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Alexander Dobrindt bekommt nächste Woche Post von Eva John. 

Nach der Tunnel-Entscheidung

John: „Ich kann mit Beschluss leben“

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„Ich kann und werde mit dem Beschluss leben“, sagte Eva John nach der historischen Tunnel-Entscheidung des Starnberger Stadtrats. Die Bürgermeisterin  kündigt bereits die ersten Schritte zur Umsetzung an.

15Starnberg – Sie wurde als Kandidatin der Umfahrungsallianz 2014 zur Bürgermeisterin gewählt – und muss drei Jahre später den Tunnel-Beschluss des Stadtrats umsetzen. Vor dieser Situation steht nun Eva John. Sie gab sich am Tag nach der denkwürdigen Stadtratssitzung pragmatisch. „Ich kann und werde mit dem Beschluss leben“, sagt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur und kündigt bereits die ersten Schritte zur Umsetzung des Beschlusses an.

Anfang kommender Woche werde sie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt schriftlich um die sofortige Baufreigabe und um die Bereitstellung der Bundesmittel bitten, sagt John. Dabei geht es um rund 160 Millionen Euro. Gleichzeitig werde sie mit der Verwaltung in die Prüfung und Planung der ortsfernen Umfahrung einsteigen.

Glücklich mit dem Beschluss ist die Bürgermeisterin gleichwohl nicht – und das aus zwei Gründen. Zum einen könne sie den leichtfertigen Umgang mit einer möglichen Enteignung Starnberger Bewohner persönlich nur schwer nachvollziehen (siehe Bericht oben). Zum anderen „hätte ich es besser gefunden, wenn sich der Stadtrat den Vorschlag zu eigen gemacht hätte, erst den aktuellen Leistungsnachweis des Tunnels zu erbringen“, sagt sie. Den entsprechenden Antrag hatte BMS-Fraktionschef Josef Pfister am Montagabend gestellt – John gehörte zu den zwölf Unterstützern dieses Vorschlags (siehe Abstimmungsergebnisse auf Lokalseite 1).

Trotz des mit 19:12 eindeutigen Votums für den Tunnel bleiben bei der Bürgermeisterin weiterhin Zweifel, dass der Tunnel die Starnberger Verkehrsprobleme löst. Umso wichtiger ist ihr der zweite Teil des Beschlusses, „umgehend weitere Schritte zur Realisierung einer ortsfernen Umfahrung einzuleiten“. Die Stimmungslage im Stadtrat sei bei diesem Punkt einstimmig gewesen. „Ich hoffe, dass diese Unterstützung dauerhaft anhält“, sagt die Bürgermeisterin. „Denn diese Umfahrung ist für die Ziele, die alle vorgeben erreichen zu wollen, das Beste.“

Ob sich John mit dem Tunnel wird anfreunden können? Michael Kordon, der Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, erinnert in dem Zusammenhang an Weßlings Bürgermeister Michael Muther. Der habe stets gegen die Ortsumfahrung argumentiert, nach einem Bürgerentscheid pro Umfahrung das Vorhaben aber als Chef der Verwaltung konstruktiv begleitet. Die Umfahrung von Weßling wurde vor einigen Monaten eröffnet.

„Ich weiß nicht, ob das Tunnel-Projekt die breite Akzeptanz in der Bevölkerung findet“, sagt Eva John im Merkur-Gespräch. Nun sei es Aufgabe aller Beteiligten, den Rahmen dafür zu schaffen, dass tatsächlich eine Befriedung in der Stadt eintritt.

Ein guter Anfang könnte die gut fünfstündige Diskussion am Montagabend gewesen sein. John spricht von einem „über große Strecken respektvollen Umgang“ der Stadträte miteinander. Und sie lobt ausdrücklich die über 500 Zuhörer, von denen ein erheblicher Teil bis zur Abstimmung gegen Mitternacht in der Schlossberghalle ausharrte. Dieses Interesse gelte es, auch während der Bauzeit zu befriedigen. „Ich werde von Seiten der Stadt auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit drängen“, sagt John.

Ob sie beim ersten Spatenstich für den Tunnel dabei sein wird? Eva John: „Das hängt davon ab, ob das Projekt die breite Akzeptanz erhält. Stand heute kann ich mir nicht vorstellen, dabei zu sein.“

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