Bürgerbegehren gegen ein Bürgerbegehren

Gilching - Als kontraproduktiv bezeichnet Bürgermeister Manfred Walter das Vorgehen der Initiative „Westumfahrung Gilching", sollten sie ernst machen und (wir berichteten) ein weiteres Bürgerbegehren initiieren.

„Ich hatte mich mit dem Sprecher der Gruppe, Heinz Angermaier, bereits getroffen und auf die Gefahr einer erneuten Verzögerung hingewiesen“, erklärte Walter und fügte an: „Dennoch habe ich am Wochenende ein Formular mit den Fragen für ein Bürgerbegehren erhalten. Überrascht war ich, dass die Initiative, die ja auf eine sofortige Umsetzung der alten Planungen und somit den raschen Baubeginn der Westumgehung fordert, Unterschriften für eine weitere Umplanung sammeln wollen“.

In der Unterschriftenliste heißt es unter Punkt 2: „Sind Sie dafür, dass die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zum Badesee und nach Wismath direkt nördlich des Weßlinger Kreisels ausgeführt wird und nicht am Talbauernweg?“ Laut Walter bedeutet dies, dass der beschlossene Talbauernweg aus den Planungen raus und stattdessen neu am so genannten Weßlinger Kreisel eine Unterführung gebaut wird. „Dies ist eine völlig neue Variante und muss bei der Regierung von Oberbayern als federführende Planungsbehörde neu beantragt werden. Nachdem wir ja aufgrund des Bürgerentscheids vom Februar mit der Umplanung schon sehr weit sind, müssten wir wieder von vorne anfangen. Die Planungsbehörde wird irgendwann sagen, kommt wieder, wenn ihr wirklich wisst, was ihr wollt.“ Derzeit sei seitens der Planer selbst für den umstrittenen Röchner-Knoten - der nun laut BI „Westumfahrung Gilching“ komplett raus soll - eine machbare Lösung gefunden worden, so Walter. „Dafür ist ein großer Grunderwerb notwendig. Aber dann könnten wir den geforderten Radweg ansetzen.“

Der Rathauschef befürwortet Bürgerbegehren, die Entscheidungen des Gemeinderats in Zweifel ziehen und Lösungen aufzeigen können. „Sie sind aber nicht dazu da, sich gegenseitig Meinungen streitig zu machen. Hier handelt es sich eindeutig um ein Bürgerbegehren gegen ein Bürgerbegehren. Wenn jetzt jedes Jahr ein Bürgerbegehren kommt, haben wir in 20 Jahren noch keine Entlastungsstraße.“ ph

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