Amtsgericht Starnberg

Bewährungsstrafe für Betrug beim Pferde-Kauf

Berg - Sie kauften ein Pferd, hatten aber gar nicht das nötige Geld: Wegen Betruges wurde ein 33-Jähriger vom Starnberger Amtsgericht verurteilt. Gegen seine damalige Partnerin wird noch verhandelt.

Wegen Betruges im Zusammenhang mit dem gescheiterten Kauf eines in Berg angebotenen Wallachs ist ein 33-jähriger Kraftfahrer aus Pirna zu acht Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Gegen seine Ex-Partnerin (30) aus dem Kreis Soltau ist in der gleichen Sache ebenfalls ein inzwischen abgetrenntes Strafverfahren wegen Betruges anhängig, dem sie sich mehrfach „wegen Erkrankung“ zu entziehen versucht hatte. Sie hatte den Kaufvertrag unterschrieben.

Die Starnberger Amtsrichterin Brigitte Braun hatte sich an zwei Verhandlungstagen ein ausführliches Bild von dem Pferde-Kauf im Januar 2014 machen können und war wie die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss gekommen, dass das Pärchen seinerzeit „mit erheblicher krimineller Energie“ zu Werke gegangen sein dürfte. Der Kraftfahrer hatte seine Zahlungsfähigkeit bei den Kaufverhandlungen mit einer Berger Pferde-Wirtin abwechselnd mit einer angeblichen Erbschaft und Geld aus einem Firmenverkauf zu belegen versucht. Als die Bergerin ihren damals für 20 000 Euro im Internet zum Verkauf angebotenen Wallach bereits nach Soltau gebracht hatte , hatte sich die Abwicklung immer verzögert und war dann ganz geplatzt.

Im Zeugenstand sagte die 61-Jährige aus, sie sei von dem Pärchen „ständig hingehalten worden“ und habe sich buchstäblich „beschissen gefühlt“. Nach Stornierung des Kaufvertrages habe sie ihren Wallach wieder abgeholt: „Er war in furchtbarem Zustand“, berichtete die Bergerin, die Strafanzeige erstattet hatte. Wie sich am zweiten Verhandlungstag herausstellte, hatte weder die arbeitslose Ex-Partnerin des Soltauers die Mittel für den Kauf gehabt noch der Angeklagte. Dieser hatte angeblich auf einem vom Gerichtsvollzieher gesperrten Konto 200 000 Euro liegen, die er zum Zeitpunkt des Pferde-Deals jedoch nicht frei bekam, so die Soltauerin. Ihr Ex-Freund habe ihr den Wallach „zum Geburtstag“ schenken wollen, behauptete die hoch verschuldete 30-Jährige, die offenbar davon träumte, dem Western-Reiter mit dem Wallach das Dressurreiten beizubringen. 

Schwer belastend für den Angeklagten kam noch hinzu, dass das Pärchen den noch nicht bezahlten Wallach selbst im Internet zum Weiterverkauf annonciert hatte, wie die Bergerin herausfand. Ihr Pferd war auf einen anderen Hof geschafft worden und dort verwahrlost vorgefunden worden, weil offenbar nicht mal die Stallgebühr bezahlt wurde. Als Auflage muss der Verurteilte der Bergerin 2400 Euro für Transport und ärztliche Versorgung erstatten. 

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