Biber-Werk: Peter Neubauer vom Rhein-Main-Donau-Segelclub fand die Biberspuren. „Es gab sogar diverse Anzeigen wegen Baumfrevel“, lacht er. Foto: Jaksch
+
Biber-Werk: Peter Neubauer vom Rhein-Main-Donau-Segelclub fand die Biberspuren. „Es gab sogar diverse Anzeigen wegen Baumfrevel“, lacht er. Foto: Jaksch

Biber tummelt sich an Uferpromenade

Herrsching - Baumfrevel, raunten schon die ersten Passanten. Aber weit gefehlt: Ein hungriger Biber hat am Herrschinger Seeufer eine Silberweide angenagt. Der Baum muss gefällt werden.

Der Biber hält die Gemeinde Herrsching heuer in Atem. Waren es zunächst Bäume an den Bahngleisen, die er angeknabbert hatte (wir berichteten), ist es nun eine junge Silberweide direkt an der Seeuferpromenade, ganz in der Nähe des Fischbachs. Über diesen Wasserlauf kommt der Biber an den See. Die Burg, die maximale von sechs Tieren bewohnt wird, hat er vermutlich im Herrschinger Moos. Biberfachberater Franz Wimmer wundert sich deshalb nicht. Zudem befinde sich der Biber gerade in der Nahrungsumstellung. Der Vegetarier ernährt sich im Winter nämlich von Baumrinde, und zwar am liebsten von der junger Zweige. Um an diese zu gelangen, muss er den Baum fällen. Silberweiden und Pappeln zählen zu seinen Lieblingsspeisen, junge noch dazu, „da hat er weniger Arbeit“.

Der Baum am Rhein-Main-Donau-Segelclub wird der Bauhof wohl fällen müssen. Da er bereits rundrum ange-nagt ist, werde er eingehen, so Wimmer. Allerdings habe er sich den Baum noch nicht vor Ort ansehen können, so dass er die Situation auch nicht abschließend beurteilen könne. Bevor jedoch der Biber ihn fällt, werde es der Bauhof machen, damit keine Personen gefährdet werden. „Der Stamm wird dann eine Weile liegen gelassen, so dass der Biber ihn in Ruhe abernten kann, bevor er andere Stämme annagt“, erklärt Wimmer.

Zum Schutz der anderen Bäume gebe es zwei Möglichkeiten: Draht oder einen elastischer Schutzanstrich, der mit den Bäumen mitwächst. „Bei Hirschen hat sich der Anstrich bewährt und bei Bibern wirkt er genauso“, so der Fachberater. Allerdings sei diese zweite Variante auch die teurere.

Auch interessant

Kommentare