Großes Lob für neue Mehrheit

Starnberg - Tunnel oder Umfahrung waren erneut die beherrschenden Themen bei der letzten Sitzung der Bürgerliste in Starnberg. Man ist auf der Suche nach einem gemeinsamen Weg.

Sowohl der stellvertretende Vorsitzende Axel Wahmke als auch der frisch gekürte Fraktionssprecher Dr. Klaus Rieskamp betonten, dass eine Mehrheit im Stadtrat um einen gemeinsamen Weg ringe. Wahmke lobte vor den anwesenden rund 30 Mitgliedern und Gästen die neue konstruktive Zusammenarbeit, zu der sich die BLS mit CSU, UWG, Grünen, SPD und DPF zusammen gefunden habe, um „insbesondere bei Tunnel und Umfahrung an einem Strang zu ziehen“.

Sichtbares Zeichen: Mit Patrick Janik (UWG) und Angelika Kammerl (DPF) waren zwei Stadträte aus anderen Fraktionen ebenfalls der Einladung ins „Opatija“ nach Söcking gefolgt. Der neue Zusammenschluss zählt 21 Stadträte – und damit eine klare Mehrheit im Gremium.

Wie aus vorangegangenen Wahlkämpfen bekannt, kämpften CSU, UWG, Grüne und SPD bisher stets für den B2-Tunnel, die BLS und die beiden Damen der DPF dagegen für die ortsferne Umfahrung nach der von BLS-Gründer Walter Jann verfolgten Trasse zwischen Waldkreuzung und Autobahndreieck bei Oberdill.

„Bisher gibt es für keines der Projekte eine Mehrheit im Stadtrat“, bestätigte auch Janik. Man suche derzeit den kleinsten gemeinsamen Nenner. „Wir wollen die Prüfung unserer Trasse auf Augenhöhe zum B2-Tunnel“, erklärte BLS-Vize Wahmke mit Blick auf die von Bürgermeisterin Eva John für Ende Januar angekündigten Gespräche mit Oberster Baubehörde und Staatlichem Bauamt. „Zur Not geht die ortsferne Umfahrung nicht, dann haben wir aber Klarheit“, sagte Wahmke. Ob sich die BLS in einem solchen Fall weiter gegen den Tunnel wehren würde, ließ er offen.

BLS-Mitglied Esther Schaller wünschte sich jedoch, der Stadtrat möge sich vor den Gesprächen mit den Behörden schon auf die Jann-Trasse festlegen. Und auch Marion Eisenberger sagte: „Eigentlich bleibt nur die Ortsferne.“ Dies hatte auch Rieskamp in seinem Vortrag herausgearbeitet. Den Vizebürgermeister hat die BLS-Fraktion kürzlich zu ihrem Sprecher gekürt.

Eine ortsnahe Umfahrung, wie im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplan vom Büro SHP entwickelt, bezeichnete er als „illusorisch“. Über die von der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel vorgestellte Kombination aus ortsnaher und ortsferner Trasse (wir berichteten) wollte Rieskamp gar nicht reden. „Wir müssen erst mal sehen, wie wir das mit Tunnel und Umfahrung hinkriegen“, sagte er.

Für den gemeinsamen Weg im Stadtrat müsse sich aber viel ändern. Unter anderem zählte Rieskamp Kompromissbereitschaft auf, forderte Bündnispolitik für bestimmte Projekte und Konfliktlösungen statt Polarisierung. „Einen nochmaligen Wahlkampf mit dem Thema Tunnel oder Umfahrung wollen die Bürger nicht“, betonte er.

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