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Die Böllerschützen im Landkreis - im Bild die Inninger - reagieren mit Unverständnsi auf den Vorstoß zur Solidarität mit Flüchtlingen..

Böllerschützen melden sich zu Wort

Böller-Verzicht wegen Flüchtlingen? Das sagen die Vereine

Landkreis - Soll man aus Rücksicht auf Flüchtlinge zum Jahreswechsel auf Böllern verzichten? Das sagen die Vereine zu dem Vorstoß im Kraillinger Gemeinderat.

Keine Böllerschüsse zu Neujahr, um Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen – mit diesem Vorschlag sorgten Kraillinger Gemeinderäte am Mittwoch für Aufsehen im ganzen Landkreis. Im Würmtal wird an Neujahr geböllert – und in den anderen Gemeinden? 

Im Landkreis Starnberg gibt es mehrere Vereine, die das traditionelle Böllerschießen zu Neujahr abhalten. Mit dem Gedanken, auf den Brauch zu verzichten, haben sich die Vereine bisher nicht beschäftigt. „Ich habe vorher noch nie gehört, dass wegen des Böllerschießens Ängste geschürt werden könnten“, erklärt Anton Kiefmann, der 1. Vorstand der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Inning. 

Auch bei den Feldafingern kam diese Diskussion noch nicht auf. „Das Schießen ist bei uns so weit von der Flüchtlingsunterkunft entfernt, dass sie davon eigentlich nichts mitbekommen sollten“, sagt der 1. Vorstand der Böllerschützen Feldafing, Georg Riedl. Vorsichtshalber könne man aber die Veranstaltung auch in den Flüchtlingsunterkünften ankündigen und ihnen die Tradition erklären, um eventuelle Zwischenfälle zu vermeiden. 

Aus Rücksicht auf Flüchtlinge: Sie verzichteten auf Böllern

In Hechendorf ist der Verzicht auf das Böllern aus Rücksicht auf die Flüchtlinge hingegen nichts Neues. „Im Mai feierte unsere Wirtin ihren 60. Geburtstag. Aus Rücksicht auf die frisch in das Bürgerstadl gezogenen Asylbewerber haben wir auf das Böllerschießen verzichtet“, erinnert sich Carolin Gallmaier von der Schützengesellschaft Hechendorf-Güntering. 

Ob es dieses Jahr ein Neujahrsschießen geben wird, wird sich erst kommende Woche in den anstehenden Sitzungen entscheiden. Laut Gallmaier sollte die Tradition aber auch 2016 weiter bestehen bleiben. „Die Asylbewerber sind inzwischen sehr gut integriert und leben schon seit sieben Monaten in Hechendorf. Ich glaube nicht, dass es da ein Problem geben wird.“ 

Dieser Meinung ist auch Ulrich Baur vom Veteranen- und Soldatenverein Erling-Andechs: „Es ist eine angekündigte Veranstaltung, und das Schießen ist nach vier Minuten vorbei. Zudem ist es nicht so laut, dass sich jemand ängstigen müsste.“ Wie Kiefmann erklärte, ist es eine alte Tradition zur Jahreswende. Anders als das Zünden von Raketen und Kracher findet diese am Nachmittag bei Tageslicht statt. Das Böllern sollte ursprünglich böse Geister vertreiben, der Brauch ist mehr als 500 Jahre alt. Laut knallt es vor allem in der Silvesternacht. 

Mit der Problematik des mitternächtlichen Feuerwerks beschäftigen sich auch bereits die ersten Helferkreise. Sie versuchen, die Asylbewerber schon jetzt auf Feierlichkeiten zu Neujahr vorzubereiten.

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