoholberatungsgespräche absolvieren.

Glimpflicher kamen die drei Mitangeklagten davon. Für das Gedrängel mit den Polizisten verhängte Richter Jehle für den 16-jährigen Bruder 48 Sozialstunden. Der vorbestrafte dritte Bruder ist kraft Urteil dazu verpflichtet, sein bereits begonnenes Antiaggressionstraining weiterzuführen. Der 17-jährige Freund der Brüder erhielt 72 Sozialstunden nebst 100 Euro Geldauflage.

Den drei Brüdern erlegte das Gericht zudem auf, dass sie sich künftig nicht mit mehr als 0,2 Promille Alkohol im Blut in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen.

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