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Die fröhliche Flora (Saskia Seebaß) sorgt in „Nicht lustig“ für einen wunderbar unterhaltsamen Aufstand der Geknechteten. 

Biennale der Musikschule Gauting-Stockdorf

Weniger lustig, aber unbedingt sehenswert

Die Biennale der Musikschule Gauting-Stockdorf lieferte im Bosco eine umjubelte Welturaufführung.

Gauting – Am Anfang und am Ende bot sich den Zuschauern das wahrscheinlich bunteste Bühnenbild, das das Bosco in Gauting je gesehen hat: Mehr als 50 Akteure des Musicals „Nicht lustig!“ tummelten sich da und sangen im Chor den mitreißenden Song mit der Zeile „Lass’ es frei...“

Insgesamt waren an dieser Eigenproduktion der Musikschule Gauting-Stockdorf (Regie: Heidrun Müller-Witzani) noch weit mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligt, weswegen Musikschulleiter und Musical-Komponist Christian Hiesel-Schill nach der umjubelten Welturaufführung einen großen Zettel brauchte, um sich bei allen gebührend zu bedanken.

Ihre Aufforderung erinnert an Pink Floyds „Another Brick in the Wall“

Und wie sich das gehört bei einer turbulenten Premiere, war auch mal was schief gegangen: Etliche am Körper befestigte Mikrofone hatten entweder den Geist aufgegeben oder waren bei den umfangreichen Proben „unter die Räder gekommen“, wie der Sound-Chef des Bosco berichtete. Machte aber nichts, es gibt auch Hand-Mikros, sodass jede Gesangsstimme zu ihrem Recht kam.

„Nicht lustig!“ erzählt die Geschichte der fröhlichen Flora (Saskia Seebaß in der doppelt besetzten Hauptrolle), eines Mädchens vom Lande, das ausgerechnet an seinem 13. Geburtstag von den Schergen des Präsidenten in die graue Stadt befohlen wird, um dort in Disziplin und Ordnung unterwiesen zu werden. Doch Flora lässt sich die Gehirnwäsche (samt umgetexteter Nationalhymne) nicht gefallen und sorgt schließlich für eine Aufstand der Geknechteten. Ihre gesungene Aufforderung: „Leute, wehrt euch, macht die Fenster auf! Wir wollen keine Sonderregeln mehr!“ Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ lässt grüßen...

Es wurde Monate lange geprobt, gecastet, gebaut und gebastelt

Vom Motiv her erinnert das Ganze ein wenig an „Tribute von Panem“, von der Kostümierung des „Präsidenten“ an Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, während das mit Hilfe einer Gerüstbau-Firma von Susanne Köhler konzipierte Bühnenbild wie ganz großes Theater anmutete: In Vögel verwandelte Menschen in dunklen Käfigen, die erst befreit werden, wenn die „Prophezeiung“ eintrifft und Flora die Herzen öffnet, indem sie dem Regime die Flötentöne beibringt. Mit viel Enthusiasmus trällert sie ihr Lied vom „Honigkuchenpferd“, und schon bald schmilzt das starre Regiment der Freudlosigkeit wie Butter in der Sonne, und alles tanzt – angeleitet von Deva Kämper und ihrer Assistentin der „Deva Dance School“.

Will man aus diesem großartigen Gesamtkunstwerk unter der musikalischen Leitung von Philipp Weiß, für das Monate lange geprobt, gecastet, gebaut und gebastelt wurde überhaupt jemanden hervorheben, dann vielleicht Salah Moughira als Präsidenten-Sohn „Ernst“: Der spielte sich als frecher, später aufbegehrender Junior vermutlich einfach selber und legte sich mit seinem „Alten“ an, dass es eine Freude war. „Nicht lustig!“ war nicht unbedingt lustig, aber unbedingt erfrischend in seiner Machart. Und derart bunt ging’s im Gautinger Bosco noch selten zu.

Weitere Aufführungen

am Donnerstag, 25.Mai, 10 Uhr; Samstag/Sonntag, 27./28.Mai, jeweils 16 Uhr im Bosco Gauting.

Von Thomas Lochte

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