Zentimeter für Zentimeter suchen Archäologen nach Zeugnissen früher Geschichte.

Archäologische Funde

Wieder Fund aus Keltenzeit

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Inning - Bürgermeister Walter Bleimaier hatte nebenher erfahren und in der Gemeinderatssitzung verkündet: Bei Bodenuntersuchungen an der B471 sind Archäologen auf weitere Funde aus der Keltenzeit gestoßen.

Die Gemeinde Inning hatte den richtigen Riecher. Rechtzeitig vor der Planung einer Tankstelle östlich der Bundesstraße nach Grafrath haben Archäologen Bodenfunde gemacht. Es sind vier quadratische Grabbauten, zwei Gräber mit der Ausstattung von Männern aus der La-Tène-Zeit.

Die Erfahrungen mit den Ausgrabungen vor dem Bau des Gewerbeparks hatte die Gemeinde Inning, namentlich Bürgermeister Walter Bleimaier, vorsichtig werden lassen. Damals waren Funde aus der Hallsattzeit (800 bis 450 vor Christus) aufgetaucht und hatten den Baubeginn verzögert (wir berichteten). Nun wünscht sich die Gemeinde den Umzug der Jet-Tankstelle vom Ortszentrum östlich der Bundesstraße nach Grafrath. Da die Fläche südlich an den Gewerbepark grenzt, wollte die Gemeinde diesmal frühzeitig sicherstellen, ob Funde auftauchen könnten oder nicht, um spätere Verzögerungen zu vermeiden.

Wie schon bei der großen Grabung vor drei Jahren, wurde mit den Grabungen das Büro Phoinix von Stefan Muehlemeier beauftragt. Der Pöckinger ist nicht nur in Inning, sondern auch schon bei Grabungen in Herrsching, Gilching und Gauting fündig geworden. Und wie Bleimaier am Dienstag in der Ratssitzung mitteilte, hat die frühzeitige Bodenuntersuchung in der Tat Sinn gemacht. Muehlemeier ist auch südlich des Gewerbeparks auf Funde aus der Hallstatt- und La-Tène-Zeit gestoßen. La-Tène ist eine Epoche der jüngeren vorrömischen Eisenzeit von etwa 450 bis Christi Geburt. Die Gräber, zum Teil zerstört, stammen aus dieser Zeit. Es sind Brandgräber, erklärt Muehlmeier, „sie sehen aus wie kleine dunkle Löcher“. Außer auf die zusammengefalteten Schwerter stießen die Archäologen auf Reste von Schildbuckeln sowie auf zwei Gewandspangen.

Bislang wurde insgesamt drei Wochen gegraben. Die Untersuchung ist noch nicht ganz abgeschlossen. „Man kann nicht wissen, ob noch mehr auftaucht“, sagte Muehlemeier. So genannte zerstörungsfreie Prospektionsmethoden ohne Grabungen würden in diesem Fall nicht weiterhelfen. „Diese Georadar- und Geomagnetmessungen sind noch lange nicht so weit, verlässlich zu sein“, sagt der Wissenschaftler aus Pöcking. Gegraben werden müsse immer, das habe jüngst eine Freilegung in Freiham bewiesen. Die Messungen seien auf bestimmte Fundtypen geeicht oder zu ungenau. „Endgültige Klarheit kann nur eine Grabung bringen“, so Muehlemeier. Deshalb ist er mit drei bis vier Mitarbeitern vor Ort.

Zur Sprache gekommen ist der Fund beim Antrag einer neuen Werbeanlage für die Jet-Tankstelle im Ortszentrum und der Nachfrage aus der Ratsrunde, wann denn der Umzug vorgesehen sei. Bislang ist dies nur ein Wunsch der Gemeinde, allerdings glaubt Bleimaier, dass der Ölkonzern einem Umzug nicht abgeneigt sei. Die Bauleitplanung soll nach Abschluss der Bodenuntersuchung angestoßen werden.

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