Bürgermedaille und Bayernhymne: Bürgermeister Rudolf Krug (l.) zeichnete den scheidenden Traubinger Pfarrer Helmut Friedl aus. Im Hintergrund singt der Saal die Bayernhymne. Anschließend gab es stehende Ovationen für den Geistlichen. Foto: Andrea Jaksch

Friedls Bürgermedaille für ganze Pfarrei

Traubing - Damit Pfarrer Helmut Friedl in Tutzing immer eine Heimat hat: Das war Bürgermeister Rudolf Krugs Wunsch, als er ihm am Sonntag die Bürgermedaille verlieh.

Es sind harte Zeiten, die Pfarrer Helmut Friedl in diesen Wochen erlebt. Wohin er auch geht - ihm wird klar, was er durch seinen Weggang vom Starnberger See verlieren wird: viele freundschaftliche, familiäre Kontakte, die über Jahrzehnte gewachsen sind.

In Traubing und Tutzing sei er jedenfalls stets willkommen und solle immer eine Heimat haben, wie Bürgermeister Rudolf Krug gestern sagte. Danach überreichte er dem langjährigen Traubinger Pfarrer die Bürgermedaille. Der nahm sie sichtlich gerührt entgegen. Und es wäre nicht Pfarrer Friedl, wenn er diese Ehre nicht gleich teilen würde. „Das ist eine Anerkennung nicht nur für mich, sondern für die ganze Pfarrgemeinde Mariä Geburt Traubing, die vielen Heimat, Richtung und Orientierung schenkt.“ Eine Pfarrei sei kein Ein-Mann-Betrieb, sagte der Geistliche im Saal des Traubinger Buttlerhofs. „Es sind viele, die sie gestalten und ihr ein liebenswertes Gesicht geben.“

Doch natürlich spielt der Mann an der Spitze eine Rolle. Wie sehr die Traubinger ihn schätzen, wurde bei seinem letzten Gottesdienst in der Kirche Mariä Geburt deutlich. Peter Scheifele sprach für die Kirchenverwaltung bewegende Worte in der Kirche. Peter Stich redet später im Saal für die Vereine. Dabei wurde klar, was einen guten Pfarrer ausmacht: dass er den Leuten zuhört und auch einmal ab und zu einen Schnaps mit ihnen trinkt.

Mit Stich hat Friedl einige Schnäpse in den 21 Jahren seines Wirkens getrunken. Zum Abschied überreichte er dem Pfarrer eine Flasche und ließ ihn gleich probieren. Stich zog seinen Flachmann raus und schenkte ein - was für Gelächter im Saal sorgte.

„Die Kauferinger werden sich denken: Das wird was werden“, lautete Friedls Kommentar. Anfang September startet sein Dienst in Kaufering (wir berichteten). Bis Ende dieser Woche wirkt er noch in seinen Pfarreien Pöcking, Feldafing und Traubing. Es steht noch einiges an, Hochzeiten und Taufen, sein Terminkalender ist voll.

Das Herz ist ihm schwer angesichts des Abschieds. Friedl geht aus freien Stücken. „Es fällt mir sehr schwer“, sagte er am Rande des Festakts. „Mein Weggang ist mit sehr viel Leid und Trauer verbunden.“

Der Pfarrer ist ein fester Bestandteil des Lebens der Traubinger, Feldafinger und Pöckinger. Bürgermeister Krug kennt Friedl seit 21 Jahren, seit seine ältere Tochter ihren ersten Gottesdienst zur Einschulung hatte. Es folgten Kommunionen und Firmungen. Ein Pfarrer begleitet Familien bei den wichtigsten Ereignissen. Die Familie Huber aus Pöcking zum Beispiel seit vier Generationen. „Meine Schwiegermutter und meine Tochter haben die Krankensalbung von ihm bekommen“, sagt Lilo Huber (79). Es sei Ehrensache, jetzt bei dem Festakt dabei zu sein. edl

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