Auf die Hose kommt es an: Matthias Augustin (l.) und Heinrich Oberhammer vom Gautinger Bauhof ziehen einer alten Erle eine Drahthose an. Zunehmende Schäden veranlassten das Landratsamt zum Handeln. Foto: FKN

Biber an der Würm

Schutz vor Nagern: Neue Hosen für alte Bäume

Gauting - Die Biber an der Würm finden derzeit weniger Nahrung – vor allem Baumrinde steht auf dem Speiseplan der Nager. Deswegen haben Gemeinde und Landratsamt Schutzmaßnahmen für einige Bäume  ergriffen.

Ein erwachsener Biber braucht am Tag rund 1,5 Kilogramm Nahrung. In der kalten Jahreszeit und besonders bei Schnee findet er jedoch weniger Pflanzen und nagt deswegen zwar nicht am Hungertuch, aber an Bäumen. Ein würmtal-weites Phänomen, das in Gauting einer alte Eiche das Leben gekostet hat. Die Untere Naturschutzbehörde hat deswegen Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Biber futtern normalerweise ganz unterschiedliche Pflanzen, rund 300 Arten mögen sie. Derzeit konzentrieren sich die Nager auf Rinde, wobei sie kleinere Bäume in einer Nacht zu Fall bringen. Vor wenigen Tagen fand ein Gautinger Biber Gefallen an der Eiche und knabberte sie so sehr an, dass die gefällt werden musste. „Dies war für die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Anlass, sich um den Schutz größerer Bäume an der Würm zu kümmern“, teilte das Landratsamt gestern mit.

Entlang der Würm zwischen Gauting und Stockdorf stehen nach Einschätzung der Behörde viele schützens- und erhaltenswerte Bäume. „Gerade die alten Erlen sind von einzigartiger Seltenheit und Schönheit“, teilte der Kreis mit. Zudem seien die Erlen dort – anders als an vielen anderen Stellen – noch vital und nicht durch einen Pilz geschädigt. Landratsamtmitarbeiter, Biberberater und Mitarbeiter der Gemeinde Gauting verpassten vielen Bäumen daher eine so genannte Drahthose, einen Zaun um den unteren Teil des Stammes. 

Die Untere Naturschutzbehörde bittet Eigentümer von Grundstücken in Biberrevieren, größere Bäume ebenfalls zu schützen. Große, alte Bäume seien aus ökologischer und ästhetischer Sicht eine Bereicherung. Vom Biber angenagte Bäume würden zudem zu einem Verkehrssicherheitproblem – und dafür ist der Grundeigentümer verantwortlich. Eine Hosen-Bauanleitung ist im Internet auf www.lk-starnberg.de/biber zu finden oder kann bei Johanna Fix unter (0 81 51) 14 85 03 und Ursula Madeker 14 85 02 angefordert werden.

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