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Ein neuer Platz für die Sammlung: (v.l.) Bürgermeister Michael Muther, Brigitte und Erich Rüba bei der Eröffnung. 

Galerie eröffnet

Altes Rathaus, alte Schätze

Weßling - Weßlings Bürgermeister Michael Muther hat im Alten Rathaus die Gemeindegalerie eröffnet. Diese ist gut bestückt. 

Vom Garten des Alten Rathauses aus haben Besucher einen herrlichen Blick über den Weßlinger See. Diese Kulisse brachte über Jahrhunderte zahlreiche Maler nach Weßling, die zum Pinsel griffen und Landschaft und Menschen auf Leinwand bannten. Dabei entstanden Kunstwerke, von denen Ortshistoriker Erich Rüba einige besitzt – und die ab sofort in der am Sonntag eröffneten Gemeindegalerie, einst die Galerie Risse, eine Heimat gefunden haben.

Ein knappes Jahr dauerten die Renovierungsarbeiten. „Zahlreiche Handwerker und Helfer haben ehrenamtlich mitgeholfen“, lobte Bürgermeister Michael Muther. Im Galeriegarten etwa sanierten sie die ehemalige Arrestzelle, im benachbarten Schuppen steht fortan die historische Saug- und Druckspritze der Freiwilligen Feuerwehr. Außen und innen legte auch Rüba Hand an, setzte die Randsteine vom Kiesweg, befreite die Böschung von wucherndem Gebüsch und weißelte die Wände. Alles Maßnahmen zur Sanierung eines historischen Gebäudes, in dem Pierre-Auguste Renoir 1910 einen Sommer lang logierte.

Inspiriert von der malerischen Landschaft arbeitete Renoir im Atelier des Kunstmalers Heinrich Brüne in Oberpfaffenhofen – der den berühmten französischen Impressionisten unter anderem in einer Bleistiftzeichnung festhielt, die heute in der Gemeindegalerie hängt. Die Liste der Kunstschaffenden, die dort ein und aus gingen, reicht von Max Doerner, Herbert Appelbaum, Andreas Schwarzkopf über Max Mayrshofer bis hin zu Maresa Rebay von Ehrenwiesen.

Stattliche 210 Kunstobjekte zählt Rübas Sammlung, die der Ortshistoriker dem Rathauschef bei der Eröffnung in Form eines Bestandkataloges für das Gemeindearchiv überreichte. Als 20-Jähriger kaufte er einst eines der Gemälde für sagenhafte 80 Mark. Zu Hause verschwieg er den Kauf. Er wäre nicht auf Verständnis gestoßen. Knapp 90 Gemälde, Skulpturen und Fotografien sind ab sofort zwei Mal wöchentlich im Alten Rathaus zu sehen und werden regelmäßig ausgewechselt, darunter Werke von Brün, der „Heimkehrende Jäger“ in Öl aus dem Jahr 1895 von August Seidel oder der Feldweg bei Weßling aus dem 19. Jahrhundert von Heinrich Giebel. Außerdem sind historische Fundstücke aus dem See und gebrauchte Pinsel der Maler oder die „Maske“ vom Zeitgenossen Michael Sonntag zu sehen. Eine Plattform erhalten auch der verstorbene George E. Todd und das Siegermodell für die Gestaltung des Ortskerns. Mitten drin steht der historische Schreibtisch des Arztes Alois Alzheimer. Wenn alles gut geht, können sich in diesem Raum und an diesem Schreibtisch in Zukunft Paare das Jawort geben – mit Seeblick.

Gemeindegalerie:

Hauptstraße 57, 82234 Weßling. Öffnungszeiten sind (vorerst) jeweils Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

mk

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